Eine neuartige Software mit Namen Redemptio soll die Verbrechensbekämpfung revolutionieren. Anstatt zu warten, bis eine Straftat begangen wurde, errechnet der brillante Algorithmus, wo und sogar wann das nächste Verbrechen mit hoher Wahrscheinlichkeit stattfinden wird. Die junge Polizeibeamtin Anabel Plate entdeckt jedoch, was tatsächlich hinter diesem Programm Die totale Kontrolle weniger über alle und alles. Sie nimmt den Kampf gegen Mensch und Maschine auf. Aber es wird ein Rennen gegen die Zeit, denn Redemptio gerät außer Kontrolle.
Keine Verbrechen mehr! Absolute Sicherheit! Und das nur dank einer lernfähigen KI, die mit genügend Intelligenz ausgestattet und mit genug Daten gefüttert wird. Das ist die Prämisse von "Redemptio". Hinzu kommen rechtschaffende Ermittler, korrupte Politiker und raffinierte Hacker. Diese Bausteine verwebt Volker Gerling zu einer sehr spannenden Geschichte, die nicht nur durch ihre Wendungen besticht, sondern auch durch die begrenzten Informationen (bzw. ihre Weitergabe oder bewusste Geheimhaltung) der einzelnen Handlungsträger und die Schlüsse, die diese daraus ziehen und somit die Story in neue Bahnen lenken. Das gibt dem Ganzen eine zusätzliche Dimension der Spannung. Lesende bleiben durch die konstanten Perspektivwechsel hingegen stets auf dem Laufenden. Somit gibt es kein Rätselraten darüber, wer eine Tat verübt hat. Die Auflösung erfolgt prompt. Stattdessen treiben die Interaktionen der Figuren untereinander die Geschichte voran, bzw. ihre Interaktionen mit der titelgebenden KI "Redemptio". Leider ist der Schluss etwas beliebig und es wirkt stellenweise so, dass den Charakteren zur richtigen Zeit die richtigen Dinge geschehen, weshalb nie wirklich das Gefühl aufkommt, die Handlungsträger seien ernsthaft in Gefahr. Abgesehen davon ist das Buch aber hochgradig spannend!
Hat der Kampenwand-Verlag eigentlich Lektoren? Dann sollte dem für diesen Romane zuständigen eigentlich aufgefallen sein, dass der Autor permanent "..., wollte X wissen" geschrieben hat. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das Schreiben von Dialogen, gerade was Gruppen angeht, zu den anspruchsvolleren Aspekten der Schriftstellerei gehört, aber bei einem etablierten Autor erwarte ich mehr Kunstfertigkeit, als sich ewig zu wiederholen.
Auch sonst ist Redemption kein literarisches Meisterwerk, die Story ist übertrieben, ziemlich unglaubwürdig und zu glatt, wie am Reißbrett entworfen. Die Charaktere lassen an Tiefe vermissen, besonders auf emotionaler Ebene, wir bekommen hier mehr Infos über Menschen, als dass diese wirklich eindrücklich dargestellt werden. Spannung war nur in geringerem Umfang zu spüren. Da der Roman jedoch zumindest so unterhaltsam war, dass ich ihn dann doch nicht nach dem ersten Drittel abgebrochen habe, möchte ich immerhin noch knappe drei Sterne vergeben.
Eine Software, die verhindern soll, dass Verbrechen verübt werden. Die LKA-Beamtin Annabel Plate ermittelt in einem Fall, angeblich Einbruch, doch sie glaubt nicht daran. Eine eigens gegründete Sondereinheit kümmert sich um die Täter, die die Software potenziell als straffähig einstuft. Doch was, wenn diese Software außer Kontrolle gerät? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Ich habe mich über das neue Werk von Volker Gerling gefreut. Der Einstieg war spannend, danach hat es sich ein wenig in die Länge gezogen, wurde aber wieder spannender. Die Polizeibeamtin Annabel war als Figur schlüssig, ihre Handlungen nachvollziehbar. Zwar hatte ich manchmal das Gefühl das bestehende Namen mal abgeändert wurden, doch es war trotzdem ganz gut.
Die Software Redemptio verändert die Bekämpfung von Verbrechen, in dem diese bereits vor der Tat verhindert werden. Aber das Programm gerät immer mehr außer Kontrolle. . Das Buch ist aus mehreren Perspektiven von verschiedenen Figuren beschrieben, man bekommt so also den perfekten Überblick über die wirklich interessanten und sehr unterschiedlichen Charaktere. Die künstliche Intelligenz Redemptio und ihre Möglichkeiten sind extrem gruselig und so wird die beeindruckende Macht von Technik gezeigt. Verstärkt wird das durch die Abschnitte aus der Perspektive von Redemptio, in der ein Mensch zwar nachgeahmt, aber nicht perfekt getroffen wird, eben wie bei einer KI. Die Handlung ist von Anfang an spannend und wirkt wie ein aufregendes Wettrennen zwischen Mensch und Maschine. Es gibt ein paar total überraschende Wendungen, die ich so gar nicht erwartet habe. Für mich war das Ende des Buches Gänsehaut pur, weil zwar eigentlich alles so passiert ist, wie ich es wollte, aber gleichzeitig neue Möglichkeiten eröffnet. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. . Spannender Thriller