Die Geschichte einer unmöglichen Liebe und der Entstehung des Grazer Gottesplagenbildes. 1463: Stjepan Tomašević, der letzte Despot Serbiens und König von Bosnien, wird von osmanischen Reitern enthauptet. Seine hochschwangere Frau Helena beobachtet die Ermordung und kann mit einem kleinen Gefolge fliehen. Hilfe erhält sie auch von einem Pilger namens Johannes, der sie Richtung Norden ins sichere Graz des Heiligen Römischen Reiches führen will. Doch die Osmanen sind ihnen dicht auf den Fersen, und in einer Zeit von Krankheiten, Plagen und Kriegen scheint am Ende nur noch ein Bild die Hoffnung auf eine Zukunft zu nähren.
Was mir an diesem Buch am besten gefallen hat, ist die Authentizität. Es ist unglaublich realistisch beschrieben, man ist als Leser mittendrin und verfolgt den Weg von Helena und Johannes mit allen Gefahren und Unwägbarkeiten der damaligen Zeit. Für die heutige Zeit fast unvorstellbar. Ein Leben in absoluter Armut, der Willkür der Herrschenden unterworfen, ohne Stimme, ohne Perspektive, fast dahinvegetierend, dieses Menschenbild hat der Autor sehr eindringlich beschrieben. Und doch blitzt immer wieder ein Fünkchen Hoffnung auf. Meist für die Hauptfiguren, manchmal aber auch für Nebenfiguren. Ansonsten ist das Buch eher düster bis brutal, wobei der Autor ebenso viel Wert auf die genaue und detailgetreue Charakterisierung seiner Protagonisten legt wie auf die Beschreibung der Umgebung dieser düsteren Zeit. Zugige, muffige Schlösser mit grausamen Herrschern, mit arroganter Willkür regierende Burgherren und seltsame Mönche gibt es in diesem Buch zuhauf. Sehr schön finde ich auch die Frage, wem man in solchen Zeiten überhaupt trauen kann und ob der Feind im eigenen Land nicht schlimmer sein kann als der marodierende Feind aus der Ferne. Der Sprachstil ist perfekt und sowohl der Zeit als auch dem Thema absolut angemessen. Was ich in diesem Buch allerdings absolut vermisst habe, ist die explizite Kriminalhandlung. Auf dem Cover wird eindeutig mit der Beschreibung historischer Krimi geworben, aber das geht für mich absolut unter. Das Hauptaugenmerk liegt hier eindeutig auf dem historischen Teil, der auch sehr gut gelungen ist. Leider war es mir persönlich zu wenig "explizite" Krimihandlung, aber allen Fans von historischen Romanen sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Vier kampferprobte Sterne für ein tolles und atmosphärisch bezauberndes Buch.
Das Cover ist einfach genial. Der Titel hat mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Das Taschenbuch hat eine tolle Haptik.
In diesem Buch, was in der Zeit im 15 Jahrhundert. Leid, Plünderungen, Krieg und Mord sind an der Tagesordnung, der Prolog hat mich sofort in die Geschichte gezogen, es geht um die Enthüllung des Werkes "Gottesplagen" von Thomas von Villach, das am Grazer Dom zu besichtigen ist.
In der Geschichte erlebt man am Anfang den Tod des letzten serbischen Königs, seine schwangere Frau Helena kann mit einem kleinen Gefolge fliehen und trifft bald auf Johannes, der ein Knappe bei den Johannitern ist. Er soll nach Graz um dort den Kaiser vor dem Einmarsch der Türken zu waren. Johannes und Helena reisen von nun an gemeinsam. An ihrer Seite ist Haris ein kampferprobter Diener von Helena. Sie geraten immer wieder in gefährlich und grausame Situationen, werden getrennt und finden doch wieder zueinander. Die Handlung war einfach atememberaubebd spannend, man merkt die ausgezeichnete Recherchearbeit des Autors Robert Preis. Die Kapitel hatten eine tolle Länge und die Überschriften waren sehr passend. Ein hervorragender Roman, über das Mittelalter und das Leben. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.