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Kein guter Mann

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Walter ist Postbote und ziemlich gut darin, sich unbeliebt zu machen. Mit knapp sechzig wird er schließlich in die Abteilung für unzustellbare Briefe in die Christkindfiliale der Post in Engelskirchen. Natürlich ist niemand weniger dafür geeignet.
Eines Tages erreicht ihn ein Schreiben an den lieben Gott. Es stammt vom zehnjährigen Ben. Er will weder Handy noch Playstation, sondern nur wissen, wie man einen Klempner ruft. Walter antwortet vage und bekommt einen zweiten Brief, in dem Ben den lieben Gott ganz schön Warum hilft er ihm nicht?
Walter beginnt einen Briefwechsel mit Ben – selbstverständlich als Gott. Er erfährt immer mehr über das Leben des Jungen, der für seine depressive Mutter den Haushalt schmeißt. Mehr als alles andere wünscht Ben sich einen Freund. Unterdessen naht Weihnachten, und Walter ist mit seinem eigenen Familiendrama beschä Die Beziehungen zu seinen Kindern sind kompliziert, geschieden ist er lange schon, und da ist diese schwere Schuld aus seiner Vergangenheit, die ihm einfach keine Ruhe lässt. Vielleicht kann Walter ja Ben helfen – und Ben Walter?

401 pages, Kindle Edition

Published September 19, 2023

16 people are currently reading
257 people want to read

About the author

Andreas Izquierdo

26 books36 followers
ANDREAS IZQUIERDO, geboren 1968, Sohn einer spanischen Krankenschwester und eines deutschen Ingenieurs, ist Schriftsteller und Drehbuchautor.

Er veröffentlichte u. a. den Roman >König von Albanien< (2007), der mit dem Sir- Walter-Scott-Preis für den besten historischen Roman des Jahres ausgezeichnet wurde, sowie den Roman >Apocalypsia< (2010), der den Lovelybooks-Leserpreis in Silber für das beste Buch 2010 erhielt und zum Buch des Jahres bei Vorab-lesen.de gewählt wurde. Im DuMont Buchverlag erschien von ihm >Das Glücksbüro< (2013) und >Der Club der Traumtänzer<. Bei Suhrkamp/Insel >Romeo und Romy< (2016) sowie >Fräulein Hedy träumt vom Fliegen< (2018). Im Juli 2020 erscheint >Schatten der Welt< im DuMont Buchverlag.

www.izquierdo.de

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Community Reviews

5 stars
233 (45%)
4 stars
173 (33%)
3 stars
79 (15%)
2 stars
20 (3%)
1 star
6 (1%)
Displaying 1 - 30 of 70 reviews
Profile Image for Sternenstaubsucherin.
709 reviews2 followers
March 20, 2024
Im Wartezimmer angefangen zu lesen und nicht mehr aufhören können.
Spricht für ein gutes Buch, und das ist es auch.
Mich hat Walters Geschichte sehr berührt. Keine Wohlfühlgeschichte, dafür gab es hier zu viel Ungerechtigkeit gegenüber Walter.
Aber so ist das Leben.
Absolute Leseempfehlung.
Profile Image for Kathrin Olzog.
231 reviews18 followers
September 18, 2023
Nach dem „Glücksbüro“ und dem „Club der Traumtänzer“ endlich wieder ein neues Buch von Izquierdo, das nicht historisch ist. Mir hat es sehr gut gefallen, auch wenn einen Walter manchmal nervt. Er ist eben kein guter Mann. Oder doch?!
Note: 2-
Profile Image for Tinstamp.
1,111 reviews
October 29, 2023
Was für ein wundervoller und warmherziger Roman! Andreas Izquierdo ist wieder ein kleines Meisterwerk gelungen!

Walter ist Postbote aus Leidenschaft, jedoch mit den Menschen in seinem Umfeld kommt der knapp Sechzigjährige nicht wirklich gut aus. Das war früher anders...doch das ist lange her und das Leben hat es nicht wirklich gut mit Walter gemeint. Als er sich mit einem Renter in seinem Zustellbezirk immer wieder anlegt, soll er frühpensioniert werden. Walter wehrt sich dagegen, denn er kann sich eine Frühpension schlicht und einfach nicht leisten. Deshalb wird er vorerst nach Engelskirchen in die Christkindlfiliale strafversetzt. Dort soll er vorgedruckte Briefe in Umschläge stecken, doch auch bei seiner neuen Vorgesetzten eckt er bald an. Eines Tages stößt er auf den Brief von Ben, der nicht wie die anderen Kindern teure Weihnachtsgeschenke vom Weihnachtsmann einfordert, sondern der sich schlicht und einfach einen Freund wünscht. Seine unter Depressionen leidende Mutter kann sich nicht wirklich um ihn kümmern und so fragt er zuerst kurzerhand den Weihnachtsmann nach einen Installateur, der den tropfendem Wasserhahn repariert. Walter ist neugierig und schreibt Ben nicht als Weihnachtsmann, sondern als Gott, zurück. Bald entsteht ein kleiner Briefwechsel, der beider Leben verändert.

Zu Beginn kann man einige kleine Gemeinsamkeiten zu "Ein Mann namens Ove" nicht leugnen. Walter ist rechthaberisch und grummelig, aber er hält viel von bestimmten Werten, die er auch von seinem Umfeld erwartet. Dabei spart der Autor nicht mit Humor und Witz und zeichnet ein ganz spezielles Bild von Walter, welches man im Verlauf des Briefwechsels zwischen ihm und dem zehnjährigen Ben immer mehr revidiert. Walter und Ove ähneln sich nur anfangs kurz - danach geht "Kein guter Mann" aber einen ganz anderen Weg.

Neben dem Gegenwartsstrang erfährt man in Rückblicken über Walters traurige Kindheit, seine Jugend und Ehe und warum er als Postbote arbeitet. Dabei erlebt man ein wahres Wechselbad der Gefühle. Walters Leben hatte viele Höhen, aber noch mehr Tiefen. Je mehr man darüber erfährt, umso mehr schließt man ihn ins Herz und berührender wird die Handlung.

