Seine Bekanntheit verdankt Naturwissenschaftler David Friedrich Weinland seinem Jugendroman Rulaman, der das Leben in der 'Steinzeit' und die damit verbundenen Gefahren durch Flora und Fauna beschreibt. Weinland verwendet dabei Namen und Bezeichnungen, die er anderen Sprachen entlehnte. So heißt der Stamm Rulamans Aimats. Dieser Ausdruck ist wie viele andere dem lappländischen entnommen da Weinland davon ausging die Lappen hätten die Urbevölkerung Europas gestellt und seien später durch das Eindringen der Kelten und weiteren Völkern an den Rand gedrängt worden.
Einst unter Jugendlichen und Erwachsenen so populär wie die Geschichten Karl Mays ist „Rulaman“ von David Friedrich Weinland in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht. Auch wenn die Sprache ein wenig antiquiert ist, hat die Geschichte des Sohnes eine Stammesführer der steinzeitlichen „Aimats“ ihren Reiz behalten. Dies rührt zum einen daher, dass sie in den heimatlichen Gefilden der schwäbischen Alb angesiedelt ist, deren Höhlen man noch heute besichtigen kann. Zum anderen von der lebendigen Beschreibung des Kampfes der Sippe ums tägliche Leben und ihrer Jagd auf Tiere wie Auerochse, Höhlenbär und Höhlenlöwe, die schon lange ausgestorben sind.
Die Erzählung ist nicht nur für die Jugend interessant. Die Schilderung des Aufeinandertreffens mit den arbeitsteilig organisierten und metallkundigen „Kalats“ (gemeint sind die Kelten) hat allgemeingültige Aussage und erinnert an die kolonisatorischen Konflikte der vergangenen Jahrhunderte.
Der Roman aus dem Jahr 1875 berücksichtigt den damaligen Kenntnisstand. Dass der schön längst überholt ist, beeinträchtigt die Lesbarkeit erstaunlicherweise recht wenig. Heute kann man den Roman einfach als spannenden Fantasy-Roman lesen. Der Stil wirkt überhaupt nicht antiquiert und die Geschichte vom Kultur-Clash ist schlichtweg zeitlos. Weinland lässt im übrigen überhaupt keinen Zweifel aufkommen, wem seine Sympathien in diesem Konflikt gehören. Dass der Roman auf der Schwäbischen Alb spielt, muss man nicht wissen, kann aber ein zusätzlicher Reiz sein. Man darf diesen Roman durchaus als Klassiker der Unterhaltungsliteratur ansehen.
Der Liebe wegen bin ich vor vielen Jahren in eine Stadt am Fuße der Schwäbischen Alb gezogen.
Aber nicht einfach so! Mein damaliger Partner erlegte mir auf, sozusagen als Initiationsritus, den „Rulaman“ zu lesen und ich habe es nicht bereut... also das Buch zu lesen.