Was ist das Besondere militärischer Organisationen? Wie funktionieren sie? Warum sind Menschen bereit, sich einer solchen Organisation zu unterziehen und das eigene Leben aufs Spiel zu setzen oder das Leben anderer zu bedrohen? Wie begreift die Soziologie das Verhältnis von Krieg und moderner Gesellschaft? Wie verändert der Krieg die Gesellschaft? Welche Auswirkungen haben Kriege auf die Soldaten? Und wie verändert sich soldatisches Handeln in den Neuen Kriegen? Die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes bieten Denkanstöße zu den genannten Fragen und zeigen, wie sich die neuere soziologische Forschung diesen Fragen stellt.
Vor kurzem habe ich ein deutschsprachiges Lehrbuch zum Thema zivil-militärische Beziehungen gelesen. Die Autoren beschwerten sich in diesem Lehrbuch, dass die zivil-militärische Beziehungen in der Politikwissenschaft kaum einen Platz angenommen haben, obwohl sich die Soziologie schon längst mit diesem Thema beschäftigt. Nach diesem Buch verstehe ich die Frustration der Politologen. Bei diesem Sammelband wird deutlich auf welcher Forschungstradition die Soziologie zum Thema Krieg und Militär aufbaut. Gleichzeitig werden gleich einige Themen angesprochen, die ein großes Zukunftspotential haben. Vielleicht wurden sie sogar in den letzten 10 Jahren seit der Veröffentlichung dieses Buches vorangetrieben? Ich weiß es nicht und werde es wahrscheinlich auch in der nahen Zukunft nicht erfahren, da meine eigene Forschung einen anderen Weg geht. Dennoch war es für mich ein wunderbarer interdisziplinärer Ausflug und Motivation out of the box zu denken und zu arbeiten.