Der Schreibstil von Andreas Izquierdo ist bildhaft und liest sich wunderbar. Er haucht den Figuren Leben ein und gibt den Charakteren Ecken und Kanten. Mit großem Können verbindet Izquierdo Humor und Tiefgang. Neben der eigentlichen Handlung versteht er es, dem Leser Einblicke in ernste Themen wie Altersarmut, Depression, häusliche Gewalt und den oftmals verheerenden Auswirkungen von Social Media näher zubringen und einzubauen.
Izquierdo zeigt auf, wie schnell selbst Menschen aus dem eigenen Umkreis, sich lieber Gerüchten hingeben, statt genau nachzufragen und andere verurteilen. Selbst die eigene Familie, die Walter vertrauen und lieben sollte, lässt ihn im Stich und glaubt Gerüchten und der vorgefertigten Meinung der Medien. Ich war richtig wütend beim Lesen und konnte nicht glauben, dass niemand versucht der Wahrheit auf dem Grund zu gehen. Dabei wird die Geschichte weder rührselig, noch kitschig. Es macht eher traurig, dass wir in einer Gesellschaft des vorschnellen Verurteilens und der oberflächlichen Betrachtung leben und uns viel zu wenig Gedanken darüber machen, welche Folgen daraus entstehen können.
Das Ende hat der Autor gut gewählt, auch wenn ich kurz mit den Tränen kämpfen musste....

Fazit:
"Kein guter Mann" ist herzerwärmend...aber keine Wohlfühlgeschichte. Der Roman hat Tiefgang und mich extrem berührt. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung und seit langer Zeit wieder den ♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥ !
Profile Image for Ruth.
17 reviews
March 11, 2024
DNF

Noch eine Geschichte über einen alten, weißen Mann, der am Ende seines Lebens alles bereut.
Alter weißer Mann ist kurz vor der Rente, total verbittert, aber am Ende hat er natürlich doch ein gutes Herz
Alter weißer Mann wird von Kind gerettet (natürlich Junge)
Alter weißer Mann hat perfektes Leben, ist ganz naiver Teenager von nebenan und ihm geschieht Unrecht, wofür er ja überhaupt nichts kann
Alter weißer Mann beschreibt Frauen in Sekretärs- sowie Führungspositionen klischeehaft
Alter weißer Mann freundet sich mit ganz fiesem Hund an, misshandelt ihn, erzieht ihn dann wunderbarerweise doch noch...
Nope, nö danke. Brauchte das Ende nicht.

Einen Stern gibt es dafür, wie die klassische deutsche Arbeiterkinderbiografie mit deren Milieu der Nachkriegszeit beschrieben wird.
Profile Image for Henrike.
262 reviews
October 5, 2023
Gutes Buch.

Überraschendes, total emotionales, herzzereißendes, Mut machendes, richtig gutes Buch.

Ich hatte, ehrlich gesagt, etwas vollkommen anderes erwartet: eher so eine grumpy old men Variante. Im gewissen Maß stimmt das ja auch, denn Walter ist ein älterer Mann, der sehr viel Wert auf Vorschriften und Prinzipien legt und dadurch mit vielen Menschen (Kollegen, Familie, Mitmenschen) aneinander gerät. Nach und nach erfahren wir beim Lesen durch Flashbacks dann, wie Walter so wurde wie er ist und herrje, da bekam ich nicht nur einmal einen ganz dicken Kloss im Hals.

Gott... ahem, Postbote Walter ist ein wunderbar geschriebener, multidimensionaler Charakter und meine Einstellung zu ihm wechselte ungefähr so oft, wie ich dieses Jahr schon an Dominosteinen vorbeigegangen bin ;-). Musste am Ende sehr überlegen, wie oft man selbst wohl Menschen falsch einschätzt, weil die sich eine Schutzmauer aufgebaut haben. Seufz... aber auch die weiteren Figuren, wie Ben oder Walters Chefinnen haben mich überzeugt. Ich hatte richtig Kopfkino beim Lesen - besser geht es nicht!

Ein Buch das gut unterhält, ganz schön ans Herz geht und auch durch das Setting einer Weihnachts-Postfiliale 1A in die Jahreszeit passt. Sehr empfehlenswert ist übrigens auch das Hörbuch, gelesen von Uve Teschner (der Name sagt Fans schon alles - perfekte "Besetzung").

"Du musst den Menschen sagen, dass du kein böser Mann bist."

Richtig gutes Buch.
Profile Image for Kati .
8 reviews
January 6, 2025
Eigentlich gutes Buch. Aber wer schreibt bitte Bücher ohne Happy End??? Ich hasse es, wenn Menschen zu Unrecht beschuldigt werden, irgendwas Verwerfliches getan zu haben 💀.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Azyria Sun.
631 reviews4 followers
April 30, 2024
Tragikomisches Lesehighlight

Worum geht’s?
Walter ist Postbote und kurz vor der Rente. Als er sich mit einem Kunden anlegt und dieser mit einer Klage droht, soll er in den Frühruhestand, doch er weigert sich. Deshalb wird er zwangsweise nach Engelskirchen in die Christkindfiliale versetzt, wo ihn ein Schreiben an den lieben Gott erreicht, das er kurzerhand beantwortet.

Meine Meinung:
Nachdem mich mein erstes Buch von Andreas Izquierdo absolut begeistert hat, musste ich unbedingt gleich seinen Roman „Kein guter Mann“ lesen; und was soll ich sagen: Dieser hat mich noch mehr fasziniert und bewegt! Auch hier kann ich nur sagen: Der Autor hat ein so wundervolles Schriftbild, wie man es nur selten findet. So fließend, einfühlsam und lebendig, es ist einfach ein Genuss, sich von den Worten leiten zu lassen.

Wir begleiten in dem Buch Walter, der griesgrämig wirkt, aber eigentlich ein herzensguter Mensch ist. Trotz seiner brummigen Art war er mir direkt sympathisch. Einmal lesen wir aus der Gegenwart und immer wieder dürfen wir auch in Walters Vergangenheit in den 1980er Jahren blicken. Wie er seine Frau Barbara kennengelernt, eine Familie gegründet hat und wie sein Leben zu dem wurde, das es jetzt ist und das eigentlich ganz anders hätte verlaufen sollen.

Und am Anfang gibt es wirklich einige Stellen, an denen ich herzlich Schmunzeln musste, z.B. bei seiner mündlichen Prüfung. Aber auch hier waren bereits emotionale Stellen. Und im Laufe des Buches erfahren wir, wie ein Leben durch Missverständnisse, falsche Presse und mit den neuen Medien durch Hetze auf Social Media in ein falsches Licht und richtiggehend zerstört werden kann. Wie aus einem guten Menschen ein schlechter Mensch werden kann. Das ist auch die eigentliche Tragik an dem Roman. Durch die Erzählstränge der Gegenwart und der Vergangenheit sehen wir, wie positiv Walters Leben hätte sein können und wie es durch Entscheidungen etc. auf einen ganz anderen Weg geschickt und in ein ganz anderes Licht gestellt wird. Der Autor verarbeitet absolut eindrucksvoll, wie äußere Einflüsse eine einzelne Person aufbauen oder zerstören können. Ich konnte in diesem Buch Lachen und ich war emotional tief berührt. Es war ein wirklich wundervolles Buch und für mich ein Lesehighlight, das seinesgleichen sucht! Ein Pageturner mit einem Ende, das zugleich schön und traurig ist. Zum Glück gibt es Ben! Eine ganz klare Leseempfehlung von mir, vor allem an alle Carsten Henn Fans. Ein bisschen war ich an den Buchspazierer erinnert.

