Jump to ratings and reviews
Rate this book

Schattenspieler

Rate this book
April 1945: Berlin liegt in Schutt und Asche, und die Rote Armee steht bereits vor den Toren der Hauptstadt. In den Wirren der letzten Kriegstage kreuzen sich die Wege von Friedrich und dem jüdischen Jungen Leo, der die Nazizeit in dunklen Kellern überleben konnte. Beide sind auf der Jagd nach einem großen Geheimnis: Irgendwo in Berlin liegt ein unsagbar wertvoller Schatz verborgen, den ein hochrangiger SS-Offizier vor Kriegsende noch schnell beiseiteschaffen will. Bald stoßen die Freunde auf eine heiße Spur. Doch die Zeit wird knapp, denn Friedrich und Leo sitzt ein mächtiger Gegner im Nacken, der vor nichts zurückschreckt.

352 pages, Gebunden

First published June 15, 2012

2 people are currently reading
65 people want to read

About the author

Michael Römling

24 books6 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
28 (38%)
4 stars
29 (39%)
3 stars
14 (19%)
2 stars
2 (2%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for yvonnelesenundso.
167 reviews43 followers
February 11, 2018
Leo, Friedrich und Marlene sind von Beginn an Sympathieträger der Geschichte. Wir erleben mit ihnen die letzten Tages des 2.Weltkriegs in Berlin, kurz bevor die Allierten kommen. Recht früh kreuzen sich die Wege der beiden Jungen und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem verloren geglaubten Schatz.
Tolle Charaktere, bildhafte Sprache und vor allem viel Emotionalität.
Profile Image for Asaviel.
93 reviews24 followers
August 21, 2012

Meine Meinung:
Der zweite Weltkrieg ist oft ein abschreckendes Szenario. Das liegt einerseits natürlich am Krieg selbst, der immer mit Gewalt und Leid einhergeht. Der zweite Weltkrieg betrifft jeden Deutschen dann noch im Besonderen. Geht den Deutschen oft besonders nahe. Macht betroffen. Und dann wird man in der Schule damit auch noch immer wieder über Jahre hinweg konfrontiert, ohne dass man sich wehren kann. Das kann das Interesse sicherlich unter Umständen vergrößern, aber sicherlich auch abschreckend wirken. Will man dann noch privat Bücher aus dieser Zeit lesen?
Selbst wenn man dies eher mit einem Schulterzucken oder zweifelnd beantwortet, darf man sich an den "Schattenspieler" wagen. Ein Jugendbuch, das während der letzten Kriegstage spielt, aber dabei nicht den Krieg und das Leid in den Mittelpunkt rückt. Das heißt nicht, dass hier verschwiegen oder gar beschönigt wird. Nein, was passiert ist in dieser Zeit wird auch genauso formuliert, aber es stellt eben nicht den Grund der Handlung dar. Dies ist vielmehr ein Krimi. Man begibt sich mit den jugendlichen Charakteren auf eine Schatzsuche.
Ein Manko der Geschichte ist, dass man doch das Gefühl hat, dass die Begegnung der Charaktere, die erst einmal getrennt voneinander eingeführt werden, sehr zufällig herbeigeführt wird. Zufällig geht der eine dort hin, zufällig kommt der andere dazu und der nächste ist dann zufälligerweise auch auf dem Weg dorthin. Natürlich müssen sie aufeinandertreffen, damit die Geschichte funktionieren kann, aber eine etwas weniger willkürliche Motivation hätte mir doch besser gefallen. Die Handlung selbst ist aber spannend. Die Schätze, die weggeschafft werden, das skrupellose Vorgehen der Beteiligten.
Hier sollte daraufhin gewiesen werden, dass die Altersempfehlung eingehalten werden sollte. Wir haben es mit einem Jugendbuch zu tun, ja. Aber unter 14 Jahre alt sollte dieser Jugendliche nicht sein, denn er wird des Öfteren mit Gewalt konfrontiert. Die Gewalt des Krieges, aber auch Gewalt im direkten Zusammenhang mit dem Schatzraub.
Die Sprache wiederrum ist dem Zielpublikum auf jeden Fall angepasst und so lässt sich das Buch für den geübten Leser innerhalb kürzester Zeit lesen.

