Jump to ratings and reviews
Rate this book

Egne steder - om skrivende kvinner, lidenskap og et lite hus på den franske landsbygda

Rate this book
«Det året jeg fylte førtien kjøpte jeg et hus i landsbyen Roquebrun sørvest i Frankrike. Huset var bare mitt. Jeg kjøpte det til meg selv, for lånte penger.» Slik starter Kristin Vallas fortelling Egne steder.

Inspirert av Virginia Woolfs klassiske essay Et eget rom legger Kristin Valla ut på en reise til Frankrike for å skaffe seg et sted å skrive. Med lånte penger og en uforløst roman kjøper hun et gammelt hus i en liten sørfransk landsby.
Drømmen om et eget rom er beskrevet av en rekke betydningsfulle forfattere gjennom historien. For mange ble rommene og husene livsprosjekter som gikk hånd i hånd med forfatterskapet. I Egne steder møter vi forfattere som Amalie Skram, Agatha Christie, Suzanne Brøgger og Halldis Moren Vesaas, idet de renoverer, innreder og dikter. Under hvilke forutsetninger blir litteratur til? Hvor langt går forpliktelsene som mor og ektefelle, og hva slags forpliktelser har man ovenfor seg selv som individ og menneske?

Egne steder er en fortelling om å skape rom for seg selv, om kreativitet, frihet, kjærlighet og estetikk.

229 pages, Hardcover

First published March 31, 2023

6 people are currently reading
231 people want to read

About the author

Kristin Valla

10 books10 followers
Kristin Valla is a Norwegian author. She has written three novels and a book of non-fiction on Dagny Juel.

Valla grew up in Finneidfjord in Northern Norway. She currently lives in Oslo with her husband and two sons.



Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
99 (53%)
4 stars
65 (34%)
3 stars
18 (9%)
2 stars
3 (1%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 27 of 27 reviews
Profile Image for Stine.
54 reviews5 followers
August 21, 2025
Er det lov å ønske seg et til eget sted når man bare bor på 14 kvadratmeter?
Profile Image for Ola.
56 reviews
June 12, 2023
Det beste eg har lest på lenge. Fin, audmjuk, empatisk og vakker forteljing om familie, behov for uttrykking og kva som er viktig i livet. Likar veldig godt implementeringa av historien til kvinnelege forfattarar, det føles både naturleg og viktig for forteljinga, og ingen av avsnitta blir for lange eller dryge. Ærleg og fint portrett av forfattaren sjølv. Dette kan truleg bli ein av mine favoritt-bøker nokon sinne. Elska den!
Profile Image for Dunja Brala.
606 reviews46 followers
April 26, 2025
Die Autorin hat ein Problem - es fällt ihr unglaublich schwer Romane zu schreiben, seit ihre Kinder auf der Welt ist. Nun stehen diese am Rande der Pubertät und sie sehnt sich danach nicht nur für Zeitschriften texte zu formulieren, sondern endlich wieder ein eigenes Buch in den Händen zu halten. Ein Raum zum Schreiben muss her. Mangels Geld wird sie nicht in Oslo und Umgebung fündig, sondern ersteht ein renovierungsbedürftiges Domizil in Südfrankreich. „Es wurde ein Haus für alle Jahreszeiten. Ein Haus für die Familie. Die meiste Zeit: ein Haus für mich.“ doch bis die Autorin das am Ende behaupten kann, vergeht viel Zeit und wir sind en Detail dabei, bis das Haus ein Heim wird. Ich hatte unglaublich viel Spaß daran, Schritt für Schritt mitzuerleben, wie Valla sich abmüht, Hürden überwinden muss und sich auf der Suche nach dem eigenen Geschmack im Details verliert. Ich wurde richtiggehend neidisch. Wie gern hätte ich die Möglichkeit es ihr nachzutun.

