Mit Arne Jysch wendet sich der erste deutsche Zeichner dem Thema Afghanistan zu. Gekonnt erzählt und inszeniert er eine spannende Geschichte in den Wirren des Bundeswehreinsatzes, die von Freundschaft und Verantwortung handelt. Gleichzeitig vermittelt Arne Jysch dem Leser eine wirklichkeitsgetreue Darstellung des Alltags in diesem fremden Land und was es für einen deutschen Soldaten heißt, dort Dienst zu tun. Das alles schafft er, ohne ideologisch oder belehrend zu sein. Es ist einfach nur - spannend.
Mit Arne Jysch wendet sich der erste deutsche Zeichner dem Thema Afghanistan zu. Gekonnt erzählt und inszeniert er eine spannende Geschichte in den Wirren des Bundeswehreinsatzes, die von Freundschaft und Verantwortung handelt. Gleichzeitig vermittelt Arne Jysch dem Leser eine wirklichkeitsgetreue Darstellung des Alltags in diesem fremden Land und was es für einen deutschen Soldaten heißt, dort Dienst zu tun. Das alles schafft er, ohne ideologisch oder belehrend zu sein. Es ist einfach nur - spannend.
Cover:
Das Cover passt sehr gut zum Inhalt der Geschichte. Im comicartigen Stil sehen wir hier einen deutschen Soldaten in voller Kampfausrüstung, wie er aus einem fahrenden Konvoi heraus wachsam auf die Gegend blickt, während man neben ihm einen Jungen auf einem Esel reiten sieht. Das passt gut zum Inhalt der Geschichte und gibt einen ersten Eindruck über den Zeichenstil. Absolut gelungen.
Eigener Eindruck: Chris ist Soldat der deutschen Armee und in Afghanistan stationiert. Noch ein paar Wochen und dann kann er endlich zurück nach Hause. Doch kurz bevor er heimkehren kann, bekommen er und seine Kollegen Besuch von einem Journalistenteam. Bei einem Ausflug werden sie, wie schon so oft angegriffen und sein Kollege Marco verschwindet dabei spurlos. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wird Marco nicht die Aufklärung zuteil, die Chris sich wünscht und auch seine Familie zerbricht an der langen Trennung. Ihn hält also nichts mehr und so macht sich Chris auf eigene Faust auf die Suche nach Marco und kehrt nach Afghanistan zurück.
Die Geschichte von Chris ist interessant geschrieben und meiner Meinung nach doch ein bisschen ideologisch und belehrend, aber darüber lässt sich ja bekanntlich streiten. Ich finde schon, dass die Bundeswehr gehyped wird und man den einen oder anderem Klischee noch mehr den Stempel aufgedrückt hat. Trotzdem ist die Story gut recherchiert und man ist bereits ab der ersten Seite voll mit dabei. Da gibt es raue Wortwechsel unter Kollegen oder eine ziemlich derbe Eignungsprüfung für das Journalistenteam. Es wird nichts geschönt, es wird nichts überdramatisiert und doch gibt es Angriffe, Schießerei und auch Tote auf beiden Seiten. Nennen wir es einfach hart real. Chris als Charakter begeistert hierbei besonders, denn er gibt nicht auf und macht sich auf die Suche nach seinem Kameraden, auch wenn ich das etwas unglaubwürdig finde. So einfach ist es dann wohl doch nicht. Außerdem leidet man im gewissen Sinne mit Chris, als seine Familie zerbricht – ein Schicksal, was wohl viele Familien durchmachen müssen, wenn die Männer und Väter so verändert aus dem Krieg wiederkommen oder so lang fort waren? Da kann sich nun jeder selbst sein Urteil dazu bilden. Fakt ist, dass man das Buch durchaus einmal gelesen haben kann, muss man aber nicht. Die Thematik ist doch Geschmackssache und wird wohl eher das männliche Publikum ansprechen.
