inhalt: okay, aber keine bahnbrechend neue erkenntnis (hans rosling, factfulness, 2019). auch die ausgewählten fakten selbst, sind nicht überraschend. klar, heute ist vieles besser als vor 100 jahren. interessant ist doch aber eher der vergleich von heute mit 10, 20 oder 30 jahren zuvor. ein zeithorizont, auf den wir also selbst zurückblicken können. leben wir denn besser? sind wir glücklicher? und vor allem: wird die erfolgsgeschichte so weitergehen? der letzte satz des buches zeigt doch alles: fortschritt wird zurückgenommen.
interview: auf obrist hatte ich mich gefreut. das gespräch war aber ohne aussage, flach und teilweise eine wiederholung von bereits gelesenem. keine analyse, keine einordnung.
kommerz: ja, man kann die idee der datenvisualisierung auf vieles übertragen. aber muss es eine uhr sein, die sich so gut wie keiner leisten kann oder gläser, aus denen fast niemand trinkt? im verlauf des buchs tritt das eigentliche thema zunehmend in den hintergrund. es werden
nur noch projekte zur schau gestellt. die daten, das thema verkommen zur randnotiz.
druck: muss ein buch, das vor allem im deutschsprachigen raum verkauft wird, in china gedruckt werden?
werk: buchschnitt in silber, naja. schrift aus bleiguss, okay. aber die bilder selbst, die integration der daten in die leinwand, sehen unglaublich gut aus. kein mensch wird sie verstehen, aber egal. sie stehen für sich. sie sind das beste am gesamten buch.