„Wir sollten jenen, die nicht sprechen können, unsere Stimme leihen. Jede*r, der oder die laut ausspricht, dass er oder sie bisexuell, schwul oder lesbisch ist oder eine andere nicht-heterosexuelle Identität hat, hilft denjenigen, die keine Stimme besitzen.“
In ihrem neuen Sachbuch begibt sich Dr. Julia Shaw auf die Suche nach der Bisexualität.
Sie selbst bezeichnet sich als bisexuell, aber merkte sehr schnell, dass es an Informationen zu Bisexualität mangelt - trotz aller Fortschritte für die LGBTQ+-Rechte.
Geschickt geht Julia an das Thema ran und stellt sich zunächst alle Fragen, die sie sich selbst zu dem Thema gestellt hat und auch Fragen, die sich die Gesellschaft oft stellt.
Auch in der queeren Community wird die Bisexualität nicht ernst genommen, so viel steht fest.
Mir war klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte, um mehr darüber erfahren zu wollen. Julia Shaw benutzt den Begriff ‚Bisexualität‘ als einen Oberbegriff für alle die sich mehr als zu einem Geschlecht hingezogen fühlen.
Zunächst geht sie geschichtlich und dann kulturell an die eigene Analyse ran. Die Studien aus der Biologie zählt Julia auf und erläutert sie verständlich. Interessant finde ich natürlich, dass Lebensrealitäten aus intersektionaler Sicht mit eingebaut werden, weil bekanntlich sind es die Ausnahmen, die die ‚Regeln‘ bestätigen.
Klischees wie ‚Sex zu dritt‘ oder ‚man kann ja viele Liebhaber_innen haben‘ versucht sie aufzugreifen und vertieft dieses Thema am meisten.
Eigentlich will ich nicht viel sagen, außer dass ihr es kaufen solltet und es unbedingt lesen müsst.
Somit bringen wir als Gesellschaft, als eine Allianz die Bisexualität mehr zum Vorschein und weniger Menschen müssten sich davon fürchten sich als bisexuelll zu outen.
Denn aus dem Buch wird deutlich, dass bisexuelle Menschen am häufigsten aller LGBT+ Personen unter mentaler Gesundheit leiden. Vor allem werden bisexuelle Frauen hypersexualisiert und erfuhren laut einer Studie der National Intimate Partner Violence Suvery des Centre for Disease Control 61 Prozent der bisexueller Frauen physische Gewalt und/oder Stalking durch ihren Intimpartner (s.143).
Lesenswert!