Fazit:
Auf solche Geschichten muss man einfach stehen. Für mich war es recht flach, auch wenn gut recherchiert und echt gut gezeichnet, aber irgendwie ist bei mir der Funke einfach nicht übergesprungen.
Das war ein bisschen schwer zu lesen, weil es einzige Wörter gab, die ich nicht kannte und ich war faul und wollte nicht im Wörterbuch nachschauen.
Ich hatte einen Freund - nicht boyfriend nur friend - und er wurde in Irak eingesetzt. Ich war in ihn verliebt und ich hab sechs Monate verbracht zu denken, ob er noch am Leben war. Ich war nur eine Freundin für ihn und ich verdiente keine regelmäßige E-Mail und ich schwöre, 41 Tage ohne zu wissen, ob jemand am Leben ist oder nicht... Das ist Folter. So, ich wollte dieses buch lesen - es geht um Einsatz - aber gleichzeitig wollte ich nicht.
Es geht um einen Bundeswehrsoldat, der in Afghanistan eingesetzt wird. Chris ist ein Hauptmann und er ist für sein Team verantwortlich. Eines Tages kommt eine Journalistin und sie begleitet das Team. Sie sollte die Situationen den Deutschen Lesern erklären. Aber das ist nicht leicht, weil die Situation in Afghanistan sehr kompliziert ist und die Bundeswehr kann nichts machen: es gibt zu viele beteiligten Akteuren und viele von denen wollen keine Friede.
Während einem Ausflug in einem Dorf verschwinden der Hauptfeldwebel Marco und Chris beschuldigt sich selbst. Er fliegt nach Hause aber die Sitaution dort ist nicht glücklich und außerdem leidet er an PTSD. Um etwas zu tun um weiter zu leben, beschließt er, nach Afghanistan zurückzugehen und Marco zu suchen.
Das Buch beschreibt Afghanistan aus der Sicht eines deutschen Soldaten, der nicht mehr versteht, warum er in Afghanistan ist. Man kann wirklich nichts machen, um die Taliban zu halten. Dort ist Krieg aber Deutschen können es nicht annehmen. Deutsche Soldaten werden geschossen aber sie können sich nicht gut verteidigen: wenn sie ein Zivilisten schießet... Die öffentliche Meinung würde sie verurteilen...
Die Geschichte ist schwer und auch traurig, weil das die Geschichte eines Mannes ist, der sich von seinen Vorgesetzten - und auch von der Welt, glaube ich - betrogen fühlt.
Zugegeben, ich war skeptisch, denn das Thema ist durchaus kontrovers, aber ich wurde positiv überrascht.
Der Comic besteht aus einer Aneinanderreihung von kurzen Szenen, die mit erstaunlich wenigen Bildern die Atmosphäre und die Konflikte vermitteln. Der Autor schafft es dabei, den Afghanistan-Einsatz aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, ohne dabei zu belehren oder anzuklagen.
Mir persönlich hat die Geschichte neue Denkanstöße gegeben.
Lidt for meget Hollywood, skriver. Og ja. I hvert fald mht. anden del, hvor Chris tager med for at finde sin forsvundne kammerat. Og hvilken slutning siger allermest Hollywood? Nemlig.
