Der Versuch eines Crossover zwischen Hyboria und Melniboné
Ein für mein Erachten seltsames Aufeinandertreffen findet in diesem Band der "Chronicles of Conan" statt - Moorcocks Elric trifft auf Howards Conan. Neben dem völlig unterschiedlichen Stil, in dem die Bücher dieser Autoren geschrieben sind, wirkt auch die hier vorhandene Comicgeschichte sehr bemüht, und zum Glück hat Roy Thomas erkannt, dass die damals wie heute im amerikanischen Mainstreamcomic übliche Crossoveritis, also die ständige Vermischung zweier Bücher nach dem Motto "Spider-Man verhaut den Hulk", mit Conan nicht funktioniert.
Für mich persönlich ist entgegen der Redaktionsrezension oben das Highlight dieses Bands der Zweiteiler "The Gods of Bal-Sagoth", gezeichnet von Gil "Green Lantern" Kane. Seinem äußerst klaren Stil kommt die Neukolorierung fantastisch zugute; darüber hinaus kann man erkennen, dass er im Gegensatz zu Windsor-Smith wirklich Ahnung von Anatomie hat. Seine Gesichter sind perfekt und charakterisiert, die Perspektiven immer korrekt und die Bewegungen dynamisch. Schade, dass es bei diesem Kurzeinsatz blieb - davon hätte ich sehr gern viel mehr gesehen.
Doch auch Windsor-Smith macht sich langsam aber sicher auf, seinen endgültigen Stil zu finden. Ihm tut die Neukolorierung nicht mehr, anders als in den früheren Bänden, unbedingt wirklich einen Gefallen, denn seine Zeichnungen werden immer detaillierter und feiner. Gerne würde ich die wie bei der "Savage Sword of Conan"-Reihe mal in schwarzweiß sehen.
Trotzdem eine der besten Fantasycomicreihen aller Zeiten, und dazu eins, das dem Originalmaterial recht treu bleibt.