Fazit: Eine lesenswerte Geschichte mit einem Setting, das gerade für den jugendlichen Leser nicht ganz gewohnt und damit auch noch nicht ausgetreten ist. Der Krieg wird hier angemessen thematisiert, ohne dass es zu aufdringlich erscheint. Damit ergibt sich eine spannende Geschichte, die einige Stunden Lesespaß mit sich bringt.
Profile Image for LeseMaus.
63 reviews
August 28, 2012
Der erste Satz: "Er soll uns bleiben, was er uns ist und immer war", schnarrte die Stimme aus dem Radio.

Das Äußere: Das Buch ist phantasievoll aufgemacht. Auf dem Cover erkennt man im Hintergrund eine Karte – einen historischen Stadtplan von Berlin. Dieser ist jedoch direkt auf das Hardcover aufgedruckt und scheint durch den transparenten Schutzumschlag nur hindurch. Das habe ich so bisher nur bei wenigen Büchern gesehen und gefällt mir sehr gut! Der Buchumschlag enthält innen zahlreiche Fotos mit Motiven aus der Zeit des 2. Weltkriegs – hier erhält man direkt einen Eindruck von der Atmosphäre, die dann auch im Buch selbst wieder zu finden ist.

Das Innere: Berlin, am Ende des 2. Weltkriegs. Nachdem er schon seine Eltern verloren hat, ist Leo bei seinem Freund Wilhelm untergetaucht. Er schwebt in ständiger Gefahr, denn als Jude darf er sich in der Öffentlichkeit nicht zu erkennen geben. Während eines schweren Luftangriffs verschwindet Wilhelm, und so muss sich Leo auf die Flucht begeben. Auf seiner Flucht stößt er auf einen seltsamen Transport und muss sich erneut verstecken – nur um dort mitzuerleben, wie zwei Morde geschehen. Erst als die Siegermächte beginnen, Berlin langsam einzunehmen, kommt auch Leo etwas zur Ruhe. Er schlüpft bei Friedrich unter, dem Sohn eines hochrangigen deutschen Offiziers, der ums Leben kam. Die Jungen freunden sich an und finden heraus, dass Friedrichs Vater in Schmuggelgeschäfte mit Kunstgegenständen verwickelt war. Leo zählt eins und eins zusammen, und die Jungen machen sich im zerstörten Berlin auf eigene Faust auf die Suche nach einer verschollenen Bildersammlung – nicht, ohne dabei zahlreiche Abenteuer zu erleben…

Das Wesentliche: Michael Römling hat ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte zum Ausgangspunkt seines Romans gemacht - dabei ist ihm gelungen, auf gefühlvolle Weise die Balance zwischen einerseits extrem schrecklichen Geschehnissen – wie den Luftangriffen auf die schon arg gebeutelte Stadt Berlin – und andererseits dem persönlichen Erleben seiner Protagonisten zu halten. Man muss den Autor zudem dafür loben, dass er dabei in keiner Weise Schwarz-Weiß-Malerei betreibt; gerade in der Beschreibung des Zusammentreffens der verschiedenen Siegermächte und der verschiedenen Beteiligten bleibt er bemerkenswert neutral.

Ich konnte mich gut in die Berliner Atmosphäre hineinversetzen: der angenehme, nicht aufdringliche Sprachstil machte es mir zusätzlich leicht. Ich hatte nicht das Gefühl, in einem „historischen Roman“ zu stecken, sondern mir erschien die Schreibweise im Gegenteil recht modern. Deswegen gehe ich davon aus, dass Michael Römling mit seinem Buch dadurch ohne Probleme auch die Zielgruppe gemäß Altersempfehlung erreichen wird.