Der eigentliche Kern der Geschichte sind aber die schreibenden Frauen, und ihre Verbindung zu Orten, an denen sie tätig waren. Geschickt webt Valla mal kürzere mal längere Passagen in ihre Texte ein, die deutlich machen, wie schwer es für Frauen ist, auch schreibend ihren eigenen Weg zu gehen und welche Bedeutung Häuser, Wohnungen oder auch die Natur für sie beim Schreiben haben. Einige davon kannte ich wie zum Beispiel Patti Smith, George Sand, Tania Blixen oder die von der Autorin sehr verehrte Virginia Wolf. Doch es tauchten mindestens genauso viele mir unbekannte Schriftstellerinnen auf, wie zum Beispiel Halldis Moren Vesaas oder Edith Warthon, die ich mir dann ergoogeln wollte. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass mir das zu mühsam ist, denn die eingeflochtenen Bezüge, die Valla damit teilweise zu ihrem eigenen Leben herstellt, sind sehr häufig und sehr beiläufig. Es hätte mir glaube ich besser gefallen, wenn es weniger gewesen wären, die dafür aber pointierter in den Fließtext platziert worden wären. So haben mich diese Passagen oft nicht erreicht, meine Gedanken schweiften ab und ich wäre lieber wieder bei der Renovierung gewesen. Das mag aber durchaus an meiner aktuell mangelnden Fähigkeit liegen, mich auf diese Art von Lektüre zu konzentrieren.

Ein ruhiges Buch, dass es mir nicht leicht gemacht hat, dessen Potenzial aber deutlich zu erkennen ist. Für Menschen mit viel Muße, die ihr literarisches Allgemeinwissen erweitern möchten und vielleicht auch von einem Haus zum Schreiben in Frankreich träumen.
Profile Image for Anniken Kok.
Author 1 book12 followers
April 17, 2025
Hadde forventet å like denne. Hva er vel mer gjenkjennelig for meg enn en forfatter som trenger ro og et eget sted for å skrive?
Det jeg likte veldig godt, var forfatterens innstikk av kjente kvinners behov for å ha skrivingen for seg selv. Spennende lesing.

Videre opplevde jeg forfatterens egen beretning som sutrete, egoistisk, og jeg fikk lyst til å be henne skjerpe seg og bare skrive uten all dillinga. Bare skriv, og slutt å posere.
Profile Image for Sarah Gardenvalley.
29 reviews2 followers
July 14, 2024
I loved this book and the vibe it gave me. I loved learning about female writers and I fell in love with the french house. I wish I could get a little more story around the house, but I understand that this book wasn’t just about the house. All in all, I recommend everyone to read it.
Profile Image for Marie.
19 reviews1 follower
June 5, 2024
Denne hørte jeg på lydbok mens jeg malte veggene i mitt eget lille sted
Profile Image for Guro.
10 reviews
September 27, 2024
Fin! Om behovet for noe eget for å muliggjøre kreativ prosess og vanskelighetene ved å kreve og lage det stedet.
Veldig gjenkjennbart
Lydbok
Profile Image for Ane Ellasdatter .
877 reviews11 followers
September 21, 2025
Valla byr på refleksjon, inspirasjon og små forfatterportretter. Deilig lesning. 4,5 stjerner.
Profile Image for Seitenmusik.
394 reviews21 followers
April 1, 2025
Was bedeutet es, als Frau einen eigenen Raum zum Schreiben zu haben? Und was geschieht, wenn dieser Raum verloren geht? Diesen Fragen widmet sich Kristin Valla in ihrem Buch "Ein Raum zum Schreiben". Die norwegische Autorin, Journalistin und Lektorin wurde 1975 geboren und veröffentlichte bereits mehrere international beachtete Romane, darunter "Muskat" und "Das Haus über dem Fjord". In ihrem neuesten Werk verbindet sie persönliche Reflexionen mit literaturhistorischen Betrachtungen über Schriftstellerinnen, die sich ihren eigenen Platz in einer oft männlich dominierten Welt erkämpfen mussten.

Worum geht’s genau?

Kristin Valla stellt mit Anfang vierzig fest, dass sie sich selbst nicht mehr als Schriftstellerin betrachtet. Muttersein, Partnerschaft und berufliche Verpflichtungen haben dazu geführt, dass ihr kreativer Raum geschrumpft ist – ihr ehemaliges Arbeitszimmer wurde zum Kinderzimmer, und sie schreibt kaum noch. Um das zu ändern, begibt sie sich auf zwei Reisen: Eine führt sie nach Südfrankreich, wo sie nach einem eigenen Rückzugsort sucht, die andere auf die Spuren berühmter Autorinnen wie Daphne du Maurier, Selma Lagerlöf oder Toni Morrison, die sich unter oft widrigen Umständen ihren Platz zum Schreiben erkämpften. In einem essayistischen Stil erzählt Valla von den Herausforderungen weiblicher Kreativität und der Bedeutung eines eigenen Ortes – sowohl im physischen als auch im übertragenen Sinn.