Wave and smile Winken und lächeln am Hindukusch. Nicht einfach, wenn man als Bundeswehrsoldat in Afghanistan in einen Krieg verwickelt ist. Der Soldaten Hauptmann Menger ist einer der Protagonisten des Comics von Arne Jysch und erzählt die Geschichte von deutschen Soldaten im Auslandeinsatz. Die Geschichte ist fiktiv, dennoch ist sie nahe und sie ist aktuell. Kunduz, 2009. Hier beginnen die Ereignisse. „Das ist ein böser Tag gewesen. Hauptgefreiter Basti, Feldwebel Schumm und Hauptfeldwebel Diesberg sind gefallen. Es gab fünf Schwerverletzte. Das ist ein Scheißkrieg hier. Aber das will ja keiner wahrhaben.“ Darum geht es auch. Die Fotografin Anni stößt zur Truppe hinzu und nimmt den Leser an die Hand um erstmal einen Eindruck vom Soldatenleben zu bekommen. Dann wird sie zum Einsatz mitgenommen und natürlich verläuft dieser nicht nach Plan, der Hubschrauber stürzt ab, es gibt Tote und Verletzte.... Es geht um die Verluste, die dieser Krieg mit sich bringt, weitab von Luxusproblemen hierzulande. Um PTBS, um dass sich wieder in dieser Welt zurechtfinden, um die Große Kluft zwischen der Kriegswelt in Afghanistan und der „heilen Welt“ hier. Es geht darum, die Welt der Soldaten ein bisschen besser zu verstehen. Dieser Comic bietet Einblicke in Soldatenalltag, regt zum Nachdenken an und lädt zum Vertiefen ein. Dem Comic gelingt die schmale Gradwanderung zwischen Fiktion und Realität. Der Autor und Zeichner schreibt in den Anhang , dass „militärische Vorgehensweisen und Ausstattungen aus künstlerischen und dramaturgischen Gründen teilweise verändert wurden“. Diese Momente sind für den Laien jedoch nicht unbedingt erkennbar, weil Arne Jysch versucht mit Action und Spektakel nicht zu übertreiben, sondern einen Weg findet um relativ authentisch zu wirken. Gerade die Deutschen tun sich schwer mit militärischer Heldenbildung, und hier ist es gelungen eine mutige Hauptfigur aufzuzeichnen ohne sie jedoch zum Nationalheld verklären zu wollen. Es sind aber auch nicht die Handlung oder die Charaktere, die Überzeugen, (beide hätten durchaus noch etwas mehr Tiefe vertragen können) es ist vielmehr die Atmosphäre, die Arne Jysch mit seinem Debüt eingefangen hat. Obwohl er selbst nie in Afghanistan war und auch nie „gedient“ hat, hat man als Leser das Gefühl einen gut recherchierten Comic in den Händen zu halten. Ein Stückchen Gegenwart und seine Interpretation. Die Quellenangabe am Ende bezeugt das, aber sie dient auch dazu bequem weitere Medien auszusuchen, wenn man mehr zur Thematik erfahren will.
Künstlerisch ist diese Grapic Novel auch für Laien gut zugänglich. Das Arne Jysch eigentlich Storyboards zeichnet kommt dem Comic sehr zugute, denn Handlung und Seitenaufbau, Perspektivwechsel usw... sind sehr harmonisch aufeinander abgestimmt und gekonnt filmisch eingesetzt. Der Zeichenstil ist ein flotter Strich und lockere Aquarellfarben, sodass die Bilder lebendig und doch realitätsnah wirken. Besonders gelungen, sind kleine Details, wie z.B. die Sprechblasen der Afghanen. Um beim Lesen das Gefühl zu haben, dass man Afghani bzw. Persisch „hört“, wurde eine wunderbare Lösung gefunden. Auf dem ersten Blick denkt der Leser, dass es sich um die verschnörkelte Persische Schrift handelt, doch es sind deutsche Worte, welche dem persischen Schriftbild angepasst wurden. Ein wunderbares Beispiel um aufzuzeigen, wie hingabevoll bis ins Detail an einer gelungenen Stimmung gearbeitet wird.
Nicht nur für Comicfans und die Comicforschung ist dieser Comic ein attraktiver Band, sondern für alle, die sich ein bisschen mehr an die kontroverse Afghanistanthematik rantrauen wollen und für alle die sehen möchten, was Comics heute alles leisten können.
„Wer über Comics spricht, muß auch über die Gesellschaft, die sie produziert, nachdenken.“
Gut gezeichnet, die Story ist zwar eher 'Hollywood'... aber ein wichtiges Thema. Ist als Comic / graphic novel sicher für ein größeres Publikum gedacht, nicht für die eingeweihten Experten. Das spricht aber nicht gegen das Buch.