Erotik pur zwischen einem Herzog und einer Künstlerin
Allgemeines
Während einer Buchverlosung bei LovelyBooks habe ich von dem Verlag Digital Publisher ein E-Buch gewonnen und bedanke mich hierfür.
Formal / zeitliche Einordnung
Die Geschichte startet sehr turbulent 1871 in Yorkshire, England. Dann geht sie fünf Jahre später in London weiter. Der Text ist in der dritten Person geschrieben und beleuchtet hauptsächlich die Gefühle und Gedanken der beiden Protagonisten Jeremy Rawlings, genannt Jerry, Herzog von Rawlings, und Margret Herbert, genannt Maggie, Tochter eines Edelmannes.
Inhalt
Jeremy verhält sich wie ein ungehobelter Wüstling und wird darum der Universität verwiesen. Er betrachtet Frauen als Lustobjekte und zeigt keinerlei Interesse zu heiraten.
Margret hält nicht viel von gesittetem Benehmen. Sie will weder heiraten noch eine Familie gründen, sondern ihr Leben der Malerei widmen.
Als die Beiden aufeinander treffen, kompromittiert er sie, hält allerdings anstandshalber um ihre Hand an, was sie lachend ablehnt. Während er nach Indien in den Krieg zieht, darf sie nach Paris, um dort Kunst zu studieren.
Fünf Jahre später treffen Jerry und Maggie erneut aufeinander. Es gibt viele Verwirrungen, hitzige Diskussionen, ausgeschmückte Erotikszenen – aber auch eine kriminalistische Nebenhandlung.
Am Ende geht es rundum gut aus, so dass man sich mit einem wohligen Gefühl zurücklehnen könnte.
Meine persönliche Meinung (Spoiler!)
Ich hatte einen gefühlvollen Regency-Roman erwartet. In der Hand hielt ich allerdings einen erotischen Liebesroman, der alle Konventionen brach. Ob dieser Roman eine Ausnahme bei der Autorin ist, weiß ich nicht, da ich sie zum ersten Mal gelesen habe.
Die Leichtfertigkeit von Jeremy bereits ganz zu Beginn, der ein Mädchen entjungfert und es dann nicht heiraten will, sondern statt dessen ihren Bruder im Duell tötet, hat mich direkt gegen ihn eingenommen. Da er zu dem Zeitpunkt bereits ein Herzog ist, finde ich sein Verhalten skandalös.
Kaum bemerkt er, dass seine Kindheitsfreundin Maggie weibliche Formen bekommen hat, macht er sich an sie heran. Sie zeigt sich zwar hin- und hergerissen zwischen Lust und Anstand, doch interessiert ihn das nicht. Er verführt sie und sie schmilzt dahin. Jedes Mal.
Während er in Indien seine Lust mit verschiedenen Frauen stillt, zeigt sich Maggie absolut keusch und wird nicht einmal schwach, als sie nackte Männer zeichnet. Sie will natürlich nur Jeremy.
Der anfangs noch amüsante Einschub mit dem 'Stern von Jaipur' wird dermaßen oft erklärt, aus jeder Sicht und von jedem im Buch, dass es auf mich nur noch nervend wirkt. Auch die Verbissenheit, mit der Jeremy dem Verlobten von Maggie unterstellt, ihn töten zu wollen, ist geradezu lächerlich.
Doch Maggie ist nicht viel besser. Sie ist keusch verlobt mit Augustin. Doch ihre Jungfräulichkeit schenkt sie Jeremy, von dem sie glaubt, dass er verlobt ist. Statt sich für ihr unangemessenes Verhalten zu schämen und das Verhältnis zu beenden, kocht sie vor Eifersucht wegen seiner angeblichen Verlobten.
Zum Schluss bekehrt sich Maggies gesamte Familie. Der Attentäter ist nur ein verliebter Narr. Augustin bekommt Maggies beste Freundin. Und Maggie wird glücklich mit einem Mann, dessen Körper von Malaria-Anfällen geschüttelt wird, dessen Haut ungesund gelblich und krank aussieht, der eine gebrochene Nase hat, dessen Körper fast wie von einem Gorilla behaart ist, der aber dennoch der schönste Mann der ganzen Welt ist. Das muss einfach Liebe sein.
Fazit
Die Handlung dieses Romans wird von erotischen Szenen zusammen gehalten. Zwischen der Erotik taucht auch mal etwas schlechtes Gewissen auf. Als historischen Liebesroman würde ich das Werk jetzt nicht bezeichnen, eher als historischen Erotikroman.
Ich vergebe drei Sterne, weil mir die Szene mit dem Sturz vom Baum sehr gut gefallen hat und einige Szenen wirklich gelungen sind. Aber Regency war dieser Erotikroman nicht wirklich.