Fazit:
Mit „Kein guter Mann“ schreibt Andreas Izquierdo ein absolutes Lesehighlight, das mich tief berührt, aber auch Schmunzeln lassen hat. Wir erleben, wie ein Leben durch äußere Einflüsse ins Positive oder Negative verändert werden kann, ohne dass man wirklich Einfluss nehmen kann. Ich mochte Walter und habe ihn total gerne begleitet. Er ist eine eindrucksvolle Persönlichkeit, der es nicht immer einfach hatte und doch für alle immer nur das Beste wollte. Seine Geschichte, egal ob in der Vergangenheit oder der Gegenwart, hat mich tief berührt und ich konnte nicht aufhören, zu lesen.

Dieses Buch ist mein absolutes Lesehighlight in diesem Jahr, daher ganz klar 5 Sterne!
Profile Image for Sabrina _lesewesen.
282 reviews9 followers
October 15, 2023
Walter ist um die 60, arbeitet als Briefträger und kann nichts auf sich beruhen lassen - das bringt ihm eine Strafversetzung in die (wirklich existierende) Christkind-Filiale ein. Von der weihnachtlichen Atmosphäre lässt sich Walter jedoch nicht anstecken und verrichtet grummelig seine Arbeit. Doch dann stolpert er über den Brief eines Jungen namens Ben, der ihm das Herz ein wenig öffnet - denn ganz so glücklich ist der Einzelgänger nicht.
💌
Das Buch war tatsächlich eine kleine Überraschung, denn ich dachte, dass sich hier vor allen Dingen ganz viel um zauberhafte Weihnachtspost drehen würde. Mit einem mürrischen alten Mann hatte ich gerechnet, aber nicht, dass dieser so viele verschiedene Gefühle in mir auslösen könnte. So schlich sich Walter mit seiner komplizierten Familiengeschichte immer mehr in mein Herz. Auch auf die Briefwechsel mit Ben habe ich mich zunehmend gefreut.
💌
⭐️⭐️⭐️⭐️/5, womit ich anfangs gar nicht gerechnet hatte, als die Geschichte in einer Gegend begann, die ich nur aufgrund von Corona-Wanderungen kennen gelernt hatte. Interessant fand ich den Schauplatz der Weihnachts-Postfiliale in Engelskirchen, aber ob ich da dieses Jahr dem Christkind einen Brief hinschicke, weiß ich nicht 😅
Profile Image for Andrea.
928 reviews46 followers
December 19, 2023
"Lange bevor Walter aus Versehen Gott wurde, suchte seine Chefin bereits nach Wegen, ihn loszuwerden."
Postbote Walter ist ein unzufriedener Mann, der vielen anderen Menschen oft auf den Geist geht mit seinen Launen. Doch hinter der Fassaden verbergen sich Schmerz und Einsamkeit. Durch Zufall fällt ihm ein Brief des 10jährigen Ben in die Hände und er beginnt eine Unterhaltung mit ihm, im Namen Gottes.
Eine warmherzige Geschichte mit Humor und Tiefgang. Ich mag Walter, mit all seinen Ecken und Kanten. Auch ist er wirklich sehr bemüht, Ben zu helfen. Aber auch er kann keine Wunder wirken. In Rückblenden erfahren wir, warum Walter der geworden ist, der er ist. Das macht traurig.
Es werden viele gesellschaftskritische Themen angesprochen, so dass das Buch zum Nachdenken anregt. Und auch wenn der Schluss zur Geschichte passt, hätte ich mir doch ein anderes Ende gewünscht. Eine Buchempfehlung zur Weihnachtszeit
12 reviews
December 16, 2024
Anfangs dachte ich das sei ein gutes Buch für Zwischendrin. Was Leichtes, was fürs Herz.
Das ist es nicht. Es ist nicht leicht, sondern wiegt mit unter sehr schwer. Die Geschichte geht ans Herz, nur nicht immer durch Wärme.
Es gibt ein Happy End aber eben kein perfektes, keins in dem plötzlich alle Probleme gelöst sind. Oder die Welt in die man geschlüpft ist wieder durch und durch gut ist.
Eben so wie manch einer es aus dem echtem Leben kennt.
Bittersüß, schön geschrieben, unterhaltsam und fesselnd.
Profile Image for Sabrina.
561 reviews3 followers
October 27, 2023
Ein absolut unerwartetes Highlight! Emotional, gute Zeitsprünge, sehr gut vorgelesen. Definitive Empfehlung!
Profile Image for Karen Paramio.
Author 6 books14 followers
January 29, 2026
Este hombre escribe bien y me gustaría que se le tradujera a otros idiomas.
Dicho eso, este libro me ha dejado con un poco de mal cuerpo, por las injusticias que sufren los protagonistas, el poco apoyo o interés de sus familiares por conocer la verdad, y esa pregunta que flota en el aire: ¿Qué anda haciendo Dios que no ayuda ni una pizca a los inocentes ni a los justos? Cambia Dios por Alá y tenemos a mis amigos afganos atrapados en esas vidas miserables a las que con tanto esfuerzo intento llevar un poco de luz, infructuosamente.
Pero Izquierdo es un buen autor, ¿eh?
Profile Image for Ramona R..
20 reviews
December 21, 2024
Ein warmherzig, lustiger, gefühlvollen, trauriger Roman ! Viele Facetten und alles stimmig! Hat mich sehr berührt...
Profile Image for Sarah Bond.
32 reviews
October 13, 2023
Was wie ein einfaches, leichtes Buch anfing, hatte dann doch immer wieder so schöne, toll geschriebene und profunde Momente. Auf die weitere Entwicklung und wie mich die Geschichte mitnahm, war ich nicht vorbereitet. Wirklich ein tolles kleines Buch!
79 reviews
October 31, 2023
An sich erzählt das Buch eine echt herzige, mitnehmende Geschichte - bei näherer Reflektion allerdings mit ein paar "red flags", die mir persönlich etwas den Lesespaß genommen haben.

Mit Walter & Ben schafft Andreas Izquierdo ein humoristisches Charakter-Paar, das er auch sehr lebendig schreibt. Auch der Aufbau des Buches gefällt mir recht gut- man lernt nach und nach den grummeligen Walter in der Gegenwart kennen, erlebt mit wie er mit Ben einen Zugang zu seinem doch ganz weichen Herz findet und nach und nach lernt man aus Rückblenden, warum Walter so geworden ist, wie er ist.
Ben steht schon als 10jähriger vor enormen Herausforderungen, mit denen der sich hilfesuchend an Gott wendet. Und Walter antwortet ihm per Brieffreund als "Gott", versucht ihm zu helfen und den Kleinen aufzubauen.
Beiden Charakteren hat das Leben übel mitgespielt.
Soweit entwickelt sich die Geschichte echt gut!

