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Die Körper, die sich bewegen: Mancher Weg zur grüneren Weide ist mit Dornen übersät

"Aber welche anderen Möglichkeiten hatte man, wenn man mitten im Mittelmeer in einem winzigen Beiboot festsaß, als über sein Leben nachzudenken und darüber, wie die Entscheidungen, die man getroffen hatte, einen dorthin gebracht hatten?"
 
"Die Körper, die sich bewegen" erzählt die fesselnde Geschichte eines Mannes, der sich auf eine Reise nach einem besseren Leben begibt. Mitten auf dem Mittelmeer gestrandet, denkt Nosa über die Ereignisse nach, die ihn in seine jetzige Lage gebracht haben. Als Kind von seinem Vater im Stich gelassen und von der Perspektivlosigkeit in Nigeria entmutigt, beschließt Nosa, nach Europa auszuwandern. Um dies zu erreichen, nimmt er die Dienste von Schmugglern in Anspruch. Seine Reise führt ihn durch Transitstädte, Unterschlüpfe und Internierungslager in Nigeria, Niger und dem kriegsgebeutelten Libyen. Auf seiner Reise trifft er auf andere Reisende, jeder mit seiner eigenen Geschichte. Sie alle eint jedoch der Wunsch nach einem besseren Leben in Europa.

238 pages, Paperback

Published March 25, 2024

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About the author

Bunye Ngene

8 books7 followers
Bunye Ngene was born in Lagos, Nigeria. After completing a Bachelor's degree in German Studies at the University of Ibadan, he moved to Germany to pursue a Master's degree in German as a foreign language at the Ludwig-Maximilians-Universität in Munich.

His stories, written in both German and English, explore themes of race, sexuality (LGBTQI+), and the migrant experience, drawing inspiration from the richness of everyday life and the dynamics between diverse social groups.

His self-published debut novel “The Bodies That Move” was a Finalist of the Next Generation Indie Book Awards 2021 and a Semi-finalist in the category “General Fiction” of the BookLife Prize 2021.

He currently lives in Munich, where he teaches German and writes fiction

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Community Reviews

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for BuchBesessen.
541 reviews32 followers
May 25, 2023
„Die Körper, die sich bewegen“ ist ein fesselndes und flott zu lesendes Buch, das voller Hoffnung und Ernüchterung steckt. Die Geschichte um Nosa, der seine Mutter und Geschwister zurücklässt, um in Europa ein besseres Leben zu finden, berührte mich. Das fing bei der Widmung an, die mir die Tränen in die Augen trieb, und setzte sich im Prolog fort. Im Verlauf schwächte sich die emotionale Wirkung auf mich zwar ab, allerdings gibt es immer wieder bewegende Momente. Zudem bringt das Buch zum Nachdenken. Das Ende ist sehr effektiv. Ich glaube, dass mir der Roman dadurch noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Der Aufbau hat mir gefallen. Ich hätte die Geschichte, die sich auf das Wichtigste beschränkt und frei von Überflüssigem ist, am liebsten in einem Rutsch ausgelesen.
Anfangs stolperte ich ab und an über Sätze, die mir übervoll mit Adjektiven erschienen. Das legte sich.

Insgesamt kann ich das Buch, das Nosas beschwerliche Reise beschreibt und die Brutalität und Hilflosigkeit sehr gut rüberbringt, empfehlen. 3,5* von mir.
1 review
July 4, 2023
"Die Körper, die sich bewegen" erzählt die fesselnde Geschichte eines Mannes, der sich auf eine Reise nach einem besseren Leben in Europa begibt. Die englische Ausgabe unter dem Titel "The Bodies That" Move war Finalist des Next Generation Indie Book Awards 2021 und Semifinalist des BookLife Prize 2021."

Und das absolut zu recht! Ich fand diesen Roman sehr eindringlich und wirklich toll geschrieben. Die Einführung der Charaktere ist wunderbar gelungen. Man kann sich das Leben des Hauptprotagonisten, des jungen Nigerianers Nosa sehr gut vorstellen und die Beweggründe, die dazu führten, dass er die lebensgefährliche Odysee auf dem Weg in ein vermeintlich besseres Leben in Europa überhaupt angetreten hat.

Der Prolog, als sich Nosa schon inmitten eines Bootes mit anderen Flüchtlingen auf dem Mittelmehr befand, war sehr packend und berührend geschrieben. Als Leser wurde man sofort mit dieser schrecklichen Situation konfrontiert. Dann erzählt uns der Autor Bunye Ngene nach und nach, wie es dazu kam, dass Nosa seine Heimat verlassen wollte/musste.

Das erste Kapitel brachte mir mir die Mentalität und die Gesellschaft der Afrikaner nahe und ich konnte mich gut in die dortigen Lebensumstände hineinversetzen. Im zweiten Kapitel wird der Beginn der schrecklichen Fluchtodysee mit all den Schwierigkeiten, der Warterei, der Ungewissheit geschildert und Nosa erinnert sich an sein vorheriges Leben mit seiner Mutter, seinen Geschwistern und wie das Leben verlief, seit sein Vater die Familie verlassen hat.