Leo und Friedrich sind zwei Jungen von eher ernsthafter Natur. Kein Wunder, haben sie doch während des 2. Weltkriegs zahlreiche Schicksalsschläge miterleben müssen. Man merkt ihnen deutlich an, dass sie für ihr Alter sehr verständig sind. Beide sind recht gewitzt und auch wagemutig, denn sie scheuen sich nicht, sich eigenständig auf die Suche nach dem Kunstschatz zu machen. Manches Mal begeben sie sich dabei in extreme Gefahr – aber Ihr Tun wird auch mehr als einmal mit Erfolg belohnt.

Eine weitere Person hat mir gut gefallen: Friedrichs blinde Schwester Marlene, die zauberhaft Klavier spielen kann und ihre Behinderung als solche gar nicht mehr wahr nimmt. Michael Römling schildert einige schöne Begebenheiten rund um Marlene, z. B. einen Besuch im Zoo, bei dem sie auf ihre ganz eigene Art die Tiere mit den ihr zur Verfügung stehenden Sinnen erfasst. Ich hätte von Marlene gerne noch mehr gelesen – aber sie stärker in den Haupthandlungsbogen einzubauen wäre wahrscheinlich etwas zu kompliziert geworden.

Es gibt natürlich auch einen Schurken im Roman – dieser taucht ständig unter und an anderer Stelle wieder auf. Er ist ein gerissener Mann, der wie ein Chamäleon seine Rollen wechselt, und dabei kontinuierlich das Ziel verfolgt, den verborgenen Kunstschatz wieder in Besitz zu nehmen.

Michael Römling baut den Handlungsrahmen rund um die Suche nach den berühmten Gemälden für seine Protagonisten geschickt auf. Vom Anfang bis zum Ende des Buches bleibt es kontinuierlich spannend, zumal die unterschiedlichsten Personen und Nationalitäten den Schatz gerne in die Finger bekommen würden. Der eine oder andere Cliffhanger am Ende eines Kapitels macht es dem Leser dabei manchmal schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Das Fazit: Das Buch „Schattenspieler“ von Michael Römling ist ein toller Abenteuerroman mit einem gut strukturierten Handlungsbogen. Dem Autor gelingt es dabei, seine sympathischen Protagonisten in einer schweren Zeit der deutschen Geschichte so zu platzieren, dass trotz der äußeren Umstände ihre persönlichen Erlebnisse im Vordergrund stehen und packend erzählt werden.

Eine klare Leseempfehlung meinerseits, durchaus nicht nur für die angegebene Altersgruppe.

Die Bewertung: Vier von fünf Sternen
13 reviews
June 9, 2023
Nur vier sterne Weil Das ende meine nerven weggefressen hat
Profile Image for Kerstin.
746 reviews24 followers
July 27, 2012
Kurzbeschreibung:
April 1945: Berlin liegt in Schutt und Asche, und die Rote Armee steht bereits vor den Toren der Hauptstadt. In den Wirren der letzten Kriegstage kreuzen sich die Wege von Friedrich und dem jüdischen Jungen Leo, der die Nazizeit in dunklen Kellern überleben konnte. Beide sind auf der Jagd nach einem großen Geheimnis: Irgendwo in Berlin liegt ein unsagbar wertvoller Schatz verborgen, den ein hochrangiger SS-Offizier vor Kriegsende noch schnell beiseiteschaffen will. Bald stoßen die Freunde auf eine heiße Spur. Doch die Zeit wird knapp, denn Friedrich und Leo sitzt ein mächtiger Gegner im Nacken, der vor nichts zurückschreckt.

Zum Autor:
Dr. Michael Römling, geboren 1973 in Soest, studierte Geschichte in Göttingen (wo er inzwischen wieder lebt), Besançon und Rom. Nach einem Stipendium am dortigen Deutschen Historischen Institut promovierte er mit einer Arbeit über spanische Soldaten in Italien im 16. Jahrhundert. Er schreibt und verlegt Stadtgeschichten, Bildbände und Stadtführer im von ihm mitgegründeten Tertulla-Verlag. Nach Signum - Die verratenen Adler (2009) ist Schattenspieler sein zweiter historischer Roman.