Leider gibt Walter dem Kleinen bei seinen "Tips von Gott" mitunter auch recht fragwürdige Ratschläge. In seinem ganzen "Lieber-Gott-Walter"-Dasein fokussiert sich Walter stark darauf, Ben unter die Arme greifen zu wollen. Dabei kommt auch seine eigene schwere Vergangenheit mit seiner eigenen Familie auf - dieser widmet sich Walter aber eher mit wehmütigen Erinnerungen und gegrummel, anstatt zu versuchen erwachsen und konstruktiv an der Situation zu arbeiten. Die Aktionen, die Walter unternimmt, um mit seiner Familie zu interagieren, sind mitunter auch recht fragwürdig.
Im Ende wartet Walter darauf von Anderen "von seinen Sünden freigesprochen zu werden", wobei dieses Los nicht den Beteiligten zukommt sondern ausgerechnet dem Kleinen Ben.

Alles in Allem ein gut geschriebenes Buch mit lebendigen Charakteren. Jedoch konnte ich mich nicht mit dem Verhalten von Walter anfreunden und diverse "red flags" trüben diese Geschichte für mich leider doch sehr.
Profile Image for Great-O-Khan.
478 reviews130 followers
September 25, 2024
Die Geschichte des Postboten Walter wird leicht und humorvoll erzählt. Auch die durchaus ernsten Themen kommen mit einer gewissen Leichtigkeit daher. Literarische Kniffe gibt es nicht. Alles wird direkt und ohne doppelte Böden erzählt. Das Buch erfordert keine hohe Konzentration. Als Lektüre auf einer unruhigen Bahnfahrt ist die schöne Geschichte daher gut geeignet.
Profile Image for Lisa.
6 reviews
March 23, 2025
Ich war nie eine besonders leidenschaftliche Leserin, bis zu diesem Buch! Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Nachdem ich einer Freundin das Buch empfohlen hatte schrieben sie mir nach Beendigung des Buches: "Ich kann nicht mehr!"
Profile Image for Diana (buecher.berge).
152 reviews13 followers
November 8, 2023
Walter ist Postbote, mit Herz und Seele. Dienstbeflissen, regelkonform, ein bisschen zu sehr in der Vergangenheit verankert. Nichts, das in Walters beinahe 60-jährigem Leben schief läuft, ist seine Schuld. Nicht seine grummelige Art, durch die er Leute auf Distanz hält. Nicht das seit Jahrzehnten zerrüttete Verhältnis zu Ex-Frau und Kindern. Nicht der aus dem Ruder laufende Streit mit einem seiner Kunden, der für die Post schnell untragbar wird. Walter wird vor die Wahl gestellt: erzwungener Frühruhestand oder eine Versetzung in die Christkindl-Filiale. Weil Walter sich den Frühruhestand finanziell nicht leisten kann und gar nicht wüsste, was er tun soll, wenn sein einziger Lebensinhalt wegfällt, entscheidet er sich für die Christkindl-Filiale. In Engelskirchen verbringt er seine Tage damit, Briefe ans Christkind zu lesen und vorgefertigte Antwortschreiben zurückzuschicken. Schnell ist er frustriert von dem Egoismus und der Konsumgier der Briefeschreibenden. Bis ihm Bens Brief in die Hände fällt. Der 10-jährige Ben, der an Gott schreibt, einen Freund braucht und sich um seine kranke Mutter sorgt. Aus einem Impuls heraus antwortet Walter ihm – als Gott. Ein Briefwechsel entsteht, der die Leben der beiden nachhaltig beeinflussen wird.

Der grantige Walter war mir sofort sympathisch, ich habe mich köstlich über seine ausartende Kriegsführung mit seinem Kunden amüsiert. Doch dies war nur die Oberfläche. Über die Seiten hinweg habe ich Walter kennengelernt, hinter die Fassade geblickt, den weichen Kern hinter der harten Schale entdeckt. Langsam, Schicht um Schicht erkennen wir Walter. Erfahren seine Vergangenheit, die Schicksalsschläge, die sein Jetzt formen und prägen. Und beginnen zu verstehen. Gleichzeitig ist da der kleine Ben, konfrontiert mit Situationen und Gefühlen, die größer sind als er. Obwohl zu viel auf seinen kleinen Schultern liegt, besticht er durch seine Lebensfreude, seine Hoffnung und erobert sich einen Platz in Walters lange vernachlässigtem Herzen. Doch lest am besten selbst!

»Kein guter Mann« ist ein Roman fürs Herz. Er spielt in der Weihnachtszeit und ist doch so viel mehr als eine Weihnachtsgeschichte. Das Buch hat emotionale Tiefe und eine lockere Art der Erzählung, die der Geschichte gerade genug Tragik nimmt und durch Charme ersetzt, sodass diese Geschichte beides ist: tragisch und schön, frei von Kitsch, dafür aber mit jede Menge Feingefühl. Ein alter Mann und ein kleiner Junge. Beide einsam und hilflos auf ihre Art, die sich gegenseitig den Halt geben, den jeder der beiden so dringend braucht. Anhand von Walters Schicksal zeigt »Kein guter Mann« wie komplex es ist, ein Mensch zu sein. Warum wir sind, wie wir sind, und was uns zu dem gemacht hat. Dass es dem Leben egal ist, wie gut oder schlecht wir sind, denn manchmal ist das Leben einfach nicht fair.

