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Womöglich alles eine Frage der Sozialisation? Markus Kavka, Aushängeschild von MTV Deutschland, aufgewachsen in der traditionellen Wertewelt eines behüteten bayrischen Elternhauses. Friedfertig, diskussionsfreudig, 68er-orientiert. Anders, die vierzehn Jahre jüngere Caroline Korneli, MTV-Außenreporterin. Zweifache Mutter, zielorientiert, streitlustig, geübte Tellerwerferin, scheint das eher krawallige Modell ihrer alleinerziehenden und emanzipierten Mutter übernommen zu haben. Die hatte ihren diversen Liebhabern einst das Poesiealbum barsch um die Ohren gehauen: Keine ungebührliche Nähe, bitteschön, außer, ich will es. Und - was ich will, nehme ICH mir! Solch garstig Auftreten irritiert den konsensgewohnten Markus sichtlich!
Kein Macho, aber ein kleines Arschloch sollte er schon zuweilen sein, fordert Caro. Vom Manne, der's mit ihr aushalten will, versteht sich, nicht von Markus, den solch kavkaesk schillerndes Regelwerk eher verstört. Immerhin gibt er zu, als 28-Jähriger ausgerechnet von den beiden Oasis-Flegeln Liam und Noel Gallagher den Weg zum Mannsein gewiesen bekommen zu haben. Will heißen, ein klares Ja zu Fußballsamstag, Alk und eigenen Schweinereien. Findet auch Caro gut. Eingeschränkt jedenfalls. In den Augen des Rezensenten geht Markus aus diesem Diskussionsmarathon als moralischer Sieger hervor, indem er sich eigenen Fehlern stellt und an deren Beseitigung arbeitet. Und Kontrahentin Caro? Nun, die erwartet in leicht selbstgerechter Pose genau dies. Das Schlachtfeld bleibt vorerst eröffnet. -Ravi Unger
224 pages, Paperback
First published August 31, 2007