Meine Meinung

Das Buch hab ich als Rezensionsexemplar angefordert. Das Cover hat mich zunächst nicht besonders angesprochen, doch der Klappentext war überzeugend – er erinnerte mich an "Frauen Literatur" von Nicole Seifert. Beim Lesen stellte sich jedoch heraus, dass "Ein Raum zum Schreiben" ein ganz anderes Werk ist: persönlicher, intimer und weniger sachbuchhaft (was nicht negativ gemeint ist).

Von der ersten Seite an hat mich Vallas Schreibstil fasziniert. Ihre Sprache ist leise, aber eindringlich, und sie schildert mit großer Klarheit, wie sich die Rolle einer Frau – insbesondere einer Schriftstellerin – durch Heirat und Mutterschaft verändert. Besonders eindrücklich beschreibt sie, wie das Leben von Frauen oft in Bezug auf ihre Beziehungen erzählt wird:
Nullpunkte werden im Leben von Frauen oft unterschätzt. Unsere Geschichten werden in der Regel mit dem Ausgangspunkt in unseren Beziehungen zu anderen erzählt, mit Kindern und Ehe als großes Vorher und Nachher des Lebens; auch diejenigen, die dies nicht erleben oder sich dagegen entscheiden, müssen sich dazu verhalten.
(S. 164)

Vallas Buch ist eine Mischung aus Selbstfindung und Rückbesinnung auf eigene Bedürfnisse. Das Haus, das sie in Südfrankreich sucht, wird zum Sinnbild für diesen Prozess – es ist ein Raum, der gestaltet, verändert und mit Bedeutung aufgeladen wird. Besonders beeindruckt hat mich die Art, wie Valla immer wieder andere Schriftstellerinnen in ihre Erzählung einbindet. Es entsteht eine literarische Ahnenreihe von Frauen, die alle eines gemeinsam haben: den Wunsch nach einem eigenen Ort, an dem sie schreiben können.

Ein besonders bewegendes Zitat stammt aus dem Buch:
Immer wenn ich in diese Räume zurückkehrte, war es, als ob sie mir etwas über mich erzählten, was ich selbst vergessen oder gar nicht gewusst hatte. Ein Gefühl, mir selbst zu begegnen und freudig davon überrascht zu sein, wer dieser Mensch in Wirklichkeit war.
(S. 126, E-Book). Diese Reflexion über den eigenen Raum als Spiegel der Identität fand ich besonders treffend.

Auch die Bedeutung eines Arbeitsraums wird immer wieder thematisiert. Valla schreibt:
Das Haus war nicht nur ein Ort, wo ich schrieb, sondern ein Ort, wo ich mich in Gedanken vertiefen, mich in meinen eigenen Kopf einklinken, Klarheit darin erlangen konnte, was ich wollte und was in mir wohnte.
(S. 169). Dieses Bedürfnis nach einem Rückzugsort kennen sicher viele kreative Menschen – besonders Frauen, die ihre eigenen Wünsche oft hinter anderen Verpflichtungen zurückstellen.

Besonders beeindruckt hat mich zudem eine Passage, die verdeutlicht, unter welchen Umständen Frauen immer wieder geschrieben haben:
Wenn mir die Geschichte etwas gezeigt hatte, dann, dass Frauen überall schreiben können, unter den unmöglichsten Bedingungen. Sie hatten am Herd geschrieben, während sie Brownies buken, und auf dem Treppenabsatz, während sie Kinder hüteten. Auf dem Wickeltisch beim Windelwechsel und im Bus auf dem Weg zur Arbeit, nachts in einer dunklen Wohnstube und tagsüber im Gefängnis. Frauen hatten in einer Höhle im Gebirge geschrieben, in einer psychiatrischen Klinik, in abgrundtiefer Armut und am Rande des Selbstmordes.
(S. 146, E-Book). Dieser Abschnitt verdeutlicht eindringlich, mit welchen Herausforderungen Frauen in der Literaturgeschichte konfrontiert waren – und wie notwendig ein eigener Raum für kreatives Schaffen ist.

