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Troia: Mythos und Wirklichkeit

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Las más recientes excavaciones, bajo la dirección de Manfred Korfmann, van a cambiar considerablemente nuestra visión de Troya, en un libro que nos muestra la cara más aventurera de la arqueología.

Perfect Paperback

First published January 1, 1990

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Profile Image for Matt.
440 reviews13 followers
April 2, 2024
Das ist ein kompaktes, lehrreiches und voll lesenswertes Buch. Der Text gibt Ankunft über die Geschichte der Stadt Troia von der griechisch-römischen Antike bis heute (oder bis 2000, als das Buch veröffentlich wurde). Im ersten Drittel des Buches steht Schliemann und sein Einfluss im Vordergrund. Der Autor räumt manchmal die Fehler und die Unstimmigkeiten Schleimanss archäologischen Tätigkeiten ein, ohne ihn zu verteufeln. Er war in vielen Hinsichten ja Bahnbrecher, dem wir noch heute vieles verdanken. Fragen über sein Verhalten in seinem persönlichen Leben sind hier nicht eingegangen, aber manche würden auch zu diesem Thema den Schwamm des ‘damals war es halt so’ verwenden.

Das zweite Teil des Buches geht um das Gedicht Ilias, trotz dessen anerkannten Fiktionalität noch die wohl bedeutendste Quelle der Antike, was Troia angeht. Hier wurde über Homer berichtet und über die Art Dichtung, aus der die Ilias besteht, kurzum: eine mündliche ’performance poetry’, die erst über Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende, tradiert wurde, bevor sie niedergeschrieben wurde. Dieser Prozess führt dazu, dass in der Ilias Spuren aus älteren Zeiten zu finden sind, die den Zusammenbruch der Spätbronzezeit vordatieren. Die Schichten des Gedichts sind erst anhand archäologischen Funden zu merken, z.B. der bekannte Eberzahnhelm der in Ilias, Buch 10 erwähnt wurde und von denen Beispiele aus der Bronzezeit zum Tage gekommen sind. Dadurch wird es klar, wie Literatur und Archäologie zusammenhängen und von einander profitieren können. Der letzte Teil des Buch geht um die Geschichte der Troia und die neuen Ausgrabung in Troia, die von Manfred Korfmann geleitet wurden, welche diese Geschichte am besten sichtbar machen.

Das buch beinhaltet auch viele Bilder und Diagrammen, die trotz der kleinen Größe doch voll überschaubar sind. Es gab nur ein paar Stellen, wo ich Einwände habe. Sieber bestreitet die Fabel, nach der der Dichter Homer blind war, aber seine Begründung ist nicht nur fragwürdig, sondern auch ableist. Er meint, der Dichter könne nicht blind gewesen sein, da er solche anschauliche Beschreibungen lieferte. Warum aber soll ein blinder Mann, zumindest einer, der nicht Blindgeboren war, nicht lebensnah dichten? Dazu liefert Siebler eine Beschreibung des Orientalisierung der archaischen Griechen, d.h. sie wurden von der weiter entwickelten Zivilisationen des Nahosts beeinflusst. Aber Sieblers Beschreibung davon ist leider auch etwas orientalistisch (im Sinne von Edward Said, sprich: leht sich an Stereotypen an). Die Beschreibung von Homer als Nationaldichter hat mir auch etwas Unbehagen bereitet, da diese Bezeichnung ziemlich anachronistisch ist. Homer gilt wohl heute als Nationaldichter aber in der Antike war Griechenland ja keine Nation, sondern eher eine Anhäufung von unterschiedlichen, schlecht kooperierenden Stadtstaaten.

Ich vermerke diese Einwände nur weil ich das Buch sonst so hervorragend fand. Der Schreibstil ist super und der Inhalt ist spannend und informativ. Das Wenige, über das man meckern kann, unterstreicht wie toll das Buch sonst ist. Es wird auch bestimmt neue Funde und Weiterentwicklungen in der Forschung in den Jahren gegeben haben, seit denen das Buch erschien, aber es bietet eine gute Grundlage zum Weiterlesen.
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