Art Nouveau in Hyboria
Die Anatomie ist bei Windsor-Smith manchmal etwas wunderlich - auch werden die für ihn typischen Michael-Jackson-Nasen in extrem hochwangigen Gesichtern wahrscheinlich nicht jedem gefallen. Doch immer wieder tauchen hier Panels auf, die Conans wundersame Welt in fantastischen, stark vom Jugendstil beeinflussten Bildern zeigen. Der Stil Windsor-Smiths ist sehr detailliert, und das steigert sich sogar im Laufe der Reihe.
Sind die Geschichten zu Beginn des Bandes noch in der Art des Sammelbands 1, also etwas bemüht und hauptsächlich vom Zeichnerischen her etwas krumm, so findet ab "The Dweller in the Dark", der vierten Geschichte dieses Bandes, das Duo Thomas/Smith ihren Lauf und wird besser und besser.
Leider muss ich meinem Vorrezensenten widersprechen - dieser Band sammelt nur die Ausgaben bis #13, und enthält zusätzlich den Höhepunkt des Bandes - "The Frost Giant's Daughter", in der Windsor-Smith zur Höchstform aufläuft.
Dark Horse bietet alles, was sich ein Comicfreund wünschen kann - tolle Aufbereitung mit einer atemberaubenden Neukolorierung, die nur stellenweise etwas zu üppig gelungen ist und die Linien übertüncht; eine stabile Bindung, dickes Papier und ein fester Kartoneinband; und schließlich noch ein gelungenes Nachwort von Roy Thomas, dessen Einsichten vor allem in die Welt der Comics-Code-Zeit sehr unterhaltsam sind.
Ein deutlicher Schritt nach vorn in Bezug auf den ersten Band der "Chronicles of Conan", und, ich weiß es, es wird noch viel besser werden in den Folgebänden.