Fazit

"Ein Raum zum Schreiben" ist ein tiefgründiges, kluges und inspirierendes Buch, das sich mit der Frage beschäftigt, was es bedeutet, als Frau zu schreiben – und welchen Raum es dafür braucht. Kristin Vallas Essay verbindet persönliche Erlebnisse mit literaturhistorischen Betrachtungen und schafft so ein vielschichtiges Werk, das mich sowohl emotional als auch intellektuell berührt hat. Ein MUST READ. 5 von 5 Sternen.
Profile Image for MsWatson.
148 reviews3 followers
March 24, 2025

“Ein Raum zum Schreiben” - das neue Buch der norwegischen Autorin Kristin Valla ist eine ebenso persönliche wie literarisch reflektierte und autobiografisch gefärbte Auseinandersetzung mit dem eigenen Tun - in dem Falle, dem Schreiben, der Frage nach der eigenen Identität und dem Frausein und den Räumen, die man einnimmt, einnehmen kann und darf.

Valla, die mit dreißig bereits mehrere erfolgreiche Romane veröffentlicht hatte, findet sich in ihren Vierzigern an einem Punkt wieder, an dem sie nicht mehr sicher ist, wer sie eigentlich ist – weder als Autorin noch als Mensch. Dieser Moment des Innehaltens bildet das Fundament dieses tiefgreifenden Buches. In klarer, ruhiger Sprache lässt sie die Leser:innen an ihren inneren Kämpfen, Zweifeln und Erkenntnissen teilhaben – stets reflektiert, nie larmoyant und mit fühlbarer innerer Stärke.

Thematisch bewegt sich “Ein Raum zum Schreiben” an der Schnittstelle von Selbstreflexion, Gesellschaftskritik und feministischer Standortbestimmung. Valla schreibt über das spezifische Schaffen als Autorin, über kreative Schaffenskrisen, über Mutterrolle, Karriere- und Vereinbarkeitsfragen und den Wunsch nach einem „eigenen Raum“ – ganz im Sinne von Virginia Woolf, auf die sie sich unter anderem in ihren Ausführungen bezieht. Besonders eindrücklich sind die Ausflüge in die Leben bekannter Schriftstellerinnen, deren Lebenswege, Karrieren und den Raum, den sie eingenommen haben, bzw. den sie sich - manchmal erst in späten Lebensjahren - genommen haben. Valla erzählt, reflektiert und taucht tief in die zentrale Frage nach dem eigenen Raum ein, lässt aber ihren Leser:innen immer genügend Raum für eigene Erkenntnisse.

Stilistisch überzeugt das Buch durch seine klare, schnörkellose Sprache, die sehr gut zur introspektiven, aber nie verkopften Tonalität passt. Valla gelingt es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der man sich ihr und ihren Gedanken nah fühlt – fast so, als würde man mit ihr in ihrem kleinen Haus sitzen und über das Leben sprechen. Ihre Reflexionen wirken nie aufgesetzt oder konstruiert, sondern ehrlich, bodenständig und sehr sehr klug.

Für einen weiteren Teil würde ich mir die Auseinandersetzung mit den Themen Vereinbarkeit von Schreiben und Familie, kreativen Blockaden und deren Überwindung sowie den gesellschaftlichen Erwartungen an Autorinnen wünschen, die in dem vorliegenden Buch teilweise angeschnitten wurden, aber verständlicherweise keinen Platz hatten. Ich würde aber so gern die Gedanken von Kristin Valla dazu lesen.

“Ein Raum zum Schreiben” ist weniger ein ‘Buch über etwas’ oder ein ‘Leitfaden für das Schreiben’. Es ist eine feinfühlige, kluge Auseinandersetzung über das Ringen mit dem eigenen Schreiben und dem eigenen Platz (in der Welt). Kristin Valla gibt keine fertigen Antworten, sondern stellt ehrliche, oft unbequeme Fragen – an sich selbst und an die Gesellschaft. Wer eine lineare Entwicklung oder klare Dramaturgie erwartet, wird hier nicht fündig. “Ein Raum zum Schreiben” ist eine Reise - ins eigene Ich, in die Literaturgeschichte, in Lebenswege… Wer den Schritt auf diesem Weg wagt, wird auf alle Fälle reich beschenkt zurückkehren.
Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews34 followers
March 23, 2025
„Das Haus war nicht nur ein Ort, wo ich schrieb, sondern ein Ort, wo ich mich in Gedanken vertiefen, mich in meinen eigenen Kopf einklinken, Klarheit daran erlangen konnte, was ich wollte und was in mir wohnte. (Zitat Pos. 2826)

