Stell dir vor, du wüsstest, wie du in fünf Jahren sein wirst ...
... und es würde dir überhaupt nicht gefallen.
In der zweiten Woche der 7. Klasse meldet sich Jason Sloan für den brandneuen HAIR-Club an. Der Club aber entpuppt sich als äußerst Die Kinder sollen mithilfe einer schicken neuen Ausrüstung, die von einem mysteriösen Wohltäter gespendet wurde, per Videoaufnahme die Schule überwachen. Ihr erster herausfinden, wer aus der Cafeteria stiehlt.
Doch statt der erwarteten dunklen Cafeteria zeigen die Videos Jason und seinen Freunden etwas ganz Aufnahmen von ihnen selbst als Highschool- Abgänger, fünf Jahre in der Zukunft! Was um alles in der Welt könnte hier passiert sein? Während die Kinder versuchen, das Rätsel zu lösen, müssen sie etwas Niemandem von ihnen gefällt, wie sie in fünf Jahren sein werden ... Gibt es eine Möglichkeit, die Zukunft zu ändern und das eigene Schicksal aufzuhalten?
Betsy Uhrigs Debüt „Mehr Action, weniger Zucchini" hat mich damals so begeistert, dass ich mich auf „Club der Honks" sehr gefreut habe. Die Autorin schreibt unglaublich kurzweilig und augenzwinkernd. Diesmal zieht sie ihr Lesepublikum mitten hinein in Jasons Welt und die von ihm verfasste Chronik eines geheimnisvollen Schulclubs.
Zuerst hatte ich ein paar Schwierigkeiten, alle Kinder richtig zuzuordnen, aber die schöne Coverillustration hat geholfen. Die Story legt den Fokus generell mehr auf die turbulent-chaotischen Geschehnisse als auf die Charaktere, die sie erleben. Die Handlung wirft bis zum Ende viele Fragen auf, sodass man dranbleibt. Die Idee, dass die Clubmitglieder Aufnahmen von sich selbst in der Zukunft sehen können, ist toll und das Ganze hält eine witzige Auflösung bereit. Dennoch hätte ich mir bei dem großen Potenzial des Themas mehr Tiefe gewünscht; erst gegen Ende kommen dazu einige wertvolle Botschaften. Die Dinge, die den Kindern an ihren zukünftigen Ichs nicht gefallen, sind überwiegend oberflächlich, z. B. Outfit- und Frisurentscheidungen, mit denen ihre gegenwärtigen Ichs nicht einverstanden sind.
Die Geschichte lebt sehr davon, dass vieles überspitzt wird. Obwohl das ein Stück weit charmant ist, habe ich es hier zum Teil als zu extrem empfunden. Es sorgt für unwesentliche und oft sehr konstruierte Details und Gedankengänge, die das Tempo ausbremsen, und zum Beispiel Jasons jüngere Schwester wird durch die schräge Charakterisierung zu einer ziemlich unerträglichen Figur. Für ein Kinderbuch ist es doch sehr fragwürdig, dass sie ihrem Bruder gegenüber die ganze Zeit beleidigend und abschätzig sein darf und die Eltern ihr das fast schon stolz durchgehen lassen.
Der Aufhänger, dass der Club angeblich zur Videoüberwachung der Schule gedacht sein soll, hat so seine Tücken. Mich selbst hat das nicht besonders gestört, aber im Grunde wird hier ein sehr heikles Fass aufgemacht: Was, wenn die Clubmitglieder Lehrergespräche mithören oder Mitschüler mit Details aus den Aufnahmen mobben oder erpressen würden etc.? Aus meiner Sicht hätte die Autorin hier mit ein paar Sätzen Regeln aufstellen sollen, die das Ganze etwas absichern. So wirken die Lehrkräfte an dieser Schule schon ziemlich fahrlässig.
Meine Lieblingsfiguren waren übrigens Jasons Onkel Luke und die nerdig-coole Shannon sowie Lara, mit der die Autorin ganz woanders hinwill, als ich anfangs gedacht hatte.
In einem Satz:
„Club der Honks" ist unterhaltsam und witzig, hätte aber locker noch tiefer schürfen können und schafft es für ein rein für Kinder geschriebenes Buch nicht ganz aus dem Erwachsenen-Denken heraus, für eine All-Age-Lektüre aber nicht genug in ein kluges Gesamtkonzept hinein.
unterhaltsame Zukunftsvisionen von Teenagern In Club der Honks von Autorin Betsy Uhrig geht es um Jason und seine Mitschüler.
Sie schreiben sich in ihrer High School in einem mysteriösen Club ein. Dem H.A.A.R.-Club. Aufgabe des Clubs ist es die Schule zu überwachen. Dabei stoßen die Kinder auf Zukunftsbilder ihrer Selbst, die ihnen so gar nicht gefallen. Können Sie die Zukunft ändern?
Das Buch ist aus Jasons Perspektive geschrieben und in 60 doch recht kurze Kapitel gegliedert. Wir haben mühelos in die Geschichte gefunden und uns durchaus gut unterhalten gefühlt. Durch die kurzen Kapitel und den angenehmen Schreibstil lies es sich flüssig lesen.
Die Charaktere sind vielfältig und ausgewogen. So wird sich bestimmt jedes Kind hier wiederfinden. Die Handlung ist teilweise stark überzogen, was uns allerdings nicht gestört hat.
Wer jetzt auf ein lehrreiches oder anspruchsvolles Buch hofft, sollte besser nicht zu diesem greifen. Wer Gregs Tagebuch geliebt hat, wird auch mit diesem Buch seine Freude haben.