St. Andrews, kurz vor Weihnachten: als eine Studentin ihren Dozenten für einem Termin aufsucht, findet sie seine Leiche. Auf den ersten Blick deutet alles auf Selbstmord hin. Aber auf den zweiten Blick stellen DCI Andy Gilchrist und seine Kollegin Jessie Janes fest, dass eine Gewalttat vorliegt. Der zweite blick enthüllt noch mehr: der Tote hat sein Geld nicht nur mit seiner Stelle an der Universität verdient, sondern auch im Internet. Und dort hat er sich nicht nur einen Feind gemacht.
Je weiter Andy Gilchrist und sein Team ermitteln, desto mehr Abgründe tun sich auf: das Opfer war als Heiratsschwindler im Internet unterwegs. Eine von den Frauen, die er um ihr Geld gebracht hat, hat Selbstmord begangen. Das wäre ein Motiv, wenn es nicht nur mehr als einen Toten geben würde: der Täter hat europaweit zugeschlagen und mehr als einen Lovescammer aus dem Verkehr gezogen.Damit ist die Hauptverdächtige außen vor, denn es ist unmöglich, dass sie alle Taten begangen haben kann. Oder gibt es eine international agierende Gruppe von Personen, die die Lovescammer zur Rechenschaft zieht?
Der Krimi war schon wegen des Mordmotivs interessant. Auf einen Betrüger hereinzufallen, ist schlimm genug. Und wenn er so perfide agiert, wie es die Toten getan haben, ist die Scham noch größer. Je weiter die Ermittlungen gehen, desto mehr wird das Ausmaß des Betrugs bekannt und wie viele Personen direkt oder indirekt betroffen waren. Für Andy Gilchrist gibt es Parallelen zu seinem Privatleben, auch seine Tochter sucht das private Glück und ist dem falschen Mann aufgesessen.
Diese Mischung aus Privatem und Ermittlungen ist dem Autor meiner Meinung nach gut gelungen. Das Ende war mir ein wenig übertrieben, aber insgesamt hat mir der neue Fall für Andy Gilchrist gut gefallen.