Rezension:
In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 in Berlin: Ein Mann versucht, 28 Kisten mit einem legendären Schatz, die er sich in den Kriegswirren angeeignet hat, in Sicherheit zu bringen und zu verstecken. Bei seinem illegalen Vorhaben und dem Mord an zwei Mithelfern wird er von dem 16-jährigen jüdischen Jungen Leo beobachtet, der den Krieg in verschiedenen Verstecken überlebt hat.

Zusammen mit dem gleichaltrigen Friedrich, den Leo zufällig kennenlernt und bei dem er zusammen mit dessen Mutter und seiner blinden Schwester Marlene wohnen darf, macht sich Leo auf, um das Geheimnis des mysteriösen Mannes und der 28 Kisten zu lüften. Auch die Russen und Briten sind plötzlich auf der Suche nach dem legendären Schatz. Wem können Friedrich und Leo sich anvertrauen, wo doch alle Beteiligten etwas im Schilde zu führen scheinen?

Mit Schattenspieler ist Michael Römling ein wirklich abenteuerlicher und spannender Jugendroman gelungen, der auch für Erwachsene interessant sein dürfte. Das Setting, das Berlin im Jahre 1945 ein paar Tage nach Kriegsende, schildert der Autor sehr intensiv, bildhaft und detailreich und lässt auch viele historische Fakten miteinfließen, die diesen Roman noch ein wenig authentischer erscheinen lassen.

Die Geschichte um Leo und Friedrich ist von Beginn an spannend und fesselnd und dieser Spannungsbogen kann sich bis zum Ende hin durchweg halten. Der Schreibstil von Michael Römling lässt keine Wünsche offen. Er ist bildhaft, leicht zu lesen und lässt den Leser zusammen mit Leo und Friedrich das zertrümmerte Berlin erkunden.

Die beiden jugendlichen Protagonisten sind auf Anhieb sympathisch. Leo ist trotz seiner traumatischen Vergangenheit ein äußerst liebenswerter und freundlicher Junge, Friedrich eher der draufgängerische Gegenpart, sehr neugierig und versucht gerade wegen der Vergangenheit seines Vaters, die er erfahren muss, das Geheimnis um die 28 mysteriösen verschollenen Kisten zusammen mit Leo aufzudecken.

Ich kann Schattenspieler nur wärmstens an Leser empfehlen, die gerne einen Abenteuerroman gepaart mit etwas Historie lesen möchten. Der Roman konnte mich von vorne bis hinten begeistern und bietet am Ende zusätzlich noch ein ausführliches Glossar über Positionen, Instanzen und Personen während des Dritten Reiches und der Kapitulation Deutschlands. Auch ein interessantes Nachwort des Autors fehlt nicht. Michael Römling sollte man sich definitiv merken!

Fazit: Mit Schattenspieler legt Michael Römling ein abenteuerliches und spannendes Jugendbuch vor, dass das Thema Zweiter Weltkrieg und die Wirren in Berlin kurz nach der Kapitulation anschaulich darstellt. Sehr empfehlenswert!
Profile Image for Nicole.
41 reviews5 followers
September 15, 2012
Zitat
"Von oben wehte wieder die Melodie herunter. Und Leo spürte: Hier war nichts zu Ende. Hier fing etwas an!“

Inhalt
Der Waisenjunge Leo, der seine Familie während der Deportation der Juden im zweiten Weltkrieg verloren hat, versteckt sich inzwischen bei einem Freund, doch während eines Luftangriffs werden die beiden getrennt und Leo bleibt nur die Flucht vor der SS. Während der Reise durch das nächtliche und umkämpfte Berlin, wird der Junge Zeuge eines Mordes und bekommt mit, wie ein Albrecht Sommerbier einige Kisten verschwinden lässt, die eine wichtige Fracht enthalten.
Schließlich fällt Leo den Russen in die Arme und lernt nach der Befreiung der Hauptstadt Friedrich kennen. Zusammen stellen die beiden Jungen fest, wie viele Zufälle sie zusammengeführt haben, denn der Freund, bei dem Leo sich versteckt hatte, führt eine Akte über Friedrichs Vater und der scheint Albrecht Sommerbier gekannt zu haben. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Antworten und versuchen den Schatz zu bergen, den Sommerbier vor den Alliierten verstecken wollte.

