Am Anfang geht es eigentlich nur um eine Familie, die tragischerweise das jüngere Kind, eine 7-jährige Tochter durch einen Verkehrsunfall ins Koma verliert. Der Bruder, geplagt von Schuldgefühlen, da er hätte auf seine Schwester aufpassen müssen, der Vater, der die lebenserhaltenden Maßnahmen lieber abstellen und die Tochter in Frieden gehen lassen möchte, und die Mutter, die sich darauf stürzt, ihre Tochter durch alternative Methoden zurück zu bekommen. Mit einem flüssigen Schreibstil führt der Autor den Leser sehr leicht durch die erste Hälfte des Buchs, mit dieser wirklich schweren Thematik. Das Buch macht nachdenklich und traurig.
Mit der Verlegung der Tochter in eine "Spezialklinik", in der mit diversen, kontroversen Methoden (Elektroschocks, Pornographie, laute Musik etc.) Kinder und Jugendliche aus dem Koma geholt werden, wird das Buch dann allerdings etwas strange. Der Gedanke, dass sich Koma Patienten mehr oder weniger tief in einer anderen Bewusstseinsebene, ja einer anderen Welt, befinden ist zwar sehr interessant, und auch die Möglichkeit, dass der Bruder durch Hypnose ins er Lage sei, seiner Schwester aus den Tiefen eben jener Welt heraus zu helfen, klingt noch plausibel und nach einer interessanten Idee, verbunden mit der hektischen Schließung des Krankenhauses, aufgrund von Demonstrationen, Anklagen wegen Experimenten an lebenden Kindern etc. wird es ziemlich wild. In einer Nacht- und Nebelaktion werden die Kinder von der Ärztin und ihren Eltern "gestohlen" und die Behandlung versteckt weitergeführt. Die Ärztin selbst taucht in die tiefe Bewusstseinsebene ein, der Rest des Buchs wird leider nicht weiter ausgeführt. Das letzte Kapitel spielt einige Monate in der Zukunft und wirft mehr Fragen auf als welche zu klären.
Vielversprechende erste Hälfte, sensibler Umgang mit einem bisher noch nicht sehr erforschten Thema - dann wird es leider zu angespaced und am Ende zu schnell abgehandelt. Unbefiredigender Ausgang.