Regel Nummer 1: Der Lehrer hat immer recht! … auch wenn er seine pädagogischen Fähigkeiten nur durch Schlüsselbundwerfen unter Beweis stellt. Immerhin bleibt so sein Unterricht im Gedächtnis. Allein schon wegen der vielen Narben, die ein solches Wurfgeschoss mit der Zeit hinterlässt. Malte Pieper kann ein Lied vom alltäglichen Schulwahnsinn singen, denn er hat gerade dreizehn Jahre Lehranstalt hinter sich gebracht. Dreizehn Jahre zwischen Pausenbrot und Lebenslaufoptimierung, Klasssenarbeiten und Klassenkameraden, Hausaufgaben per «copy and paste» und Lehrkräften, die bei der Berufswahl nicht bedacht haben, dass sie lebendigen Schülern gegenübersitzen. Wenn Sie das Buch zuschlagen, werden Sie «Stimmt! Genau so waren meine Lehrer!» Es sei denn, Sie sind selbst Lehrer. Dann werden Sie wahrscheinlich «Stimmt! Genau so sind meine Kollegen!»
"Wenn der Keks redet, haben die Krümel Pause" von Malte Pieper ist eine humorvoller/humorvoll gemeinter Rückblick eines Abiturienten auf die Schulzeit.
Der Autor erzählt anekdotenhaft von seinen Erlebnissen als Schüler eines Gymnasiums, gegliedert in von skizzenhaften Zeichnungen begleiteten Kapiteln wie "Der Lehrer", "Die Schüler", "Der Unterricht".... An sich sind einige der erzählten Geschichten durchaus amüsant, doch was mir immer wieder auffiel, war ihre Alltäglichkeit. Denn einen Großteil der Geschichten habe ich in meiner Schulzeit ebenfalls erlebt. Hätte man die Namen ausgetauscht, waren e die gleichen Dinge, die auch mich als Schülerin regelmäßig geärgert oder amüsiert haben, doch mit einigen Jahren Abstand erscheint mir das meiste davon kaum noch so komisch wie damals, als ich selbst noch in dieser Situation war.
Von daher konnte ich bei diesem Roman nicht allzu häufig wirklich lachen und alles wirkte sehr langatmig. Durch den Aufbau aus kurzen, unzusammenhängenden und trotz Unterteilung etwas willkürlich wirkenden Geschichten, hat das Buch zudem kein Ziel. Ich habe es oft für Tage und sogar Wochen zur Seite legen können, ohne das Bedürfnis zu verspüren, weiterzulesen. Leider fehlte dem Humor oft auch die Lockerheit. Sprachlich wirkte es gelegentlich auf eine sehr aufgeblasene Art geschwollen, was ebenfalls nicht angenehm war und zur Langeweile, die dieses Buch über große Strecken verbreitete, beitrug.
Fazit: Der Humor ist nicht spitz genug, um mich zu begeistern, und dem Schreibstil fehlt die Lockerheit. Mich hat es leider nicht überzeugen können. Das Lesen zog sich und war eher anstrengend als unterhaltsam. Leider nur 2 Sterne
Wenn man mal nostalgisch in Schulerinnerungen blättern möchte, kann man sich dieses Buch durchaus durchlesen. Allerdings geschieht wenig bemerkenswertes und die Figuren wirken mitunter wie wandelnde Klischees. Leider verfügt der Autor über einen übertrieben hochgestochenen Schreibstil, der hier nicht so recht passen will. Wirkt leider zu bemüht amüsant und witzig. Da hätte ich mir mehr Witz und einen lockereren Stil gewünscht.