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Eine Sammlung der schönsten Gedichte des bekannten deutschen Dichters.
Erich Kästner (1899–1974) was a German author, poet, screenwriter and satirist, known for his humorous, socially astute poetry and children's literature. A stout pacifist and democrat, he was expelled from the national writers' guild during the Nazi era, with many of his books being burned in public. Today, he is widely regarded as one of Germany's most prolific and beloved children's book authors.
Wo sind die Tage, die so traurig waren und deren Traurigkeit uns so bezwang? Die Sonne scheint. Das Jahr ist sich im klaren, es ist, um schreiend aus der Haut zu fahren und als Ballon den blauen Himmel lang!
Приятни стихове.
*** Ihr sollt ja gar nicht aus Güte handeln! Ihr seid nicht gut. Und auch sie sind’s nicht. Nicht euch, aber die Welt zu verwandeln, ist eure Pflicht!
Der Mensch ist schlecht. Er bleibt es künftig. Ihr sollt euch keine Flügel anheften. Ihr sollt nicht gut sein, sondern vernünftig. Wir sprechen von Geschäften.
Ihr helft, wenn ihr halft, nicht etwa nur ihnen. Man kann sich, auch wenn man gibt, beschenken. Die Welt verbessern und dran verdienen – das lohnt, drüber nachzudenken.
("Ansprache an Millionäre")
*** Schickt aus dem Himmel paar Ansichtskarten!
*** Manche geben keine Ruhe, und sie schuften voller Wut. Doch ihr Tun ist nur Getue, und es kleidet sie nicht gut.
Laßt euch auf den Sofas treiben! Gut geträumt ist halb gelacht. Hände sind zum Händereiben. Sprecht schon morgens: »Gute Nacht.«
Laßt die Wecker ruhig rasseln! Zeigt dem Krach das Hinterteil. Laßt die Moralisten quasseln. Bietet euch nicht täglich feil.
Wozu macht ihr Karriere? Ist die Erde denn kein Stern? Tut, als ob stets Sonntag wäre, denn er ist der Tag des Herrn. ("Bürger, schont eure Anlagen")
*** Und (sie) sagte mir, sie fände: Die Sonne habe kleine, warme Hände Und krabble ihr mit diesen auf der Haut.
(...) Die Seelen laufen Stelzen durch die Stadt. Auf dem Balkon stehn Männer ohne Westen Und säen Kresse in die Blumenkästen. Wohl dem, der solche Blumenkästen hat!
Die Gärten sind nur noch zum Scheine kahl. Die Sonne heizt und nimmt am Winter Rache. Es ist zwar jedes Jahr dieselbe Sache, doch es ist immer wie zum ersten Mal. ("Besagter Lenz ist da")
*** Die Weltregierung, so wurde erklärt, stelle fest, daß der Plan, endgültig Frieden zu stiften, sich gar nicht anders verwirklichen läßt, als alle Beteiligten zu vergiften. (...)
Jeder dachte, er könne dem Tod entgehen, keiner entging dem Tod und die Welt wurde leer. Das Gift war überall, es schlich wie auf Zehen. Es lief die Wüsten entlang, und es schwamm übers Meer.
(...) Jetzt hatte die Menschheit endlich erreicht, was sie wollte. Zwar war die Methode nicht ausgesprochen human. Die Erde war aber endlich still und zufrieden und rollte völlig beruhigt ihre bekannte elliptische Bahn. ("Das letzte Kapitel")
*** Ihr habt uns in die Welt gesetzt. Wer hatte euch dazu ermächtigt? Wir sind nicht existenzberechtigt und fragen euch: Und was wird jetzt?
(...) Einst wusstet ihr noch euren Text, als ihr uns noch für Puppen hieltet. Und wie mit Spielzeug mit uns spieltet. Doch wir sind Spielzeug, welches wächst!
Auf eigne Rechnung und Gefahr will jeder, was er lernte, nützen. Die Tage regnen in die Pfützen, und jede Pfütze wird ein Jahr.
Die Zeit ist blind und blickt uns an. Die Sterne ziehn uns an den Haaren. Das ganze Leben ist verfahren, noch ehe es für uns begann. ("Das Riesenspielzeug")
*** Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern. Und niemand hält sie auf und fordert Zoll. Silvester hörte man’s auf allen Sendern, dass sich auch unterm Himmel manches ändern und, außer uns, viel besser werden soll.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Und ist doch hunderttausend Jahre alt. Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege? Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald. ("Der Januar")
*** Schneeglöckchen ahnen nun, was sie bedeuten. Wenn Du die Augen schließt, hörst Du sie läuten. ("Der März")
*** Im Feld wächst Brot. Und es wachsen dort auch die zukünftigen Brötchen und Brezeln. Eidechsen zucken von Ort zu Ort. Und die Wolken führen Regen an Bord und den spitzen Blitz und das Donnerwort. Der Mensch treibt Berg- und Wassersport und hält nicht viel von Rätseln.
