Traccia luminosa di molte situazioni quotidiane, il grigio è il simbolo di una sana indifferenza che esorta a deporre le armi della lotta continua, a scegliere una «medietà attiva, al servizio di un evento più grande». Seguendo il filo di questo «non colore» dalla Genesi alla fotografia, dai fenomeni atmosferici alle avanguardie di Piero Manzoni e Marcel Duchamp, Peter Sloterdijk, autore di opere controverse e divisive, ripercorre la storia dell’umanità alla luce dei significati allegorici di questa tinta fluida e ambigua. Si afferma così una nuova teoria estetica e filosofica del compromesso fra chiaro e scuro, che abbraccia letteratura, arte, religione e politica, dal mito platonico della caverna, dove i prigionieri non vedono altro che le ombre grigie delle cose, a Hegel, secondo il quale la filosofia dipinge il suo grigio su grigio. Da Heidegger, convinto che sia la tonalità emotiva quotidiana del nostro essere-nel-mondo, a Nietzsche, che celebra il grigio argenteo come la chiave del passaggio tra umano e oltreumano, tra idilliaco e terrificante. Dal Purgatorio dantesco ai corridoi kafkiani, da Cézanne, per il quale non è un pittore chi non ha dipinto il grigio, a Andy Warhol, il pioniere dell’indifferenziazione. Dal tramonto del rosso del Terrore giacobino, della Rivoluzione d’ottobre, del nazifascismo e delle dittature del proletariato alle «eminenze grigie» della Ddr e al grigiore dell’era di Angela Merkel.«Una volta risvegliata dalla latenza, la parola “grigio” perseguita il pensiero del sé e del mondo fino alle cose ultime e meglio nascoste. Non c’è essere umano che non sia immerso nel crepuscolo della propria situazione, circondato dagli altri, i pochi vicini e gli innumerevoli lontani, ciascuno nel proprio campo crepuscolare.»
Peter Sloterdijk is a German philosopher, cultural theorist, television host and columnist. He is a professor of philosophy and media theory at the University of Art and Design Karlsruhe.
Peter Sloterdijk studied philosophy, Germanistics and history at the University of Munich. In 1975 he received his Ph.D. from the University of Hamburg. Since 1980 he has published many philosophical works, including the Critique of Cynical Reason. In 2001 he was named president of the State Academy of Design, part of the Center for Art and Media in Karlsruhe. In 2002 he began to co-host Das Philosophische Quartett, a show on the German ZDF television channel devoted to discussing key issues affecting present-day society.
The Kritik der Zynischen Vernunft (Critique of Cynical Reason), published by Suhrkamp in 1983, became the best-selling philosophical book in the German language since the Second World War and launched Sloterdijk's career as an author.
The trilogy Spheres is the philosopher's magnum opus. The first volume was published in 1998, the second in 1999, and the last in 2004.
Aunque en el fondo me ha parecido tan irónico y suculento como siempre, no deja de tratarse del desarrollo de un tema menor. Desde luego no me ha supuesto un shock como la Crítica de la razón cínica. Lo mejor, el capítulo sobre la deriva política del agrisamiento en la historia de Europa, con sus "zonas grises" geopolíticas. (Que el autor diga, cuando escribió esto en 2022, que las democracias europeas se encaminan hacia un horizonte verde-gris "si no interrumpe la tendencia un renacimiento anarquista o si no se levanta una fuerte brisa liberal", me ha parecido ingenuo, con la que está cayendo, pero muy esperanzador).
Wozu schreibt man so ein Buch? Die Frage danach könnte auch lauten: Was ist Philosophie? Alles, was ein Philosoph schreibt? Meiner Meinung nach hat Sloterdijk hier Bildungsgemurmel abgeliefert, das zwar nicht ganz uninteressant ist, aber insgesamt gesehen offen lässt, was der Gewinn nach Lektüre des Buches sein soll. Erinnerung an gutes altes Denken? Man wird nicht dümmer, aber im Sinne einer Orientierung in der Welt (Philosophie?) auch nicht viel klüger. Jedenfalls wusste ich von der Entstehung der "Parteien" und entsprechender farblicher Zuordnungen durch die Wagenrennen im alten Byzanz schon von den weiland DDR- Digedags ;-) und auch die Herkunft der Symbolfarbe "Rot" und ihre Bedeutung seit der Französischen Revolution war mir nicht unbekannt.