Inhalt
Die norwegische Schriftstellerin und freiberufliche Journalistin ist einundvierzig Jahre alt, als sie ein kleines Haus in Roquebrun kauft, ein Dorf in Südfrankreich. Ein Rückzugsort von ihrer Familie in Oslo, um endlich wieder zu schreiben, denn die Veröffentlichung ihrer Romane liegt mehr als zehn Jahre zurück. Während sie zwischen Hoffnung und Verzweiflung versucht, das stark renovierungsbedürftige Haus mit ihren begrenzten finanziellen Mitteln bewohnbar und zu ihrem Eigenen zu machen, liest sie sich, ausgehend von ihrem Vorbild Virginia Woolf und deren Essay „Ein Zimmer für sich allein“ durch Biografien, Texte und Aufzeichnungen von Generationen von Schriftstellerinnen. Für sie alle waren Häuser als persönliche Rückzugsorte ebenfalls ein wichtiges Thema, sei es, um schreiben zu können, sei es umgekehrt, sie schrieben, um diese Häuser erhalten zu können. Sie selbst pendelt zwischen Oslo und Roquebrun, auf der Suche nicht nur nach Handwerkern, sondern auch nach ihren persönlichen Antworten. „Das Haus hatte mir geholfen, wieder eine Schriftstellerin zu werden, auf eine Weise, die ich noch nicht richtig verstanden hatte.“ (Zitat Pos. 2167)

Thema und Genre
In diesem Buch geht es neben den alltäglichen Problemen und Zweifeln bei der Instandsetzung eines alten Hauses vor allem um die Frage, wie es Schriftstellerinnen zu allen Zeiten und trotz aller gesellschaftlichen Probleme gelungen ist, sich einen eigenen Rückzugsort zum Schreiben zu schaffen. Der Bogen spannt sich vom Mittelalter bis in die heutige Zeit, von Christine de Pizan bis zu Chimanda Ngozi Adichie und Leila Slimani.

Erzählform und Sprache
Das Buch ist in acht große Kapitel gegliedert, wobei der jeweilige Text nur mehr in viele kurze Abschnitte unterteilt ist. Die Schilderung des Hauses in Roquebrun, die Erlebnisse während der Umbauzeit und der ersten Aufenthalte, Szenen aus dem Familienalltag in Oslo, eigene Gedankengänge und Überlegungen zum Schreiben, wechseln sich mit Abschnitten aus dem Leben der berühmten Schriftstellerinnen und ihrer Häuser ab. Dabei variiert die Erzählform natürlich ebenso, zwischen Ich-Erzählung und personaler Form. Zahlreiche Zitate und Textausschnitte aus dem Leben der jeweiligen Schriftstellerin gestalten dieses Buch abwechslungsreich. Am Buchende findet sich eine ausführliche Quellenangabe, dem jeweiligen Kapitel zugeordnet und auch in der entsprechenden Reihenfolge im Text. Diese Anordnung ist sehr übersichtlich und regt dazu an, das eine oder andere zitierte Werk selbst zu lesen.

Fazit
Ein ungewöhnliches Buch, vielseitig und mit vielen interessanten Informationen über das Leben von bekannten Schriftstellerinnen, lesenswert.
Profile Image for Buchdoktor.
2,367 reviews190 followers
March 19, 2025
Kristin Valla beschloss nach einer Phase als freie Journalistin eine neue Zeitrechnung zu beginnen, als während ihres Interviews mit John Irving der prominente Autor sich über den Kopf der Journalistin und Autorin hinweg mit einem ergebenen Fan unterhielt und Valla ignorierte. Ihr wurde in dem Moment bewusst, dass sie sich selbst nicht als Autorin sah, obwohl sie bereits Romane veröffentlicht und in den vergangenen 10 Jahren nach der Geburt ihrer Kinder ständig geschrieben hatte. Mit dem Gedanken, dass sich in Oslo ihr Wunsch nach Stille und eine Familie offenbar nicht vereinbaren lassen, suchte sie im südlichen Frankreich nach einem Haus. Die Realität zeigt sich schließlich ernüchternd: ohne feste Anstellung ist sie nicht kreditwürdig und ihr Mann muss für sie bürgen, die Verkehrsverbindung in ihr zukünftiges Dorf ist katastrophal und von Häusern mit mittelalterlichen Steinmauern hat sie keine Ahnung.

