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Buch von der Deutschen Poeterey

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Martin Opitz (seit 1627: von Boberfeld), 23. 12. 1597 Bunzlau (Schlesien) – 20. 8. 1639 Danzig.
Der Sohn eines Fleischermeisters erhielt eine gediegene humanistische Schulbildung (Bunzlau, Breslau, Beuthen), doch als er 1619 nach Heidelberg ging, machten die Kriegswirren seine Studienpläne bald zunichte. Er setzte sich publizistisch für den kalvinistischen Friedrich V. v. der Pfalz ein, verließ jedoch 1620 die von span. Truppen bedrohte Stadt und begleitete dän. Adelige als Hofmeister nach Holland und Dänemark. 1621 kehrte er nach Schlesien zurück, doch erst 1626 fand er eine Anstellung als Sekretär Karl Hannibal von Dohnas, der im Auftrag Wiens die Rekatholisierung Schlesiens betrieb. Nach Dohnas Flucht vor den Schweden trat O. 1633 in den Dienst der protestantischen schlesischen Piastenherzöge, 1637 wurde er zum Hofhistoriographen des polnischen Königs ernannt und versah bis zu seinem Tod infolge der Pest in Danzig auch diplomatische Aufgaben. Neben seinen beruflichen Plänen verfolgte O. konsequent ein ehrgeiziges Literaturprogramm, das auf die Erneuerung der dt. Dichtung auf humanistischer Grundlage nach dem Vorbild der europäischen Renaissanceliteraturen zielte. Nach frühen Ansätzen in der lat. Schrift Aristarchus oder über die Verachtung der deutschen Sprache formulierte er 1624 in der ersten deutschsprachigen Poetik, dem Buch von der Deutschen Poeterey, die Regeln der neuen dt. Kunstdichtung und Verssprache (regelmäßiger Wechsel von Hebung und Senkung, Beachtung des ›natürlichen‹ Wortakzents) und stellte ab 1625 in den Acht Büchern Deutscher Poematum und den folgenden Publikationen Musterbeispiele der verschiedenen Gattungen in eigenen Versuchen und zahlreichen Übersetzungen und Bearbeitungen von Werken der Weltliteratur bereit (Lyrik, Drama, Oper, Roman, Epos, Lehrgedicht, Bibeldichtung, Schäferdichtung). Zum kulturpatriotischen Programm gehörte auch die Edition des frühmhd. Annolieds. Die Anerkennung seiner literarischen und organisatorischen Leistung schlug sich in entsprechenden Ehrungen nieder: Poeta laureatus (1625), Adelserhebung (1627), Aufnahme in die »Fruchtbringende Gesellschaft« (»Der Gekrönte«, 1629).

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

112 pages, Paperback

First published January 1, 1624

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About the author

Martin Opitz

70 books3 followers
German poet and critic. Founder of the Silesian school of poets.

Secretary and historiographer to King Wladyslaw IV of Poland (from c.1635).

Author of Aristarchus & Buch von der deutschen Poeterey

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Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for anna.
108 reviews
December 2, 2022
Ich hab nix verstanden, aber mir gefällt die Message
24 reviews
January 16, 2015
Das Buch der deutschen Poeterey zeigt einige immernoch aktuelle Konventionen der Lyrik auf (die Form des Sonetts, Kadenz, Metrik), erweist sich in anderer Hinsicht (Einteilung von Texten, erlaubte/nicht erlaubte Reime) jedoch als recht archaisch. Dies ist natürlich nicht vermeidbar, wenn man bedenkt wie alt Martin Opitz Werk bereits ist. In diesem Zusammenhang lässt sich durchaus sagen, dass es beachtlich ist, wieviele Regelungen auch heute Gebrauch finden.

Es war anfänglich etwas schwer sich in den Text einzufinden, da die Schreibweise natürlich der Entstehungszeit entspricht. Ich musste mehrere Absätze wiederholt lesen um ihren Inhalt genau zu erfassen, manchmal entzog er sich mir auch ganz (dies passierte allerdings nicht so häufig wie man annehmen mag).

Für Germanistikstudenten und allgemein Interessierte sicherlich nicht die schlechteste Lektüre.
Profile Image for Serhat.
2 reviews
January 25, 2023
Gut zu wissen, lernt man heute auch alles in der sechsten klasse aber für damals schon ok
Profile Image for Larissa.
8 reviews
November 27, 2024
Wichtig für die Entwicklung der Poesie (sage ich in der Hoffnung dass ich es verstehe bevor es in der Klausur drankommt)
Profile Image for Linus Ph..
32 reviews
December 30, 2025
Nicht leicht zu lesen, aber richtig spannend und er hat immer noch bestehende Regeln der Poetik dort aufgeführt.
Displaying 1 - 8 of 8 reviews

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