Eine turbulente Hetzjagd durch das kaiserzeitliche Graz – detailreich recherchiert und wortgewandt. Graz, 1882. Immer wieder werden Körperteile am Ufer der Mur angespült, und keiner weiß, zu wem sie gehören. Gendarm Wilhelm Koweindl steht vor einem Rätsel – und erhofft sich einmal mehr Rat von Hauslehrerin Ida Fichte. Kurz darauf verschwinden das Hausmädchen von Idas Dienststelle und dann die gnädige Frau höchstselbst. Wilhelm und Ida stürzen sich in die Ermittlungen, doch als sie erkennen, dass sie einer falschen Fährte folgen, ist es beinahe zu spät . . .
In diesem historischen Kriminalroman schafft es Gudrun Wieser wieder den Leser in die Vergangenheit zu versetzen. Mit ziemlich anschauenden Bildern und geographischen Beschreibungen kann man leicht den Handlungen folgen und glaubt, dass man sich nun im mittlerweile vorvorigen Jahrhundert befindet. Auch die Spannung sowie der Erzählfaden lässt lange offen, wer hinter diesen Greueltaten steckt.
Band 2 'Die Kälte der Mur' setzt den fantastischen Schreibstil, gepaart mit einer Prise Humor, des Vorgängers fort. Leider hat mir dieser Teil weniger gut gefallen. Mir fehlte das Internatssetting und für den Großteil der Handlung sind die beiden Hauptfiguren, deren Dynamik ein Highlight in Band 1 war, getrennt und versuchen den Fall alleine zu lösen. Der Roman glänzt, sobald die Figuren zusammenkommen, insbesondere auch durch Leopold. Größter Schwachpunkt ist leider die Handlung, der Mordfall ist wenig fesselnd und das (fehlende) Zusammenspiel der Figuren konnte das nicht ausgleichen.