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257 pages, Kindle Edition
First published September 4, 2023
"Die Sozialwissenschaftlerin Habermann hat recht, wenn sie festhält: Recht war und ist durch männliche Sichtweisen geprägt. Auch das Strafrecht entspringt ungleichen Machtverhältnissen zwischen den Geschlechtern, in denen männliche Interessen bestimmend sind. Die mangelnde Repräsentation von Frauen im Recht – insbesondere in der Entstehung und Entwicklung des Rechts – führt dazu, dass ihre Sichtweisen und Interessen weniger berücksichtigt werden."
"Er tötet in dem Bewusstsein, dass der Verlust seines Ansehens durch das Dulden der Handlungen der Frau massiver ist als der, ein Frauenmörder zu sein. Wenn er auch für die Tötung bestraft wird, kann er doch auf Verständnis für seine Tat vertrauen, werden seine Verzweiflung, seine Verlustangst, seine Erniedrigung und sein Schmerz gesehen werden."
"Klaus Theweleit hat in seinem Buch Das Lachen der Täter die Ideologien von Attentätern analysiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Frauenhass Attentäter weltweit miteinander verbindet, unabhängig davon, ob sie ein geschlossenes rechtsextremes, antisemitisches oder islamistisches Weltbild haben."
"Rita Segato schreibt, dass ein Mann, der im Schutz des häuslichen Raums Frauen missbraucht und tötet, die von ihm abhängig sind, dies macht, weil er es kann – sie sind bereits Teil des Territoriums, das er beherrscht."
"Es könnte unter anderem daran liegen, dass es hier erstaunlich gut gelingt, den Anschein der Gleichstellung der Geschlechter zu erwecken. Auch daran, dass es besonders gängig ist, Opfer und Taten zu individualisieren und den Opfern eine Mitschuld zu geben. (…) statt zu fragen, was sind das für Männer, welchen Männlichkeitsbildern folgen sie? Warum hat sie niemand gestoppt?"
"Jede*r hat schon einmal mit einem Gewaltopfer gesprochen, mit einem Täter scheinbar niemand. Die gibt es im eigenen Bekanntenkreis gar nicht."
"Wer eine gerechte Gesellschaft für alle will, dem kann es nicht um Teilhabe an Macht gehen, sondern der muss für ihre Abschaffung kämpfen."