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Man hat sich daran gewöhnt -- zumindest glaubt man es --, dass ein großer Teil der Prosa, die sich im Umfeld neuester Musik und ihrer Stars entwickelt, vom Pathos der schamlosen Übertreibung getränkt sein muss. Der hart gesottene Kritiker (oder der abgehärtete Leser) wird daher kaum zusammen zucken, wenn er die recht vollmundigen Klappentexte liest, mit denen das dünne Bändchen beworben wird, das Adam Green unter dem ziemlich unprätentiösen Titel magazine (man beachte die lässige Kleinschreibung!) zusammen gestellt hat. Green gilt gemeinhin als Wunderkind der New Yorker Szene, als genialischer Liedermacher und urbaner Smart-Poet, der großflächig das Erbe von Bob Dylan, Arthur Rimbaud, Allen Ginsberg, Rolf Dieter Brinkmann und Guillaume Apollinaire angetreten hat -- weswegen man ihm sein begrenztes Gitarrenspiel verständlicherweise verzeihen sollte. Nun mag sein, dass Greens dichterische Ergüsse unaufdringlich oder gar interessant wirken, wenn sie von charmant dilletierenden Musikdarbietungen abgefedert werden. Ohne jegliche Schutzhülle jedoch erweist sich die Dichterei des Jungpoeten als typisches Beispiel jener entlarvenden Form der expressionistischen Lyrik, die irgendwie noch zu jeder Pubertät gehört. Mit dem Unterschied, dass die meisten von uns diese kurze intensive Schaffensphase hormongesteuerter Kreativität nach einer Schamfrist allenfalls den eigenen Enkeln zumuten würde -- auf keinen Fall jedoch einer breiten Öffentlichkeit.

Was also soll man dazu sagen, zu dem 'Langgedicht' mit dem Titel "Die Blumen des Kapitalismus" oder zu den "8 Seiten für Allah", die wie alle anderen Texte des Green'schen Magazins vor allem der Logik enthemmter Assoziation in der Abwesenheit poetischer Grundkenntnisse gehorchen, und in denen die Erwartungen, die der Leser möglicherweise vom Titel her entwickelte, auf geradezu schamlose Weise gegen die Wand gefahren werden -- was soll man dazu sagen? Am besten gar nichts -- oder zumindest gebt Thomas Meineke bessere Texte und rettet ihn vor Scharlatanen wie Adam Green. --Peter Schneck

122 pages, Paperback

First published February 28, 2005

16 people want to read

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Adam Green

15 books2 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Christoph.
67 reviews13 followers
July 29, 2018
10-15 years ago, I would have loved it. But today - not so much. It does read like a fanzine version of Ginsberg, the only problem is that Ginsberg wrote decades ago, this is very much from the early 00s. The book is also very "edgy thoughts of a young male genius" and that concept died a long time ago.
Profile Image for Jennifer Ciaccio.
77 reviews3 followers
March 24, 2009
Adam Green is a strange, twisted man. This book is just a collection of his thoughts, allowing you into is mind for a little while. I loved every line of it.
Profile Image for Ines.
61 reviews10 followers
August 14, 2010
Absolutely random and weird. This "book" is a compilation of non connecting words.
Still, I like Adam's music.
15 reviews1 follower
December 24, 2011
Adam is a genius, and his writing is indescribable.... inspiring. Hopefully he will keep writing.
Profile Image for Rosamund.
387 reviews20 followers
April 3, 2016
Adam Green, I love your songs... but this is a bit wanky and probably makes sense to nobody but you. Still, it was fun to read the German translations in parallel with the English.
Displaying 1 - 5 of 5 reviews

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