Auch in diesem Buch geht Hector wieder auf die Reise. Diesmal nicht auf der Suche nach dem Glück oder der Liebe, sondern nach der Zeit. Ihm fällt auf, dass viele seiner Patienten über entweder mangelnde Zeit klagen oder über Langeweile. Manche möchten unbedingt schon älter sein und manche trauern ihren jüngeren Jahren nach. Verbindend ist, dass die meisten nicht glücklich darüber sind, wie sich die Zeit in ihrem Leben ausdrückt. Und so beginnt Hector Ideen von Zeitetüden festzuhalten, mit Hilfe derer er seinen Patienten Hilfestellungen geben möchte, um über die Zeit in ihrem Leben nachzudenken.
Er trifft auf seinen Reisen einige Bekannte, wie in China auf Ying Lee, die er auf seiner Suche nach dem Glück kennengelernt hatte. Mit von der Partie ist auch sein alter Freund Eduardo, den er diesmal am Südpol besucht und er versucht den weisen Mönch wiederzufinden, von dem er sich kluge Einsichten erhofft und der wie vom Erdboden verschwunden scheint.
Daneben schlägt er sich selbst noch mit so existenziellen Fragen herum, ob er denn nun seine Clara ehelichen sollte oder nicht. Ob es dafür überhaupt den richtigen Zeitpunkt gebe oder ob er nicht schon verbei wäre.
All das webt Francoise Lelord zu einem wunderbaren Portrait der darin vorkommenden Menschen zusammen. Sprachlich auf seine unnachahmliche Art und Weise mit Metaphern und köstlichen Vergleichen, die einem vieles komplizierte auf einmal ganz deutlich begreifbar machen. Hector gehört zu den Psychiatern, denen man in seinem eigenen Leben gern begegnen möchte. Der einen mit Zuhören und klugen Fragen dazu bringt, sich in seinem Leben neu zurechtzufinden. Z.B. mit der Zeitetüde 25: 'Hören Sie Musik und sagen Sie sich dabei, sie sei ein Sinnbild für die Zeit. Welche Melodie hat Ihr Leben?'