Silvester am Auf Norderney fiebern die Urlauber dem Feuerwerk entgegen. Auch Inselpolizist Martin Ziegler und Polizeipsychologin Ruth Keiser sind voller Pläne für das neue Jahr. Da zerreißt ein Knall den Winterzauber. Ein Unheil jagt in dieser Nacht das andere, bis eine Entführung am Neujahrsmorgen erst recht das Tor zur Hölle öffnet. Und niemand weiß: Was ist wahr? Was unwahr? Was Wirklichkeit? Und was Wahn? Ein Trip voller Angst beginnt. Die Würfel scheinen längst gefallen …
„Inselspiel“ von Anja Eichbaum ist der 6. Fall für Martin Ziegler. Für mich ist es das erste Buch der Reihe. Vorab ist ein Personenverzeichnis zu finden, was für mich sehr hilfreich war. Martin Ziegler und Anne Wagner haben freiwillig den Silvesterdienst als Polizist und Ärztin auf Norderney übernommen. Gerade, als in der Dienststelle das Essen auf den Tisch kommt, gibt es vor der Tür eine Explosion. Das soll nicht die einzige bleiben und nicht alle kommen von Böllern. Es ist der Beginn einer Reihe von dramatischen Ereignissen, bei denen Personen verschwinden, andere sterben. Martin weiß nicht mehr, wem er noch trauen kann und befindet sich bald in einem Ausnahmezustand. Die Handlung besteht aus drei Strängen. Zum einen geht es um Martin und Anne, die auf Norderney wohnen und arbeiten. Dann sind Daniela mit ihrem Mann Frank, die die Pension der alten Marthe Dirkens übernommen haben. Diese hat Wohnrecht im Haus und alle verstehen sich gut. Marthe ist manchmal etwas wunderlich, besteht aber auf ihrer Teezeremonie. Ein weiterer Teil beschäftigt sich mit der Psychologin Ruth und ihrem Partner, dem Journalisten Oskar, die in Bonn leben. Am Ende führen alle Stränge zu einem gut konstruierten und nachvollziehbaren Ende zusammen. Die Charaktere sind sehr verschieden und authentisch beschrieben. Allerdings konnte ich zu den meisten keine Bindung aufbauen. Martin kommt mir als Leider der Dienststelle zu nachgiebig vor. Seine Kollegen, besonders Silke, sind oft sehr respektlos ihm gegenüber. Er selber hadert mit seinen Selbstzweifeln, versinkt in Selbstmitleid, reagiert oft aufbrausend und beleidigt. Das alles hat sicher auch seinen Grund in der Vergangenheit, die ich nicht kenne, und seiner Krankheit. Er zerstreitet sich mit seinem Freund Gert von der Mordkommission Aurich. Frank macht seiner Frau Daniela klar, dass sie ihre Beziehung zu Marthe überdenken soll. Ruth fährt überstürzt von Bonn in den Norden, um eigene Ermittlungen anzustellen. Eigentlich macht jeder, was er will. Der Schreibstil ist gut. Allerdings fand ich, gerade zu Beginn der Kapitel, die Handlung oft sehr sprunghaft und dachte immer, ich hätte etwas verpasst, weil ich nicht wusste, wie die Situationen zustande kamen. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Vorgängerbücher nicht kenne, aber leider bin ich mit dem Buch nicht richtig warm geworden.