Im dritten Teil wurden die Ereignisse, die teilweise würdelosen und lebensbedrohlichen Umstände sowie der Verlauf der Flucht für mich bis ins Unerträgliche geschildert. So klar waren mír die teilweise sehr menschenunwürdigen Bedingungen auf so einer Flucht nicht. Der Epilog hat an den Prolog angeknüpft und ließ daran zweifeln, ob Nosa tatsächlich am Ziel seiner Träume angelangt ist. So kann sich hier jeder Leser seine eigenen Gedanken über Nosas weiteres Schicksal in Europa machen.

Das Buch hat mich sehr wütend, nachdenklich und auch fassungslos gemacht.

Der Schreibstil erinnerte mich sehr an den aus Damaskus kommenden wunderbaren Schriftsteller Rafik Schami. Bunye Ngene versteht es hier in seinem Erstlingswerk, genau wie Schami augenzwinkernd und liebevoll die menschlichen Eigenheiten zu skizzieren.

FAZIT: Unbedingt lesen!
Profile Image for Seitenmusik.
498 reviews26 followers
February 24, 2024
Bunye Ngene, geboren 1985 in Lagos, Nigeria, präsentiert mit "Die Körper, die sich bewegen" seinen beeindruckenden Debütroman. Nach seinem Germanistik-Bachelor in Ibadan wagte er den Umzug nach Deutschland für einen Masterabschluss in Deutsch als Fremdsprache an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dieser Roman, auch in englischer Ausgabe als "The Bodies That Move" bekannt, erreichte als Finalist des Next Generation Indie Book Awards 2021 und Semifinalist des BookLife Prize 2021 beeindruckende Anerkennung.

Inhaltlich führt uns Ngene auf eine intensive Reise. Der 25-jährige Nosa, von seinem Vater verlassen und von der Perspektivlosigkeit in Nigeria getrieben, entscheidet sich für eine gefährliche Reise nach Europa. Die Geschichte entfaltet sich während seiner strapaziösen Reise durch Transitstädte, Unterschlüpfe und Internierungslager in Nigeria, Niger und dem kriegsgebeutelten Libyen. Nosa begegnet anderen Reisenden, die alle den Traum eines besseren Lebens in Europa teilen.

Ngene's Schreibstil ist unmittelbar und einfühlsam. Die Erzählung beginnt mit Nosa, der auf dem Mittelmeer gestrandet ist, und über die Ereignisse reflektiert , die ihn in diese ausweglose Situation geführt haben. Von Anfang an spürt man die Intensität der Geschichte und weiß zumindest, dass Nosa es bis aufs Boot schafft. Nach dem Prolog wird seine in Form einer Rückschau erzählt.

Die Themen, die in diesem Roman behandelt werden, sind zahlreich und tiefgehend. Von Armut und Reichtum über Korruption bis hin zu Liebe und Verlust - Ngene berührt viele Aspekte menschlichen Lebens. Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der angesprochenen Themen, angefangen bei der Auswanderung und Flucht bis hin zu gesellschaftlichen Erwartungen, Stereotypen, religiösen Aspekten, Queerness und den spezifischen Herausforderungen und Gewalterfahrungen, mit denen Frauen auf der Flucht konfrontiert sind.

Die Brutalität und Härte, die mit einer Flucht verbunden sind, werden schonungslos dargestellt. Ngene vermeidet es, die Realität zu beschönigen, und zeigt auf, welchen Gefahren und Entbehrungen Menschen auf der Flucht ausgesetzt sind. Dies ist besonders wichtig, um das Bewusstsein für die drängenden Probleme zu schärfen und Mitgefühl zu fördern. Das Buch sollte daher im Sinne der Empathieförderung und Demokratieförderung Pflichtlektüre in jeder Schule sein.

Die Charaktere in "Die Körper, die sich bewegen" sind lebendig und facettenreich. Nosa, der Protagonist, wird einfühlsam dargestellt, und seine Reise ermöglicht es mir als Leserin, tiefe Einblicke in die Herausforderungen und Träume der Menschen auf der Flucht zu gewinnen. Die Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen, Freundschaften und Familienbande ist ergreifend und trägt zur emotionalen Bindung an die Geschichte bei. Auf seinem Weg erfahren wir nicht nur viel über Nosas Geschichte sonden auch viele Wegbegleiter:innen, die alle ihr individuelles Schicksal haben: Idemuia, Chukwudi, Stephen, Sophia, Namazzi, Aiah, Chinelo...

Die vielschichtige Handlung und die verschiedenen Themen könnten für einige Leser:innen herausfordernd sein, da sie eine Fülle von sozialen, politischen und emotionalen Aspekten umfassen. Ngene's Entscheidung, diese Vielfalt zu integrieren, verleiht jedoch der Geschichte Authentizität und Relevanz.

Das Buch endet mit einem Epilog, der auf eindringliche Weise politische Botschaften über den Umgang Europas mit Menschen auf der Flucht, aus meiner Sicht eine europäische Wertekrise vermittelt. Die letzten Seiten hinterlassen einen bleibenden Eindruck und regen zum Nachdenken an. Ich gebe dem Werk 4 von 5 Sternen und kann es nur jeder Person empfehlen, die sich ein Bild von den Schicksalen hinter der "Flüchtlingswelle" machen möchte.