Im Wechsel zwischen eigener Immobiliensuche und Renovierung durch die Icherzählerin mit den Erlebnissen bekannter Autorinnen auf Suche nach einem Rückzugsort entsteht eine Kulturgeschichte weiblichen Schreibens von erstaunlichem Umfang. Wir hören von Toni Morrisons Leben auf einem Hausboot, über Patricia Highsmith, die jede neue Beziehung mit einem Immobilienkauf einleitete, von Sissinghurst und Manderley, bis zu Agatha Christie, die bereits als Kind mit ihrem Puppenhaus in einem Schrank die Basis ihrer späteren Romane anlegte und vermutlich den Rekord hält an Immobilienbesitz in Autorenhand. Verblüffend fand ich Vallas Fazit, dass seit dem 19. Jahrhundert alle später erfolgreichen Autorinnen bereits als Kind ein eigenes Zimmer hatten und damit überhaupt erst den Anspruch auf Ruhe entwickeln konnten. Die erstaunlich umfangreiche Zusammenstellung von Autorinnen, die über ihre Arbeitsbedingungen in der Familie und ihre Suche nach einem passenden entlegenen Häuschen schrieben, regt an, sich mit deren Werken zu befassen – oder beim Lesen zu raten, von welcher Schriftstellerin gerade die Rede ist. Herausragend waren für mich der Abschnitt über Tarje Vesaas Frau, die Lyrikerin Halldis, die vermutlich als einzige in Kristin Vallas Auflistung mitten im Bauernhof-Haushalt mit Kindern stoisch weiterschrieb, wie auch die Odyssee von Alice Walker, bis sie endlich die erträumte Stille fand, um „Die Farbe Lila“ zu vollenden.

Fazit
Das umfangreiche Quellenverzeichnis des flüssig zu lesenden Buchs weckt mein Interesse, autobiografische Texte der genannten Autorinnen zu lesen - aus der Perspektive der Suchenden nach Ruhe.
28 reviews
April 28, 2025
Motivation oder Legitimierung?

Kristin Valla strapaziert die Geduld ihre Leser über alle Maßen. Anfangs ist man ja noch durchaus bereit, ihren Überlegungen zu folgen: unversehens ist aus der Schriftstellerin eine Ehefrau und Mutter geworden, die ihre eigenen Bedürfnisse stets hintan stellt. Damit dürfte sie kein Einzelfall darstellen. Bemerkenswert allerdings, dass sie ganz ehrlich zugibt, dass es ihr vornehmlich um das Selbstverständnis als Autorin geht, weniger um die Tätigkeit des Schreibens an sich. Damit ist der vorherrschende Tonfall dieses Buches gesetzt: mürrisch, nörgelnd, um sich selbst kreiselnd.

Das probate Heilmittel für diesen unerquicklichen Zustand als Nicht-Mehr-Schriftstellerin ist schnell gefunden: ‚A Room of One‘s own‘, wie von Virginia Woolf vorgegeben, muss her. Die zahlreichen Beispiele unterschiedlich bekannter Autorinnen bieten anregenden Lesestoff - offenbar folgten viele Frauen dieser Maxime, dass eine schöpferische Tätigkeit definitiv eine konsequente räumliche Trennung von der Außenwelt erfordert.

Doch den Hauptteil dieses Buches bildet Vallas eigenes Projekt, ihre Suche nach einem geeigneten Objekt und seine Umgestaltung gemäß der individuellen Anforderungen und Vorstellungen. Und hier präsentiert sich eine Persönlichkeit, deren herausragende Eigenschaften ein stupender Egoismus, Ziellosigkeit, Hilflosigkeit sind. Endlos werden dem Leser die von Frustration dominierten Ergüsse zugemutet, wie am anderen Ende Europas eine Immobilie entdeckt, erworben und mit vollkommen ungeeigneten Maßnahmen renoviert wird.

