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Harmonia Caelestis besteht aus zwei großen Teilen: Das erste Buch "Numerierte Sätze aus dem Leben der Familie Esterházy" versammelt 371 Textabschnitte, die ohne Chronologie durch die Jahrhunderte springen, ein Vexierspiel aus historischen Episoden, kuriosen Anekdoten, traurigen und heiteren Reverien, in denen der Vater als allgegenwärtige Chiffre fungiert. Die literarische Genealogie vergegenwärtigt noch einmal das "Esterházysche Feenreich" (Goethe), als könne sie erst so dessen Entzauberung richtig nachvollziehen. Denn dieser widmet sich das zweite Buch "Bekenntnisse einer Familie Esterházy", das von ihrem Schicksal im Ungarn des 20. Jahrunderts erzählt. Es ist die bewegende Geschichte von Enteignung, Unterdrückung und den Versuchen, sich trotz des plötzlich verfemten Namens in der Diktatur zu behaupten.
Der Kontrast zwischen dem Alles und dem Nichts, die Falltiefe innerhalb der Familiengeschichte birgt natürlich großes dramatisches Potenzial, das Esterházy mit seinem Reichtum an Stilmitteln meisterhaft in Sprache zu setzen versteht. Dabei sprühen immer wieder -- oft an überraschender Stelle -- humoristische Funken, etwa wenn sich in ein seitenlanges, altes Register wertvollen Mobiliars aus ehemaligem Familienbesitz plötzlich banale Alltagsgegenstände wie "1 klein schwartz kasstl cum instrumentis scriptorijs, in concreto Kugelschreiber mit Tesafilm umwickelt" einschleichen. Das scheinbar Spielerische, mit dem sich Esterházy auch in den tragischen Episoden vor jeglichem Pathos bewahrt, harmoniert bestens mit seinem scharfen, ungetrübten Blick für Menschliches und Allzumenschliches, der auch vor dem Grausamen und Lächerlichen nicht zurückscheut.
Knapp zehn Jahre schrieb Péter Esterházy an Harmonia Caelestis, seiner schriftstellerischen Bändigung der persönlichen Erblast. Das Ergebnis ist nicht nur wegen der über 900 Seiten ein großes Buch: gleichermaßen literarisches Denkmal einer berühmten Aristokratenfamilie und fassettenreiches Erinnerungsprotokoll, gesättigt mit ungarischer und europäischer Geschichte, Opus magnum, als auch fesselnde Studie der menschlichen Natur in der ewigen Grenzsituation zwischen Herkunft und Zukunft. "Auch wenn es aus der Wirklichkeit geschöpft wurde, sollte man es lesen, als wäre es ein Roman, und nicht mehr und nicht weniger davon erwarten, als ein Roman zu geben vermag (alles)." --Mathis Zojer
928 pages, Paperback
First published September 1, 2003
Fear and communists, everything here begins with them, and will end with them too, it seems.
People quickly grow tired of the good, look for something better, find something worse, then insist on it ever after for fear of something still worse to come.
Celestial Harmonies: (1990) All the world’s a stage art and pageantry in the Renaissance and baroque.Especially in its first part, reading Celestial Harmonies is like reading snippets from the life of demi-gods up there in Mount Olympus. The first person fragmented narrative goes anywhere you don’t know what the narrator will tell you next. It could be the chandelier, the contents of the treasure drawer, how much does the king-father loves his mother or his mistress, how the king father searches for his God, how does the father compare to God, etc. There are some bright and shining, amusing and amazing portions but there are also those that a mortal reader like me does not know anything about and just made me feel clueless or even bored. Wiki helped once in a while but there are just some parts that only maybe Hungarian readers know or can appreciate.