Der Roman hat mich daran erinnert, wie wichtig es ist, die Hand auszustrecken, wenn jemand sie braucht. Wie wichtig es ist, jemanden nicht nur nach dem Äußeren zu beurteilen, sondern in die Seele zu blicken. Da zu sein, loslassen zu können. Eine herzerwärmende und -zerreißende Geschichte über Freundschaft, gebrochene Herzen, sanfte Annäherungsversuche und Hoffnungsschimmer. Auf seine ganz eigene, leise Art ist dieses Buch ein kleines Highlight für mich, ein absolutes Herzens- und Wohlfühlbuch, das die ein oder andere Überraschung bereithält, und der Seele Licht und Wärme schenkt. Solltet ihr auf der Suche sein nach einer Geschichte, die euch sanft umarmt, dann bitte, lest »Kein guter Mann«.
Profile Image for Claudia Stückner.
635 reviews5 followers
September 30, 2023
"Man sollte sich bemühen, auf jeden Brief, auch den geringsten, eine besondere Sorgfalt zu verwende." (Joseph Stanislaus Zauper)
Postbote Walter ist nicht gerade beliebt bei seinen Kollegen und Vorgesetzten. Wegen eines schwerwiegenden Vorfalls wird der 60-jährige Walter deshalb in die Christkindfiliale nach Engelskirchen verbannt. Nicht gerade eine Beschäftigung, die sich Walter für die Zeit vor seinem Ruhestand erwünscht hat. Besonders als er entdeckt, was sich die Kinder heutzutage alles vom Christkind wünschen. Allerdings entdeckt er eines Tages einen Brief an den lieben Gott. Der 10-jährige Ben fragt darin Gott, wie man einen Klempner ruft. Nach und nach entwickelt sich zwischen den beiden ein reger Brief und E-Mail Austausch, in dem er immer mehr über Ben erfährt. Nicht nur, dass der Junge keine Freunde hat, scheint seine Mutter depressiv zu sein und sich viel zu wenig um ihn zu kümmern. Dabei wird Walter an seine Familie und Probleme der eigenen Vergangenheit erinnert. Ob Walter Ben helfen kann und Ben vielleicht sogar ihm?

Meine Meinung:
Speziell der Klappentext hat es mir angetan und mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Kannte ich den Autor ja schon von einem anderen Buch, welches mir gut gefallen hat. Dass mich allerdings dieses Buch zum Schmunzeln und am Ende sogar immens zu Tränen rührt, hatte ich nicht erwartet. Die Geschichte handelt vorwiegend in der Gegenwart, doch wir tauchen außerdem immer wieder in Walters Vergangenheit ein. Dadurch erfahre ich, weshalb Walter sich immer mehr vom netten Menschen zum Eigenbrötler und Fiesling entwickelt hat. Dies sind im Besonderen die Szenen, die mich am meisten berühren, genauso wie der Briefkontakt mit Ben. Im Grunde spüre ich schon recht schnell, dass Walter eigentlich ein gutes Herz hat und er sich in Bens Erzählungen ein wenig wiedererkennt. Kurzerhand schlüpft er in die Rolle Gottes und möchte so Bens Leben verbessern. Doch kann er das wirklich? Was maßt er sich an, Gott zu sein und das Leben eines Kindes in die Hand zu nehmen, wo er doch sein eigenes nicht im Griff hat? Wie schon bei seinem Buch "Fräulein Hedy träumt vom Fliegen" hat mich auch die warmherzige, teils traurige Geschichte von Walter extrem berührt. Kein Wunder, weshalb Andreas Izquierdo zu den Bestsellerautoren gehört. Weil seine Geschichten berühren, er Schicksale aufzeigt und uns das Alltägliche widerspiegelt, das jederzeit uns ebenso passieren kann. Ich hätte am liebsten Ben selbst geholfen oder Walter am Ende in den Arm genommen, so berührt hat mich dieser Plot. Besonders hervorzuheben sind die tollen Charaktere, der betroffene, eingeschüchterte Ben, der keine Freunde hat und so feinfühlig ist. Dagegen der einsame Walter, der oft nörglerisch, nervig und dickköpfig ist und derweil genauso warmherzig, mitfühlend und liebevoll erscheint. Zudem zeigt uns Walters Geschichte, wie schnell Menschen und sogar die eigene Familie einen nur durch Hörensagen verurteilen, obwohl man unschuldig ist. Gut nur, wenn dann ein kleiner Junge einem vertraut, glaubt und einen anders einschätzt. Für mich ist dieses Buch ein Highlight, welches ich gerne weiterempfehlen und 5 von 5 Sterne gebe.
Profile Image for Dunja Brala.
630 reviews51 followers
November 18, 2023
Ründeroth, Engelskirchen, Overath und Lindlar, das sind alles Orte, die nicht weit von meinem zu Hause und mir sehr bekannt sind. Das allein reichte mir als Grund, mich für diesen Roman zu interessieren. Dass da so viel mehr drin steckt ist natürlich wunderbar, wenn es mir auch mehrfach das Herz gebrochen hat.

Walter ist ein einsamer Mann. er arbeitet für die Post und lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Dass sein Verhalten oft konfliktträchtig ist, führt zu einer Versetzung ins Postamt des Christkinds nach Engelskirchen. Hier soll er die vielen Wunschbriefe der Kinder beantworten und gerät an einen ganz besonderen Wunschzettel, dem von Ben, der Hilfe bei Gott sucht und um einen Klempner bittet. Walter wundert sich und schlittert in einen schriftlichen Austausch mit dem Zehnjährigen.
Im Laufe der Geschehnisse vermischen sich die Schicksale der Menschen mit denen Walter zu tun hat und seine eigene Vergangenheit. Ihm wurde nämlich im Leben übel mitgespielt. Er hat alles was er sich gewünscht hat, erreicht und alles wieder verloren. Und er ist sich immer sicher, dass die Schuld, die auf seinen Schultern lastet, ihm Andere aufgebürdet haben. Ob das so ist, müsst ihr selber lesen. Weihnachten ist dabei der Zeitpunkt im Jahr, an dem sich die meisten Dramen abgespielt haben.
Dies ist kein Roman, der eine weihnachtlich, heimelige Idylle vermittelt. Auch mit Religiösität hat das hier gar nichts zu tun. Hier geht es um Menschen, die zwar miteinander reden, sich aber nicht richtig zuhören. Es geht um Familie und dem Wunsch für einander da zu sein, und der Unzulänglichkeit dies auf die Reihe zu kriegen. Es geht um einen Mann, der durch andere Menschen ins Unglück getrieben wird, und dem die Mittel fehlen, sich daraus zu befreien. Und es geht um Schuld, die keine ist, um Vergebung und um spießbürgerliche Selbstbesoffenheit die den freien Blick auf die Wahrheit verbaut
Ich bin sehr berührt worden von dieser Geschichte und habe viele Tränen vergossen für die Menschen, denen es so geht wie in diesen im Buch. Denn das ist das ganz Besondere an dieser Geschichte: Die Protagonisten sind aus dem wirklichen Leben. Auch wenn es bitter ist, kann vieles in unserer Realität genauso laufen. Die Figuren sind unwahrscheinlich lebensnah gezeichnet. Ich hatte das Gefühl, dass ich sie alle schon kenne. Mir sagt das einmal mehr, dass wir genauer hinschauen und vor allem besser zuhören sollten. Und das uns das Be- und Verurteilen von Lebenswegen und Verhaltensweisen Anderer solange nicht zusteht, bis wir nicht die volle Wahrheit kennen. Und was ist schon die volle Wahrheit? Kennen wir die überhaupt?
Andreas Izquierdo hat wirklich eine glaubwürdige und emotionale Geschichte geschaffen, die ich nicht so schnell vergessen werde, und die zu Tränen rührt.