Am Ende dieses ermüdenden Textes steht die wenig überraschende Erkenntnis, dass Kreativität und Produktivität weitgehend unabhängig sich vollziehen davon, ob der vorgeblich ideale Raum als unabdingbare Voraussetzung zur Verfügung steht.
32 reviews
April 29, 2025
Subtil und zutiefst persönlich

Es ist bei einem Abendessen mit Jo Nesbø und einem noch unbekannten jungen Autor, als Kristin Valla sich die Frage stellt, warum sie sich nicht mehr als Autorin bezeichnet, wann sie diese Rolle abgelegt hat und wie sie zum Schreiben zurückfinden kann. Sie sucht ihre Antwort in einem kleinen Haus an der französischen Mittelmeerküste, das sie sich kauft in der Hoffnung einen Raum zum Schreiben zu finden. Und sie sucht sie bei den Generationen an Autorinnen vor ihr, die, entgegen aller Widrigkeiten und gesellschaftlicher Konventionen, sich neben ihrer Rolle als Hausfrau oder Mutter eben diesen Raum erkämpft haben.

„Ein Raum zum Schreiben“ ist ein differenziertes Buch über Frauen in der Literatur. Ein Buch, in dem sich Kristin Valla einreiht in die lange Geschichte von Frauen in der Literatur und das zugleich die Unterschiede zu früheren Generationen an Autorinnen aufzeigt.

Immer wieder spannt Kristin Valla den Bogen von ihrem kleinen Haus zu den Anstrengungen ihrer „Vorgängerinnen“. Eine Idee, die mich zunächst fasziniert hat, über die 260 Seiten jedoch etwas repetitiv wurde. Teilweise suchte ich vergeblich den größeren gesellschaftlichen Diskurs, der sich eingehend mit den Privilegien vieler eben jener Autorinnen auseinandersetzt, die ihnen das Schreiben überhaupt erst ermöglichten bzw. auch heute noch ermöglichen.

Letztendlich ist es ein persönliches Buch, das nicht mit der Erwartung an ein feministisches Manifest gelesen werden sollte. Vielmehr sind es kurze Passagen, feine Beobachtungen von Kristin Valla, die zum Nachdenken anregen, die mich immer wieder innehalten ließen und auch jetzt noch nachhallen.
45 reviews1 follower
March 25, 2025
Lesenswert nicht nur für Schreibende

Selten hat mich ein Buch so mitgenommen, wie Frau Vallas Text.

Sie plaudert mit mir, als würde sie mit mir am Tisch sitzen, in ihrem Haus in Frankreich, eine Tasse Kaffee vor uns und sie erzählt mir, wie es zu diesem Ort gekommen ist, an dem sie schreiben wollte, aber der sie zum Schreiben gebracht hat.

Eingebettet in die vielen Ereignisse, Ideen, Konflikte, nimmt Frau Valla mich auch noch mit. Hinein in die Welt der Schriftstellerinnen und deren Weg zu einem Platz, der nur für sie selbst sein wird.
Da mischen sich bekannte Namen wie Morrison und Woolf mit eher unbekannten skandinavischen Schriftstellerinnen, von denen einige nicht ins Deutsche übersetzt wurden.

Abgerundet wird das Lesevergnügen mit den Begegnungen Vallas mit den Menschen, Handwerkern und dem Haus, das eine ganz eigene Persönlichkeit darstellt.

Ich las das Buch in einem Rutsch durch, habe mich nicht ein einziges Mal gelangweilt und kann es nur jedem ans Herz legen.
Hinzu kommt, dass es auch handwerklich ein schönes Buch ist. Es fühlt sich gut an und das Titelbild passt und ist wunderschön.
Der Mare-Verlag kann so etwas, denn es ist nicht das erste Buch des Verlages, das mir dermaßen gefällt.