Zum Buch
Die Aufmachung des Buches ist an sich schon etwas Besonderes. Die Karte von Berlin unterhalb des durchsichtigen Umschlages, der von den großen Lettern und der Schattenfigur geprägt wird, weißt den Leser sofort auf den Handlungsort hin. Auch der Titel passt sehr gut zur Handlung, schließlich jagen die beiden Hauptfiguren die ganze Zeit über das Phantom Sommerbier und auch am Ende bleibt zuerst noch verborgen, wer ihnen beiden das Leben gerettet hat.
Die Jungen und auch die Soldaten der unterschiedlichen Gruppierungen werden von Römling mit viel Leben versehen und äußerst detailliert beschrieben. Auch wenn ihre Hintergründe im Verborgenen bleiben und ihnen so ein Wenig ihre Existenzberechtigung genommen wird, so reichen die Informationen, die man bekommt für die Handlung des Buches doch vollkommen aus. Zudem wird gerade Leo mit viel Gefühl gezeichnet und zum Leben erweckt.
Auf den ersten Seiten scheint der Verlauf der Geschichte mehr als unklar. Auch im Verlauf der etwas über 300 Seiten wird erst spät deutlich worum es bei den ganzen Verstrickungen eigentlich geht. Durch die meist mit Cliffhangern endenden Kapitel, entwickelt sich trotzdem eine durch den ganzen Roman fortgehende Spannung. Wann immer eine neue Entdeckung gemacht wird, wird der steigende Spannungsbogen allerdings durch einen Schwenk zu einem der anderen Charaktere unterbrochen. Die fortlaufende Lektüre wird dadurch natürlich ziemlich erschwert.
Bei der schlüssigen Verfolgung der Geschichte hapert es dann allerdings doch etwas. Es gibt eindeutig zu viele Zufälle, die dazu führen, dass die Handlung unglaubwürdig erscheint. Trotzdem ist der Hintergrund, in den die Geschichte eingewoben wird, gut recherchiert und schlüssig umgesetzt. Die oben erwähnten Schwenks in den Sichtweisen und die manchmal etwas seltsame Ausdrucksweise des Autors führen dazu, dass von Zeit zu Zeit, die Lust am Lesen etwas verfliegt und nicht, wie vermutlich beabsichtigt, dazu führt, dass man schnell weiter lesen möchte

Fazit
Eine nette Geschichte von Freundschaft und Abenteuer, aber nichts, das einen nächtelang fesselt. Dazu auch sehr von der Zeit, in der die Handlung spielt, beeinflusst. Also nichts für Schüler, die die Nase eh schon voll haben vom zweiten Weltkrieg.

Aussehen: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥
Spannung: ♥♥
Humor: ♥
Schlüssigkeit: ♥♥♥
Originalität: ♥♥♥
Emotionale Tiefe: ♥♥
Schreibstil: ♥♥♥

Gesamt: ♥♥♥
Profile Image for Sarah.
240 reviews5 followers
August 7, 2012
"Schattenspieler" von Michael Römling spielt am Ende des zweiten Weltkrieges in Berlin und ist ein überzeugendes Jugendbuch über neue Freundschaften und eine spannende Schatzsuche.

Inhalt: Frühjahr 1945 in Berlin. Die Russen stehen bereits kurz vor der völlig zerbomten Reichshauptstadt. Kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee muss der junge Jude Leo nach einem Bombenangriff aus seinem Versteck fliehen und begegnet dabei Friedrich, der sich ebenfalls vor den Nationalsozialisten versteckt, um nicht kurz vor Kriegsende noch als Deserteur enttarnt und hingerichtet zu werden. Auf Umwegen freunden sich die beiden ungleichen Jungen an und geraten mitten hinein in die Führungsstäbe der Besetzer-Mächte, die über die Teilung Berlins verhandeln. Dabei kommen sie auch einem hochrangigen Nazi auf die Schliche, der vor seinem Untertauchen einen wertvollen Schatz versteckt haben muss - irgendwo in Berlin. Friedrich und Leo machen sich auf die Suche und begeben sich dabei in große Gefahr...