Dies ist bereits der 6 Fall um Inselpolizist Martin Ziegler, aber man kann das Buch auch wunderbar lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. Für mich war es sein erster Fall und ich kam mühelos mit, obwohl es vielleicht schöner ist, alle der Reihe nach zu lesen. Es ist Sylvester und Martin und seine Freundin Anna haben sich beide zum Dienst eintragen zu lassen. Martin auf der Wache, die in der Nacht noch zu einem Einsatz gerufen wird. Auch Anne hat als Ärztin im Krankenhaus einen Notfall, der alles verändern wird. Dieser Krimi lebt von den verschiedenen Handlungssträngen, die am Ende mühelos verwoben werden und es zu einem Showdown kommt, in dem sich alles auflöst und aufklärt. Aber bis dahin fesselt uns die Autorin mit verschiedenen Theorien, denen die Protagonisten nachgehen. Und ihre besondere Gabe besteht darin, jedes Unterkapitel mit einem Cliffhanger abzuschließen, sodass man auf jeden Fall dranbleiben will und weiterlesen muss. Martin sieht sich mit seinem persönlichsten Albtraum konfrontiert und kann bald nicht mehr unterscheiden, wer Freund und wer Feind ist. Auch sein Kollege vom Festland hat ihn bald in Verdacht selbst etwas mit den Vorkommnissen zu tun zu haben. Ein Kriminalroman, der von den einzelnen Charakteren lebt, die so bildhaft beschrieben werden, dass man sich mittendrin wähnt und nicht umhinkann, den einen oder die andere in sein Herz zu schließen. Mir hat gefallen, dass die Protagonisten so mitten aus dem Leben sind und auch schwierige Themen, wie das zunehmende Alter und die damit verbundenen Schwierigkeiten und psychische Erkrankungen thematisiert werden. Ein Buch, welches den Leser packt und immer wieder Fährten legt, auf die man hereinfällt. Man spekuliert und ermittelt mit und am Ende bleiben keine Fragen offen. Mir hat die Lektüre großen Spaß gemacht und ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt.
Das Cover des Buches hat mich direkt angesprochen. Das Bild wirkt auf mich sehr idyllisch und der Titel hat mich neugierig auf die Geschichte gemacht. Martin Ziegler ist Inselpolizist auf Norderney. Er lebt und arbeitet mit seiner Freundin Anne auf der beschaulichen Insel. Anne ist Ärztin im Krankenhaus und Beide müssen an Silvester arbeiten. Was Martin noch nicht weiß, es wird etwas Schreckliches passieren. Ein gewaltiger Schuss ist zu hören und es gibt Verletze. Anne verschwindet auf mysteriöse Weise. Martin kämpft mit seinen Dämonen und versucht fieberhaft den Spuren zu folgen. Marthe, die ehemaligen Pensionsbesitzerin und Daniela und Frank, die das Haus von Marthe übernommen haben und ein Hostel betreiben, versuchen Martin zu helfen. Doch dieser kapselt sich immer weiter ab und die Realität verschwimmt immer mehr in Wahn und Hirngespinsten. Kann Ruth, die Polizeipsychologin, etwas herausfinden? Die Spuren führen alle nach Lübeck. Wird man Anne lebend finden? Und ist vielleicht das Backgammon Spiel die Lösung? Der Krimi hat mir wirklich sehr gut gefallen. Charaktere waren tiefgründig und die Handlung war bis zum Schluss spannend. Die Kapitel hatten eine tolle Länge und der Schreibstil war für mich flüssig und verständlich zu lesen. Obwohl es bereit der 6. Fall für Martin Ziegler ist, konnte ich diesen problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Ich fand es wirklich gut, dass wichtige und ernste Themen wie Depressionen angesprochen wurden.
„Inselspiel“ ist bereits der sechste Kriminalroman von Autorin Anja Eichbaum in der Reihe mit Kriminalpsychologin Ruth Keiser und Inselpolizist Martin Ziegler, die auf Norderney ermitteln. Die 440 Seiten beginnen an Sylvester, Martin Ziegler, Dienststellenleiter der Polizei auf Norderney, sowie seine Freundin Anne Wagner, Krankenhausärztin im Inselhospital, haben sich beide zum Dienst einteilen lassen. Nach einem heftigen Knall wird Martin in dieser Nacht zu einem Einsatz gerufen und Anna muss zu einem Verletzten in die Notaufnahme, da beginnt eine Tragödie. Die Ärztin wird beim Patiententransport auf das Festland verschleppt, wird man sie rechtzeitig lebend finden? Der Schreibstil die Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen, dabei auch so bildhaft, dass der Leser die Orte der Handlung vor Augen hat. Mehrere anfangs noch lose Handlungsstränge und einige Personen werden dem Leser vorgestellt. Die Spannung steigert sich immer weiter. Die Auflösung hätte ich so nicht erwartet, dennoch ist das Ende logisch und positiv. Wie es nun mit Anne und Martin im nächsten Band weitergeht?