Buscema tritt aus Windsor-Smiths Schatten
Direkt die erste Geschichte wirft den Leser mit den unglaublichen Zeichnungen John Buscemas vom Stuhl. Durch Ernie Chans fantastische Tuschung und die sehr gute Neukolorierung kann man sich kaum sattsehen an den üblen Gestalten beim Banket in der Brigantenburg, in die es Conan verschlagen hat. So geht es entsprechend auch weiter: Großartige Zeichnungen, die heute noch so begeistern wie vor 30 Jahren. Roy Thomas' Dialoge altern dagegen weniger gut, sein Stil ist markant, wirkt aber heutzutage doch sehr laberig mit der Tendenz, alles zu kommentieren, was auf dem Panel oder daneben passiert, und die immer wieder verwendeten sprachlichen Klischees sind ermüdend. Umso spannender sind dann wiedereinmal aber Thomas' Anmerkungen am Ende des Bands, tolle Insiderinformationen aus erster Hand.
Gesammelt sind in diesem 5. Band der "Chronicles of Conan" die Ausgaben 27 bis 34, hauptsächlich Einzelgeschichten ohne engen Zusammenhang, und wer die ausufernde und gegen Ende sehr gequält in die Länge gezogene Belit-Saga kennt, die bald folgen wird, weiß das zu schätzen - wie im literarischen Original eignet sich Conan einfach besser für Kurzgeschichten als für bandübergreifende Epen.
Dark Horse setzt mit dieser Reihe Maßstäbe, was Reproduktion so alter Comics angeht, sowohl vom editorischen (textuelle Aufbereitung, Anmerkungen, Zusammenstellung) als auch vom materiellen Standpunkt (Papier, Druck, Farben, Bindung) aus gesehen eine durchweg herausragende Präsentation, die sowohl Fans aus alten Zeiten als auch Neuleser zufriedenstellen wird. Das einzige, was dem Aficionado fehlt, sind die Originalcover.