Das Ganze beginnt mit "Ge- Gräu", was eigentlich ein Gebräu aus Gedanken ist, die sich mit der Unfähigkeit der Nachgekommenen beschäftigen, auf Vorhandenem aufzubauen. Stattdessen würden sie der Logik des Computer-Neustarts folgen (39) - eine für Konservative aller Couleur nicht unübliche Auffassung. Dabei käme es auf Wahrheit nicht mehr an, Hauptsache man verstehe, warum ein Sprecher dazu komme, etwas so und nicht anders zu sagen. Postmoderne- Kritik also und mithin nix Neues. Nach Hegel entstünde der Historismus und mit ihm die Museen und die Möglichkeit, aus Vergangenem zu zitieren, was der Autor ausführlich tut, die Modernen hingegen nicht mehr könnten. Je nun...
Danach arbeitet sich Sloterdijk an der Bürokratie ab, die - wie könnte es anders sein? - "kafkaesk" beschaffen sei. Die "Erweiterung der politischen Farbelehre" ist wesentlich eine Abrechnung mit dem Stalinismus, der - in seinem Voluntarismus (Modernisierungsdiktatur- 92) richtig beschrieben - in ziemliche Nähe zu Mussolinis Faschismus gerückt wird. (91ff.) So brauche man, "um die im Winter 1922 aktuelle Konstellation Lenin-Mussolini zu erfassen, keine Totalitarismustheorie" (93). Das vielleicht nur, weil der Autor Hannah Ahrendt nicht mag, ansonsten laufen seine Befunde so ziemlich auf dasselbe hinaus. Zwar bekommt auch die "bleierne Zeit" (Hölderlin!) in der Bundesrepublik ihr Fett weg, aber die Antipathien gegen die DDR überwiegen diese Abneigung deutlich. Hier inszeniert sich der Großdenker als "unabhängiger Geist" und liefert doch kaum mehr als Mainstream. Das trifft auch auf die Zeitdiagnose zu, wir hätten es heute mit einer "ökobürokratische Verordnungspolitik" (106) zu tun, womit das Problem in seinem Wesen m.E. nicht wirklich erfasst wird. Dabei hätten die Überlegungen zu Stalin die Blaupause dafür abgeben können, darüber nachzudenken, wie ein derartiges Modernisierungsprojekt, das GEGEN die Mehrheit der Bevölkerung und die kurzsichtigen Profit- Interessen der Industrie durchzusetzen ist, einer erneuten "Modernisierungsdiktatur" Vorschub leistet oder was Alternativen wären. Aber "Alternativen" zu einem als unzureichend verstandenen Modernisierungsprojekt zu benennen ist Sache der Konservativen nicht und Sloterdijk outet sich als ein solcher.
Im Abschnitt über das "Spektrale Grau" finden sich immerhin interessante Anmerkungen zur Theologie, jedenfalls interessant für jemanden wie mich, der bei Buber et all nicht so zu Hause ist. Auseinandergenommen werden Bibel- Passagen zur Genesis (des Lichts), ohne dass sie ihrer mangelnden Logik wegen verworfen würden. Ist schon klar: Wenn die Götter (Elohim!) ein "es werde Licht" sprechen können, müssen sie schon in Etwas gewesen sein, was demzufolge die Dunkelheit wäre. Danach folgen Ausführungen zur Lichtmetapher etc., die Bildung vermitteln (u.a. ausführliche Bezüge zu Dante). Leiser Spott kommt auf, denn die Idee, in der Ewigkeit könne es Zeitlichkeit geben (im Purgatorium werden Sünder schließlich geläutert, um dann doch zu Gott zu kommen, was also eine "Entwicklung" in der per definitionem zeitlosen Ewigkeit voraussetzt), ist philosophisch natürlich nicht haltbar.
Im Weiteren kriegt die Moderne ihr Fett weg: "Ohne Massenflucht in die Mediokrität keine modernen Zeiten." (141) Lach, das hat mit dem Kapitalismus zu tun und wie das funktioniert, kann man bei Marx nachlesen. Die entsprechenden Passagen sind Sloterdijks "Abrechnung" mit seiner Zeit, der Begeisterungsfähigkeit fehle, aber sie sind entbehrlich, zumal Kritik an den Modern- Mediokren wiederholt, was bereits gesagt wurde: Sie hörten - hier wird Buber zitiert - in sich hinein "und wissen nicht, welches Meeres Rauschen [sie] hören." (234) Sprich, das Denken wird zum "Echo" des Vergangenen, ohne dass dieses noch gewusst geschweige denn begriffen würde. Vielleicht breitet der Autor deswegen die alten Bildungsgüter so ausführlich vor seinen Lesern aus?