Er hält die Welt für ein Bilderbuch mit Ansichtskartenserien. Die Landschaft belächelt den lauten Besuch. Sie weiß Bescheid. Sie weiß, die Zeit überdauert sogar die Ferien. ("Der Juli")
*** Stockrosen stehen hinterm Zaun in ihren alten, brüchigseidnen Trachten. Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun, mit Schleiern vorm Gesicht, schaun aus wie Frau'n, die eine Reise in die Hauptstadt machten.
Wann reisten sie? Bei Tage kaum. Stets leuchteten sie golden am Stakete. Wann reisten sie? Vielleicht im Traum? Nachts, als der Duft vom Lindenbaum an ihnen abschiedssüß vorüberwehte?
In Büchern liest man groß und breit, selbst das Unendliche sei nicht unendlich. Man dreht und wendet Raum und Zeit. Man ist gescheiter als gescheit, - das Unverständliche bleibt unverständlich.
Ein Erntewagen schwankt durchs Feld. Im Garten riecht's nach Minze und Kamille. Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille. Wie klein ist heut die ganze Welt! Wie groß und grenzenlos ist die Idylle ... ("Der August")
*** Fröstelnd geht die Zeit spazieren. Und du folgst ihr wie ein Kind. (...) Geh nur weiter, bleib nicht stehen. Kehr nicht um, als sei's zuviel. Bis ans Ende musst du gehen, hadre nicht in den Alleen. Ist der Weg denn schuld am Ziel? (...) Folg der Zeit. Sie weiß die Richtung. ("Der Oktober")
*** Der Frühling müßte blühn in holden Dolden. Jasmin und Rosen hätten Sommerfest. Und Äpfel hingen, mürb und rot und golden im Herbstgeäst.
Die Tannen träten unter weißbeschneiten Kroatenmützen aus dem Birkenhain und kauften auf dem Markt der Jahreszeiten Maiglöckchen ein.
Adam und Eva lägen in der Wiese und liebten sich in ihrem Veilchenbett, als ob sie niemand aus dem Paradiese vertrieben hätt.
Das Korn wär gelb und blau wären die Trauben. Wir träumten, und die Erde wär der Traum. Dreizehnter Monat, lass uns an dich glauben! Die Zeit hat Raum. ("Der dreizehnte Monat")
*** Ich sagte: Da sei noch ein Bruch in den Fertigartikeln, in jenen Menschen aus Bumkes Geburtsinstitute. Sie seien konstant und würden sich niemals entwickeln. Da gab er zur Antwort: „Das ist ja grade das Gute!“
Ob ich tatsächlich vom Sichentwickeln was halte? Professor Bumke sprach’s in gestrengem Ton. Auf seiner Stirn entstand eine tiefe Falte. Und dann bestellte ich mir einen vierzigjährigen Sohn. ("Der synthetische Mensch")
*** Dann würde auf Befehl geboren. Weil Menschen ziemlich billig sind. Und weil man mit Kanonenrohren allein die Kriege nicht gewinnt.
Dann läge die Vernunft in Ketten. Und stünde stündlich vor Gericht. Und Kriege gäb's wie Operetten. Wenn wir den Krieg gewonnen hätten - zum Glück gewannen wir ihn nicht! ("Die andere Moeglichkeit")
*** Ich riet dir manchmal, dich von mir zu trennen, und danke dir, daß du bis heute bliebst. Du kanntest mich und lerntest mich nicht kennen. Ich hatte Angst vor dir, weil du mich liebst. ("Еin Mann gibt Auskunft")
*** Die Sonne lockt nach einem Weilchen die schönsten Dinge an das Licht, zum Beispiel: Birkengrün und Veilchen, und Reiselust und Liederzeilchen, und manches lächelnde Gesicht.
Der Frühling neckt uns. Wir erwachen. Die Welt wird wieder froh und grün und möchte sich vertausendfachen. Die Blumen blühen, wenn sie lachen. Die Frauen lächeln, wenn sie blühn.“ ("Fruehlingslaecheln")
*** Man grüßt die Welt mit kalten Mienen. Das Lächeln ist nicht ernst gemeint. Es wehen bunte Laubgardinen. Nun regnet's gar. Der Himmel weint. ("Herbst auf der ganzen Linie")
Erich Kästner is one of my favourite authors, so it’s only natural that I treasure this anthology. His poems range from unabashed (Junger Mann, 5 Uhr Morgens), melancholic (Elegie nach allen Seiten) to heartbreaking (Das Eisenbahngleichnis; Gespräch in der Haustür). A tad too pessimistic sometimes, but Kästner definitely had a way with weaving words.