140 reviews1 follower
December 16, 2023
Eine bittersüße Weihnachtsgeschichte

Inhalt: Walter, von Beruf Postbote, ist ein Mann der Prinzipien. Dementsprechend konsequent reagiert er, als ihn auf seiner Postrunde ein ungestümer Autofahrer mit dem Inhalt einer Pfütze überschwemmt. Allerdings: Mit seiner Aktion macht Walter sich nicht überall Freunde; seine Vorgesetzten befürchten einen Imageschaden für die Post – und wollen den kurz vor der Rente stehenden und damit (nahezu) unkündbaren Walter aufs Abstellgleis befördern. Ehe Walter es sich versieht, findet er sich in der Engelskirchener Christkindpostfiliale wieder, wo er sich mit Wunschzetteln herumschlagen muss, die wenig mit dem Geist der Weihnacht zu tun haben. Doch dann fällt ihm der Brief des zehnjährigen Ben in die Hände, der scheinbar dringend Hilfe benötigt. Walter antwortet ihm – wodurch eine ungewöhnliche Brieffreundschaft entsteht…

Persönliche Meinung: „Kein guter Mann“ ist ein Roman von Andreas Izquierdo. Erzählt wird die Handlung des Romans von einem allwissenden Erzähler, der häufig in die Perspektive von Walter schlüpft. Eine große Stärke von „Kein guter Mann“ ist die Zeichnung des Protagonisten, der insgesamt sowohl lebendig als auch vielschichtig dargestellt wird. Walter hatte es in seinem Leben nicht immer einfach: Von seiner Frau lebt er getrennt, mit seinen Kindern hat er nur sporadisch Kontakt. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein Stinkstiefel, allerdings zeigt sich im Laufe der Handlung, dass er sein Herz auf dem rechten Fleck trägt. Die Handlung des Romans setzt sich aus zwei Erzählsträngen zusammen: Der erste Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt, dreht sich um Walters Beziehung zu seinen Kindern, dem Briefwechsel zwischen Ben und Walter und den Hilfsaktionen, die Walter durchführt, um Ben zu unterstützen. Dieser Gegenwartsstrang wird mehrfach durch Rückblicke in die Vergangenheit Walters unterbrochen, in denen sich schrittweise offenbart, wie Walter zu der Person wurde, die er heute ist (Spannung, Tempo und Dramatik dieser Rückblicke sind wirklich perfekt!). Ohne zu viel verraten zu wollen: Walters Geschichte ist nicht zwangsläufig fröhlich, sondern oftmals bittersüß bis tragisch. Ebenfalls sehr gut gelungen ist die authentische Schilderung der Handlungsorte des Romans (Engelskirchen, die Christkindpostfiliale und Ründeroth im Bergischen Land). Wie der Handlungsort „Christkindpostfiliale“ schon nahelegt, spielt der Roman in der Weihnachtszeit, sodass sich die Lektüre besonders (aber nicht nur) im Advent lohnt. Der Schreibstil von Andreas Izquierdo ist anschaulich, ungemein eingängig und immer mit einer Prise Humor gewürzt. Insgesamt ist „Kein guter Mann“ eine bittersüße Weihnachtsgeschichte, die mit einem vielschichtigen Protagonisten auftrumpft.
Profile Image for Gisela.
359 reviews15 followers
January 27, 2024
Meine Meinung:

Wenn Gott ein Postbote wäre ...

Es kommt nicht allzu oft vor, dass ich ein Buch an einem Nachmittag lese. Bei *Kein guter Mann* hätte ich war wahrscheinlich noch nicht mal bemerkt, wenn das Haus in Flammen steht. Das liegt zum einem, an dem verschrobenen Postboten Walter. Zum anderen an der warmherzigen Geschichte, die auf jeglichen Kitsch verzichtet.

Walter hat die Begabung sich unbeliebt zu machen. Ich fand sein Verhalten total amüsant. Ganz ehrlich, er konnte ja oftmals wirklich nichts dafür. Die Umstände sprachen aber leider oft gegen ihn. Ob in der Gegenwart oder in der Vergangenheit. Besonders in der Vergangenheit habe ich begonnen, Walters Verhalten in der Gegenwart zu verstehen.

Dann hat er zu allem Übel noch zwei Vorgesetzte mit dem Namen Sabine. Sabine 1 versetzt ihn in die Christkindfiliale, bei der man Briefe von Kindern beantwortet. Walter ist davon mehr als genervt. Bis er einen Brief von dem kleinen Ben erhält, der an den lieben Gott schreibt. Das ist der Beginn von einem Briefaustausch, der Walter sehr zu Herzen geht. Obwohl Sabine 2 ihm verboten hat selbst auf Briefe zu antworten,(seine Antworten waren nicht unbedingt charmant,) schreibt Walter dem kleinen Ben zurück. (Und das sogar nett!) Sein Absender: Gott!

Ich mag den geschiedenen Postboten total gerne. Selten hat mich ein Protagonist so berührt wie er. Ich durfte den jungen Walter kennen lernen. Konnte nicht fassen, was alles mit ihm passiert ist. Seine Exfrau dagegen ist einem großen Irrtum aufgesessen, den ihr eigener Vater verschuldet hatte. Sie entzog ihm das Besuchsrecht für seine Kinder. Damit hat sie Walter zu einem sehr unglücklichen Mann gemacht. Überhaupt wurde sein Herz einige Male gebrochen. Dabei darf man echt froh sein, wenn man so einen Menschen wie ihn um sich hat. Die Auf und Abs in seinem Leben hätten so manchem das Genick gebrochen. Sein Tun und Handeln ist- und war stets von totaler Ehrlichkeit geprägt. Leider manchmal mit fatalem Ausgang.

Ich musste mehrmals lachen und weinen. Das Lesen dieses Buches ist ein einziges Auf und Ab der Gefühle. Weihnachtliche Stimmung versprüht es auch. Der alte Postbote hilft dem kleinen Ben. Ben ist, ohne es zu wissen, auch eine große Hilfe für Walter. Die Geschichte kommt absolut spannend daher. Rein gar nichts war für mich vorhersehbar. Ob im beruflichen oder familiären Bereich, alles kam anders, als ich es erwartet hätte. Der Schreibstil liest sich wie Butter.

Fazit:

Bitte lest diese wunderbare Geschichte! Das Ende hat mich fassungslos zurück gelassen. Ein großes Dankeschön Andreas Izquierdo. Den Alltag bei der Post haben sie sehr gut beschrieben.
1,434 reviews8 followers
October 6, 2023
Eine Geschichte die mich tief berührt hat.