Interessant fand ich den Bezug auf Bazon Brock, der gegen C. Schmitt einwandte, nicht, wer den Ausnahmezustand (Krieg) beherrsche, bliebe an der Macht, sondern "souverän" sei nur, "wer den Normalzustand garantiert." (250) Das lässt hoffen, dass Putin als Machtmensch endlich doch scheitern wird. Es folgen Passagen zur "Vergleichgültigung", die Mediokrität meinen und des Autors Modernekritik abschließen. Ziemlich logisch gibt es zum Ende hin wieder Bezüge zur Theologie. Gott hat hier ein Problem, denn jemand, der nichts vergisst, muss dennoch mit den Fehlbarkeiten seiner Geschöpfe umgehen können, wozu das Verzeihen unerlässlich sei. (277) Man meint Peter Sloterdijk zu hören, der weise lächelnd für sich in Anspruch nimmt, nichts zu vergessen, geradezu im Gestern zu Hause zu sein, und von daher altersmilde der unbedarften Jugend verzeiht. Jedenfalls bräuchte es kein Purgatorium mehr: "Das Gericht ist das jüngste, weil beim Erlöschen einer Welt die Verfahren gegen ihre Bewohner eingestellt werden. Hat nicht jeder einzelne Tod das Ausmaß eines Weltuntergangs?" (283) Hier spricht der alte Mann, der weiß, dass wenig Zeit ihm bleibt.
Zur Bilanz gehört die Erklärung des Titels, die sich eigentlich erst ganz am Ende einstellt: Vom Urzustand an ist die Welt der Mussolinis, Lenins und Stalins, die der DDR und der Adenauer- BRD, wesentlich "dunkel", aber "im Experiment der Welt [gelingt] nichts ohne die Mitwirkung des Hellen und Guten [...], während die Alleinherrschaft des Lichts nur eine plane- weiße Wüste ergäbe." Daher also die Abstufungen des "Grau". Fazit, und hier ist dem Autor unbedingt zuzustimmen: "Wer (in diesem Sinne- F.S.) noch kein Grau gedacht hat, dem ist die Frage u n d e b o n u m, Woher das Gute?, die das Herz der Seinsfrage bildet, noch nicht begegnet." (286)
Wer also Bildungsgut liebt, über Kafka, Dante, Musil und Dystopien, über die Bibel und Cezanne, Goethes Farbenlehre und Durs Grünbein nachdenken mag und bereit ist, mit dem Autor hierhin und dorthin zu schweifen, um endlich im Ergebnis der Assoziationen zu erkennen, dass die Hauptfrage aller Ontologie nicht die nach dem Bösen, sondern die nach dem Guten sei, dem möge das Buch bei allen Einschränkungen dennoch zur Lektüre empfohlen sein. Vielleicht gilt das vor allem für die "Nachgekommenen", die nicht mehr wissen, was authentisch- konservatives und dabei doch anregendes Denken ist. Hier kann man es nachlesen.
Peter Sloterdijk es uno de los filósofos contemporáneos más prestigiosos y, con razón. Su estilo literario intercala la erudición académica con momentos de un lirismo luminoso que resulta cautivador. Obras suyas como 'Hacer hablar al cielo' o 'Crítica de la razón cínica' destacan especialmente en ese sentido; pero 'Gris: el color de la contemporaneidad' carece de la redondez de esas otras dos propuestas.
Sin duda contiene reflexiones interesantes sobre la ambigüedad y extensión de esa 'grisura' que lo mismo evoca la gradación de los puntos intermedios, humildad, uniformidad o elegancia que indiferencia, autoritarismo o cinismo burocrático. Pero, en conjunto, se trata de un texto irregular, fragmentario y digresivo en el que se echa de menos la visión global e interconectada de otros de sus trabajos.
Not a pleasure to read. Sloterdijk simply writes too easily and confidently. If gray reflects the ur-ground of modernity — its bureaucracy, boredom and dechromaticised systems that govern our lives — then Sloterdijk's labyrinthine prose risks to become absorbed in its 'administrative' and purgatorial logic.