Micheal Römling verbindet in seinem Jugenbuch "Schattenspieler" historische Fakten geschickt mit einer fiktiven Geschichte. Viele Themen aus der Zeit des Nationalsozialismus und der frühen Nachkriegszeit werden angesprochen und wirken in ihrer Schilderung, der Atmosphäre der in Trümmern liegenden Stadt Berlin und der Situation ihrer Bewohner sehr authentisch und klar. Allerdings schreibt der Autor seinen Roman mit einer ausgewogenen Lockerheit und findet ein gutes Maß zwischen recherchierten Fakten und fiktiven Elementen, sodass auch historisch uninteressierte oder von der NS-Zeit abgeschreckte Leser einen guten, flüssigen Einstieg in die Thematik finden sollten. Um einige Informationen besser einordnen zu können, falls man sich bisher nicht sonderlich mit dem zweiten Weltkrieg auseinandergesetzt hat, verfügt das Buch am Ende außerdem über ein Glossar, dass Namen, Orte und Abkürzungen diverser Organisationen noch einmal genauer erläutert.

Im Fokus stehen dabei die Enteignung von Kunstwerken aus dem Besitz jüdischer Sammler und die Soppelmoral vieler NS-Größen zwischen Ideologie und Habgier. Auch die Schatzsuche der beiden Jungen entführt den Leser in die Welt der Künste.
Der Roman hat mich vor allem durch seine Charaktere überzeugt, deren Entwicklungen voller nicht vorherzusehender Wendungen stecken und zu spannenden Ereignissen führen. Dabei schildert der Autor sowohl die erschreckenden Folgen von Krieg und Besetzung, wie Tod, Vergewaltigung, Hunger und Angst, also auch einfühlsame und zum Schmunzeln anregende Erlebnisse. Kaum eine der beteiligten Gruppen und Personen lässt sich zweifelsfrei in Kategorien wie "gut" und "böse" einteilen. Stattdessen zeigt der Autor eindrucksvoll, dass es auch oder vor allem in Kriegszeiten beides gibt und der äußere Schein trügerisch sein kann.

Der Schreibstil ist für ein Jugendroman angemessen. Dank der hohen Spannung, den vielen Überraschungen und kleinen Schmunzlern lässt sich "Schattenspieler" trotz des ernsthaften Themas leicht und flüssig lesen.

Fazit: Ein spannendes Jugendbuch vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs und der Besetzung Berlins. Historische Fakten und fiktive Personen werden gekonnt vermischt, sodass das Buch insgesamt durch eine sehr authentische Atmosphäre und sympathische Protagonisten besticht. 5 Sterne
859 reviews7 followers
July 29, 2012
April 1945: Berlin liegt in Schutt und Asche, und die Rote Armee steht bereits vor den Toren der Hauptstadt. In den Wirren der letzten Kriegstage kreuzen sich die Wege von Friedrich und dem jüdischen Jungen Leo, der die Nazizeit in dunklen Kellern überleben konnte. Beide sind auf der Jagd nach einem großen Geheimnis: Irgendwo in Berlin liegt ein unsagbar wertvoller Schatz verborgen, den ein hochrangiger SS-Offizier vor Kriegsende noch schnell beiseiteschaffen will. Bald finden die Freunde eine heiße Spur. Doch die Zeit wird knapp, denn Friedrich und Leo sitzt ein mächtiger Gegner im Nacken, der vor nichts zurückschreckt.

