Als ich über den ersten Teil dieser Dilogie geschrieben hatte, wollte ich noch nicht preisgeben, dass in dieser Dystopie die Menschheit ihr Leben lassen musste. Im ersten Band hatte sich dies erst nach und nach herauskristallisiert. Nun weiß der Leser, dass die kleine Gruppe unter der Obhut eines Außerirdischen die letzten Überlebenden dieses Genozids sind.
Es bleibt nicht aus, dass dieser zweite Band den Fokus nun auf das Zwischenmenschliche legt, aber gleichzeitig den ein oder anderen Hintergrund erzählt, weshalb die Außerirdischen derartiges getan haben, wobei meines Erachtens aber noch viele Fragen offenbleiben. Im englischen Original sind es zwölf Kapitel gewesen, mit der diese Geschichte erzählt wird, die zusammen diesen Doppelband bilden. Allerdings wird es noch weitergehen, wenn ich sehe, was auf der letzten Seite zu lesen ist: “1. Zyklus Ende”.
Es gibt natürlich noch ein paar Geheimnisse, die gelüftet werden, die sehr spannend in die zwischenmenschlichen Konflikte eingebettet wurden. Ich bin gespannt, ob es tatsächlich einen zweiten Zyklus geben wird, der dann noch ein bisschen mehr von der Motivation der Außerirdischen preisgibt. Erzählerisch gibt es nämlich weiterhin immer wieder Rückblenden, mit denen der ein oder andere Hintergrund erläutert wird. Die Zeichnungen stammen wenig überraschend von Álvaro Martínez Bueno, der auch schon im ersten Band für eine sehr gute Optik und Stimmung sorgte. Mir gefallen die Zeichnungen weiterhin sehr gut und sie sind größtenteils ein Hingucker.
Fazit
James Tynion IV erzählt eine sehr spannende Dystopie, bei der vielleicht der ein oder andere Hintergrund fehlen mag, in Gänze aber doch zu überzeugen weiß. Zusammen mit den sehr guten Zeichnungen hält der Leser eine außergewöhnliche Graphic Novel in der Hand, die ich sehr empfehlen kann.