Nicht nur Schreibende, ob hobbymäßig oder beruflich werden sich in den Gedankengängen und dem Empfunden Vallas wiederfinden. Denn nicht nur zum Schreiben braucht FRAU einen Raum.
Profile Image for Friederike Anna.
17 reviews
April 8, 2025
Das Buch hat mich dirch die Schreibweise der Autorin und den darin enthaltenen Passagen über andere Autorinnen hat mir sehr gut gefallen. Durch die Erzählungen über die verschiedenen Schriftstellerinen wurde die ganze Geschichte auf eine angenehme Weise unterbrochen ohne jedoch wirklich unterbrochen zu werden.
Durch dieses Buch bin ich auf Schriftstellerinnen gestoßen von denen ich zuvor (leider) noch nichts gehört hatte, von denen ich nun auch das ein oder andere Werk lesen werde.
Die Geschichte gab mir teilweise das Gefühl ich sei mittendrin, so als würde ich das ganze selber erzählen.

Vorallem der Titel des Buches aber auch das Cover, dessen farbliche Gestaltung mir schon sehr gut gefallen hat, waren der Grund weshalb ich überhaupt erst auf das Buch aufmerksam geworden war.
Das Buch zeigt auf, dass jeder eine gewisse Art von eigenem Raum für sich braucht. Und das dieses gar nicht immer selbstverständlich ist oder war, vorallem nicht für Frauen.

Ein Buch das mich nachhaltig begeistert hat.
Profile Image for AnnKristin.
425 reviews9 followers
July 13, 2025
For en fin bok!

Kan hende jeg strødde sjenerøst rundt meg med stjerner fordi jeg sitter med boka i sola på mitt fristed. Men boka traff en streng inni meg.

Det er en bok som bekrefter at spesielt kvinner trenger sitt eget sted. At du trenger et sted som fyller deg opp. At du kan være alene og gjøre noe bare for deg. At du får bruke det kreative som bor inni deg i ro og fred. Og at dette stedet kan deles og bety noe for andre også om du slipper dem inn, så lenge du bestemmer.

Det er ikke bare Kristins jakt på sitt eget sted, men også eksempler fra en rekke andre kvinnelige forfattere igjennom tiden. Felles for dem alle er behovet for sitt eget rom. Jeg håper du også har funnet ditt sted.
Profile Image for Toniqu.
31 reviews1 follower
August 25, 2025
Das übergeordnete Thema von Frauen und Räumen/Häusern ist mega. Auch die Abstecher zu bekannten Autorinnen und deren Geschichte in Bezug auf Wohnen sind sehr spanned.

Die elendig langatmige und wechselhafte Story der Autorin selbst hat aber mega genervt. Besonders das ganze Brokewashing hat mich so genervt: „ich kaufte ein haus, das ich mir eigentlich nicht leisten konnte“ - Schatz, wenn du es gekauft hast, konntest du es dir leisten..

Ausserdem hätte an irgendeinem Punkt eine Person aus dem Lektorat sagen müssen: Lass uns den Handwerker, der fachlich nicht gut weg kommt, vielleicht nicht „den Türken“ nennen, auch weil seine Nationalität keinerlei Rolle mit dem beschriebenen Inhalt spielt, also nur so als Vorschlag
Profile Image for Aurica Estelle.
141 reviews13 followers
July 30, 2025
Wunderschön und besonders! Was bedeutet es als Frau zu schreiben und welcher Ort eignet sich dafür am optimalsten? Einerseits nimmt uns die Autorin mit auf ihre persönliche Reise zu einem eigenen, abgeschiedenen 'Schreib'- Haus und berichtet unbeschönigt die mit sich bringenden Hürden, von denen es mehr gibt als Erfolgserlebnisse. Zusätzlich erfahren wir immer wieder wie damalige weibliche Schriftstellerinnen wie zB Agatha Christie, Virginia Woolf, Karen Blixen die Ort-Zum-Schreiben-Dynamik damals gemeistert haben; dabei steht 'Raum/Haus' stark im Vordergrund
Profile Image for Sara Marie Gran.
25 reviews
May 6, 2024
Det har tatt tid, fordi: fysisk format på kveldstid. Men har elsket hver lille side.
Profile Image for Ida Simone.
102 reviews1 follower
July 18, 2025
alt jeg vil nå er å kjøpe meg et hus i en liten fransk landsby og pusse det opp og anlegge hage med masse fine blomster og drikke kaffe på terrassen i sola og lese og skrive bøker
Displaying 1 - 27 of 27 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.