Der Postbote Walter ist ein etwas kauziger Mann. Vor allem ist er einsam.
Er ist geschieden und hat nur mit seiner Tochter Kontakt, der aber immer wieder durch Meinungsverschiedenheiten unterbrochen wird.
Auch beruflich ist er nicht überall beliebt. Zwischen Walter und einem Kunden herrscht Krieg. Aus diesem Seine Vorgesetzte die Walter gerne im vorzeitigen Ruhestand sehen würde versetzt ihn in die Christkindfiliale.
Aber auch hier glänzt Walter nicht gerade. Wenn er die Briefe der Kinder liest und was die sich alles Wünschen schwillt ihm der Kamm.
Nur der Brief des kleinen Ben an den lieben Gott berührt ihn sehr.
Und Walter tritt mit Benn in einen regen Briefwechsel, wobei er sich als Gott ausgibt.

„Kein guter Mann“ von Andreas Izquierdo ist eine Geschichte die mich tief berührt hat.

Im Mittelpunkt steht der Postbote Walter.
Er ist ein Einzelgänger und kauzig und brummelig.
Mit Herrn Leyendecker, einem Kunden hat er einen Streit der ausufert.
Es ist zum Schmunzeln wenn man liest wie die beiden Männer sich gegenseitig Hochschaukeln.
Zur Folge hat es, dass Walter in die Christkindfiliale strafversetzt wird.
Man konnte sich beim lesen schon denken, dass Walter auch hier nicht glänzen wird.
Berührend sind die Brief- und E-Mailwechsel die zwischen Walter und dem kleinen Ben, der an den lieben Gott geschrieben hat entstehen.
Walter beantwortet jeden Brief von Ben als liebe Gott.
Es hat mich sehr berührt wie Walter, der sich eigentlich nicht für seine Mitmenschen interessiert sich auf einmal um den kleinen Ben sorgt und ihm eine Freude bereiten will.

Zwischendurch gibt es Rückblenden in das frühere Leben von Walter. Ihm wurde einst übel mitgespielt. Nach und nach versteht man warum Walter so ein kauziger und grummeliger Mensch geworden ist der sich vor der Welt verkriecht.

Andreas Izquierdo erzählt die Geschichte auf eine eindrucksvolle Art.
Seine Charaktere sind sehr lebendig. Walter mochte ich gleich trotz seiner abweisenden Haltung.
Das Buch war zum Teil humorvoll und zum Teil traurig. Beides liegt hier sehr nahe beieinander.
Je länger ich die Briefe und Mails zwischen dem Walter alias der lieben Gott und Ben gelesen habe so weniger konnte ich das Buch aus der Hand legen.
Es war schön zu sehen wie Walter durch die Briefe aufgeblüht ist.
Aber wie schon geschrieben Humor und Trauer liegen eng beieinander und am Ende hatte ich Tränen in den Augen.
34 reviews1 follower
December 12, 2023
Was macht (k)einen guten Menschen aus?

Dieses Buch ist wie der Hauptprotagonist selbst. Auf den ersten Blick hat man ein klares Bild davon, was einen erwartet. Doch je mehr man sich auf beides einlässt, umso deutlicher wird, wie sehr man sich vom ersten Eindruck täuschen lässt.
Walter ist Postbote mit Leib und Seele. Mit seiner Überkorrektheit und Regelkonformität, die er akribisch auch von anderen einfordert, eckt er natürlich im Privaten sowie Beruflichen ziemlich an. Er ist geschieden, das Verhältnis zu seinen Kindern mehr als angespannt. Seine Chefin möchte ihn einfach nur in den Vorruhestand schicken. Als letzten Ausweg bleibt ihm nur die Versetzung in die Christkindfiliale. Für einen beinahe misanthropen Menschen wie Walter, scheint dies die Höchststrafe zu sein. Doch als ihn der Brief vom kleinen Ben erreicht, verändert dies das Leben beider. Beginnt hier ein Weihnachtswunder? Es scheint alles nach dem altbekannten Schema abzulaufen. Ein griesgrämiger alter Mann, wird durch den Einfluss eines Kindes an Weihnachten mit der Welt versöhnt und für beide wird am Ende alles gut. Doch lasst euch nicht täuschen. Dies ist bei Weitem kein Weihnachtswohlfühlroman, wie man ihn sonst kennt. Es kommen viele ernste Themen zu Sprache, die mir auch im Nachhinein noch sehr unter die Haut gingen.
Trotz seiner zynischen Art, war mir Walter von Anfang an sehr sympathisch oder vielleicht gerade auch deswegen. Ich ertappte mich sogar zu Beginn dabei, dass ich mir wünschte, er wäre noch etwas bissiger in seinen Äußerungen. Dennoch ist Walter schon sehr direkt und sagt frei heraus, was er denkt, ohne darauf zu achten, ob er die Gefühle anderer damit verletzten könnte. Eigentlich ist es ihm schlichtweg egal was andere von ihm denken. Trotzdem spürt man bei Walter, besonders in Bezug auf seine Familie eine tiefe Verbitterung. Man könnte meinen, dass er es durch die Art wie er seine Mitmenschen behandelt verdient hätte allein zu sein. Doch wird niemand so geboren. Zum größten Teil formt erst das Leben selbst einen Menschen. So ist es auch bei Walter. Die Rückblicke seines Lebens nehmen einen Großteil der Geschichte ein. Auch wenn einige Passagen belanglos erscheinen, so ist doch jedes Puzzleteil wichtig, um am Ende das große Ganze erkennen zu können. Man lernt Walter als jungen Burschen kennen, der freundlich, beliebt und voller Träume war. Er war zeit seines Lebens stets ein loyaler Mensch, der die Bedürfnisse und Wünsche anderer stets über die seine gestellt hat.
Und in den Augen anderer war er immer ein guter Mann. Doch was macht einen zu einem guten Menschen? Ist es unser Wesen, unser Leben an sich oder ist es die Gesellschaft, die uns diesen Titel verleiht? An Walter merkt man nur zu deutlich, wie schnell man vor anderen in Ungnade fallen kann. Gerade gefährliches Halbwissen und verletzte Gefühle tragen meist dazu bei. Diese Stigmatisierung kann das ganze weitere Leben prägen. Es machte mich betroffen und wütend, womit sich Walter alles konfrontiert sah. Und je mehr ich in seine Vergangenheit eintauchte, desto bedeutsamer wurde mir sein Lieblingssatz „Nicht meine Schuld“, der sich wie ein Mantra durch sein gegenwärtiges Leben zog. Der kleine Ben war ein sehr faszinierender Charakter. Trotz der Last auf seinen Schultern war Ben so unfassbar freundlich und hoffnungsvoll. Ich bewundere ihn für seine innere Stärke und Verantwortungsbewusstsein. Sein Schicksal ging mir sehr nah.
Die Konversationen zwischen Walter und Ben waren trotz der Schwere sehr unterhaltsam. Diese auch optisch in Briefform darzustellen mochte ich sehr. Mir gefiel es außerdem, dass Walter zwischendurch Gewissensbisse hatte, sich als Gott in Bens Leben einzumischen. Denn, wie er einige Male feststellen musste, ist gut gemeint nicht immer auch gut gemacht. Ich bin sehr froh, dass die Beiden sich gefunden haben. Man könnte es glatt Schicksal nennen. Aber macht es nicht auch ein wenig traurig, dass man durch eine fremde Person manchmal mehr Halt findet, als durch einen Nahestehenden?
Der Schreibstil war sehr angenehm und flüssig. Humor und Tragik waren gut herausgearbeitet. Ich habe die Personen und deren Gefühle förmlich spüren können. Der unaufgeregte Erzählstil machte die Schwere der angesprochenen Themen sehr dramatisch. Die psychologischen Aspekte gaben die besondere Spannung. Dennoch hatte die Geschichte ein paar Längen.
Besonders das Ende hat mich schwer getroffen und ich weiß bis heute nicht, wie ich damit umgehen soll. Es traf mich völlig unvorbereitet und ließ mich ein wenig zerbrochen zurück. Wie ich anfangs schon sagte, dies ist kein Weihnachtswohlfühlroman.
Profile Image for Wiebke.
694 reviews4 followers
December 19, 2023
Berührend

