Jens Notroff zeigt anschaulich und mit Humor den Forschungsalltag in der Archäologie und gibt spannende Einblicke über den Schaufelrand hinaus.
Antike Fallen und uralte Flüche – oder doch eher steinzeitliche Versammlungsstätten und bronzezeitliche Waffen? Jens Notroff war an Ausgrabungen von Skandinavien bis zum Nahen Osten beteiligt. Längst findet archäologische Forschung aber nicht nur in bröckelnden Ruinen statt, sondern in musealen Sammlungen, Laboren – und im digitalen Raum. Wie lebten unsere Vorfahren, wie gestalteten sie ihre Umwelt? Mit welchen Problemen sahen sie sich konfrontiert – und welche Lösungen konnten sie dafür finden? Die Archäologie erlaubt es uns, Jahrtausende Revue passieren zu lassen. Und Antworten auch auf Herausforderungen von heute zu geben.
Ein wirklich empfehlenswerter und gut lesbarer kurzer Einblick in Stand und Praxis der Archäologie - besser und freundlicher kann man beides kaum vermitteln. Jens Notroff nimmt uns mit auf Ausgrabungen, an denen er als Archäologe beteiligt war und erzählt die Schritte, die dafür nötig sind, wo sie historisch herkommen und wie sie sich im Lauf der Zeit verändert haben, die äußeren Bedingungen von Ausgrabungen, die Werkzeuge und Technik, die dafür verwendet werden - alte und neue. Außerdem erfahren wir, was mit dem Entdeckten anschließend passiert. Besonders charmant fand ich die Einblicke in typische Marotten von Archäolog*innen - und freute mich mit Notroff darüber, dass er einen Beruf hat, bei dessen Nennung viele mit "Ach, das wollte ich auch mal werden!" reagieren, wer sonst erlebt das wohl?