Bei dem Buch handelte es sich um ein Rezensionsexemplar. Die hat jedoch keinen Einfluss auf die Bewertung.
Profile Image for homieloverfriendx.
165 reviews3 followers
May 6, 2026
Ich wollte das Buch unbedingt lesen, weil mich der Klappentext überzeugt hat. Leider verhielt es sich mit dem Buch anders - ich mochte den Schreibstil nicht, es ging viel zu lange nicht um das Hauptthema (bei ca. 50% des Buches begab sich der Protagonist erst auf die Flucht) und ich hatte das Gefühl, wichtige Situationen wurden nicht ausführlich genug behandelt, während Nebensächlichkeiten in die Länge gezogen wurden.
1 review
July 27, 2023
Definitiv lesenswert!

Der Autor bietet uns einen Einblick in ein Teil dieses Themas, der, meiner Ansicht nach, oft übersehen wird.
Profile Image for Loly.
60 reviews
July 29, 2023
Alles für einen winzigen Hoffnungsschimmer

Zum Inhalt:

Als Kind von seinem Vater im Stich gelassen, kämpft sich Nosa durch die Schulzeit und schneidet als einer der Besten ab. Doch nach einer unendlich erscheinenden Suche nach einem gut bezahlten Job, muss er sich eingestehen, dass er wohl nichts finden wird. Als ein alter Schulfreund in sein Leben tritt und von einer Alternative schwärmt, beschließt Nosa den beschwerlichen Weg nach Europa auf sich zu nehmen. Wird er die Reise überstehen?


Mein Eindruck:

Dieses Buch hat mich zuerst mit seinem farbenfrohen, künstlerischen Cover neugierig gemacht und schließlich mit dem Klappentext davon überzeugt, es wirklich lesen zu wollen.

Nachdem ich den Prolog das erste Mal gelesen hatte, brauchte ich eine Pause. Allein mit den 5-6 Seiten hatte es Bunye Ngene geschafft mich emotional so zu plätten, dass es mich weitere 3 Anläufe kostete, es über den Prolog hinaus zu schaffen.

Die Handlung fokussiert sich auf die Hauptfigur Nosa und bietet neben einer relativ neutralen Außenperspektive auch Einblicke in seine inneren Gedanken und Gefühle. Somit hatte ich als Leserin das Gefühl mehr von dem Geschehen mitzubekommen, ohne den Bezug zur Hauptfigur zu verlieren.

Zuerst erfährt man etwas über seine Vergangenheit, was es für mich definitiv leichter machte, Nosas Handlungen nachvollziehen zu können, dabei wurde auf seinen Charakter, aber auch die Familiendynamik eingegangen und wie sie mit ihrer finanziellen Situation versuchen umzugehen.

Dabei schafft es der Autor, immer wieder kulturelle Fakten in seine Erzählungen einzuweben und somit kulturfremden LeserInnen wie mir, den Handlungsort Nigeria näher zu bringen. Dabei hätte ich in manchen Fällen ein Glossar als hilfreich empfunden, da ich leider nicht jeden Begriff kannte.

Neben diesen kleinen Stolperfallen ließ sich Bunye Ngenes Schreibstil gut und flüssig lesen und auch seine philosophischen Gedanken haben mir gefallen. Die Dreiteilung der Handlung strukturiert die einzelnen Etappen von Nosas Reise, nimmt die LeserInnen mit in seine Gedankenwelt und porträtiert seinen Entwicklungsweg, wodurch man Einblicke erhält, die mich definitiv nicht so schnell wieder loslassen werden.

Bedauerlicherweise hatte ich zwischendurch immer mal das Gefühl, es werden Ereignisse beschrieben, die keinen starken Einfluss auf die Handlung haben und somit eigentlich nur als Füller dienen. Stattdessen wäre es schön gewesen, mehr über die Bootsfahrt oder andere Reiseetappen zu erfahren, oder wie sich Nosa auf diese vorbereitet hat.

Während des Lesens bin ich häufiger in die Illusion gerutscht, dass es sich um ein rein fiktives Buch handelt, doch leider folgte kurz darauf die Erkenntnis, dass einige Aspekte der Geschichte auch in Realität so ablaufen könnten und es mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch tun. Das hat mich schockiert und auch ernüchtert.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, jede Nacht um mein Leben zu bangen oder so ungefiltert auf Gewalt und Tod zu stoßen. Jeder, der diese Reise durchgemacht hat, sich gerade mittendrin befindet oder noch plant sie anzutreten, hat meinen höchsten Respekt und ich wünsche mir, dass es eine Zeit geben wird, in der ihr es leichter haben werdet.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich dieses Buch jedem ans Herz legen kann, der Lust auf eine authentische und dramatische Geschichte hat, bei der die Hauptfigur über sich hinauswächst und Dinge erlebt, die wir (Nicht-Betroffene) uns nicht einmal vorstellen können.
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