Walter ist Postbote und ziemlich gut darin, sich unbeliebt zu machen. Mit knapp sechzig wird er schließlich in die Abteilung für unzustellbare Briefe strafversetzt: in die Christkindfiliale der Post in Engelskirchen. Natürlich ist niemand schlechter für den Job geeignet als er.
Eines Tages erreicht ihn ein Schreiben an den lieben Gott. Es stammt vom zehnjährigen Ben. Er will weder Handy noch Playstation, sondern nur wissen, wie man einen Klempner ruft. Walter antwortet vage und bekommt einen zweiten Brief, in dem Ben den lieben Gott ganz schön zusammenfaltet: Warum hilft er ihm nicht?
Walter beginnt einen Briefwechsel mit Ben – selbstverständlich als Gott. Er erfährt immer mehr über das Leben des Jungen, der allein mit seiner depressiven Mutter lebt. Mehr als alles andere wünscht Ben sich einen Freund. Unterdessen naht Weihnachten, und Walter ist mit seinem eigenen Familiendrama beschäftigt: Die Beziehungen zu seinen Kindern sind kompliziert, geschieden ist er lange schon, und da ist diese schwere Schuld aus seiner Vergangenheit, die ihm einfach keine Ruhe lässt. Vielleicht kann Walter ja Ben helfen – und Ben Walter?

„Kein guter Mann“ von Andreas Izquierdo ist kein klassisches Weihnachtsbuch aber perfekt für die Vorweihnachtszeit.
Wir begleiten den etwas mürrischen Walter durch eben genau diese Zeit. Wir erfahren, warum er in die Christkindlfiliale versetzt wurde, warum er überhaupt Postbote ist, wir lernen seine Familie und die dazugehörigen Probleme kennen, erfahren viel über seine Vergangenheit und wir erleben mit, wie er die Briefe des Jungen Ben bekommt und als Gott antwortet.
Schon alleine die Idee des Buchs hat mich wirklich gereizt und den Scheibstil des Autors mag ich sowieso sehr gerne.
Die Umsetzung ist wirklich gut gelungen. Walter ist ein eigensinniger Charakter, den ich ziemlich schnell ins Herz geschlossen habe. Ich mag seine brummige Art, unter der man ein gutes Herz sofort erahnen kann und ich mag irgendwie, wie er mit den Dingen umgeht.
Walters Geschichte, verknüpft mit Bens berührt mich und nimmt mich mit. Sie geht tiefer als man glaubt und ist alles andere als eine klassische Weihnachtsgeschichte.
Auch das Ende war stimmig.
Ein weiteres Buch des Autors, welches ich auf jeden Fall empfehlen kann.
Profile Image for Martina Meyen.
153 reviews3 followers
September 18, 2023
Das Cover zeigt Walter, den Postboten mit Prinzipien. Ich mag ihn von Anfang an, auch wenn er viele Eigenschaften hat, die ihn für manche Menschen unsympathisch wirken lassen.

Ich darf Walter eine Weile begleiten. Ich amüsiere mich über den Eigentbrötler mit Prinzipien, der richtig gute Ideen an den Tag legt. Auch um sich für Dinge, die in seinen Augen nicht ok sind, zu revanchieren. Als er es dann eines Tages zu weit treibt, wird er in die berühmte Christkindfiliale nach Engelskirchen versetzt. Das ist gar nicht so weit von meinem Wohnort entfernt und existiert tatsächlich. Auch dort macht Walter sich nicht nur Freunde.

Amüsant und mit der gewohnten Prise Poesie lässt Andreas Izquierdo mich teil haben an Walters Veränderung. Denn die passiert, als er einen Brief von Ben in die Hand bekommt. Ich musste sehr oft schmunzeln und manchmal auch ein Tränchen wegblinzeln. Denn der kleine Ben hat das Herz auf dem rechten Fleck. Genau wie Walter, auch wenn man das nicht auf den ersten Blick bemerkt.

Ich finde so viel Wahres und auch Trauriges und ich muss gestehen, dass diese Geschichte mich ganz besonders berührt hat. Ich erfahre immer mehr über Walters Vergangenheit, die ihn zu dem Menschen gemacht hat, den so viele nicht mögen.

Ich habe schon einige Bücher von Andreas Izquierdo gelesen. Viele seiner Hauptpersonen sind schräge Zeitgenossen mit ganz vielen Ecken und Kanten. Die Geschichten haben eines gemeinsam, sie werden in einer einzigartig schönen Sprache erzählt.

Mein Lieblingssatz:

„Es heißt, wenn wir etwas tun, wovon wir später nicht wissen, warum wir es getan haben, es aber ein schicksalhaftes Ereignis auslöst, dass uns in diesem Moment ein Engel etwas ins Ohr flüstert, was wir zwar nicht hören, aber doch mit dem Herzen verstehen können.“

Aber es sind nicht nur wunderschöne Sätze wie dieser. Andreas Izquierdo greift einige interessante Themen auf, die mich sehr ansprechen. So gibt mir das Buch nicht nur Gründe zum Nachdenken, sondern auch ganz viel Diskussionsmaterial im Freundeskreis.

Ich habe dieses Buch von der ersten Seite an geliebt und am Ende musste ich weinen. Warum … ja, das solltet ihr selbst lesen!
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