"Schattenspieler" hat mich positiv überrascht, denn es ist kein Buch über das Dritte Reich, das die allseits bekannten Fakten erneut aufwärmt, sondern eine fiktive Geschichte, die lediglich in dieser Zeit spielt.
Michael Römling hat eine spannende Geschichte geschaffen, die zwar die Zeit um 1945 anschaulich wiedergibt, den Fokus aber nicht spezifisch dort anlegt. Wichtige Fakten werden in die Handlung mit eingefügt, um so eine eigenständige Geschichte zu schaffen, die in die Richtung Verschwörungstheorie und Abenteuerroman geht.
Der Autor hat die erwähnten historisch belegten Fakten gut recherchiert und dabei eigene Ideen zu bestimmten Themen mit einfließen lassen. Dies hat er miteinander verknüpft und so eine Handlung geschaffen, die tatsächlich so geschehen sein könnte, denn lediglich die Handlung ist fiktiv, das Umfeld hingegen ist um die Zeit von 1945 genau so passiert.
Viel Authentizität begleitet dieses Roman, ohne dabei zu stark auf die Kriegswehen einzugehen oder Dinge zu verharmlosen.
Die leicht detektivisch angehauchte Handlung wird durch viele überraschende Wendungen konstant spannend gehalten und beschert Kurzweil.
Das Nachwort, sowie das Glossar am Ende bieten noch einen intensiveren Einblick in Begrifflichkeiten, Personen und Schauplätze der damaligen Zeit und sind interessant und anschaulich zu lesen.

Die Protagonisten sind auf Anhieb sympathisch. Trotz der harten Jahre haben sie sich ihre kindliche Neugier bewahrt ohne dabei an Authentizität zu verlieren. Es macht viel Freude ihre "Ermittlungen" zu begleiten. Die vielen, größtenteils fiktiven, Nebencharaktere runden das Gesamtbild ab und schaffen ein authentisches Bild der Zeit vor und nach Hitlers Tod.

Michael Römling schreibt sehr bildhaft und fesselnd. Er schafft es, historische Fakten im richtigen Maß in eine fiktive Geschichte einfließen zu lassen, ohne dabei die Kernelemente zu vernachlässigen.

Nicht nur das Cover sei hier positiv erwähnt, denn der Schutzumschlag ist leicht durchsichtig und gibt den Blick auf den darunterliegenden Einband frei. Dieser Einband ist eine alte Berliner Straßenkarte und eine wirklich tolle Idee. Auch Fotos an den Innenseiten des Einbands runden die Optik ab. Man bekommt einen tollen Einblick in das Berlin des Dritten Reiches.
Profile Image for Sina & Ilona Glimmerfee.
1,056 reviews118 followers
July 15, 2012
Der Führer feiert seinen Geburtstag und Berlin liegt in Schutt und Asche. Mitten in der Nacht treffen sich auf der Straße zwei Jungen, die sich vorher nie begegnet sind. Sie wechseln nur zwei kurze Sätze, aber das Schicksal hat ihre zukünftigen Wege miteinander verknüpft und sie werden einander wieder begegnen.

Dieses Jugendbuch spielt vor der Kulisse der letzten Tage des zweiten Weltkriegs. Berlin ist ein Trümmerfeld und die Alliierten rücken immer näher heran. Es ist die Geschichte von Friedrich, der gerade erfahren hat, dass sein Vater gefallen ist und dieser in dubiose Machenschaften verstrickt war und von dem jüdischen Jungen Leo, der versucht dem Zugriff der Nazis zu entgehen. Die beiden Jugendlichen werden in eine aufregende und gefährliche Jagd nach einem wertvollen Schatz verwickelt.

Der Autor versteht es die Geschichte so geschickt zu erzählen, dass man meint, immer am Ort des Geschehens dabei zu sein. Ohne Effekthascherei erlebt der Leser die letzten Tage und Schrecken dieses brutalen Krieges. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und besonders die blinde Marlene konnte mein Herz erobern. Das Buch konnte mich seit längerer Zeit wieder dazu begeistern, einen Blick in die deutsche Geschichte zu werfen.

Als besondere Pluspunkte empfinde ich die wunderschöne Aufmachung, das interessante Nachwort und das Glossar. Geschickt hat der Autor Fiktion, historische Daten und Spannung verwoben. Es machte mir sehr viel Freude, die Schauplätze und Kunstgegenstände im Internenet zu googeln. Das Buch dürfte nicht nur jugendliche Leser begeistern, die einen Mix aus Krimi und historischem Roman zu schätzen wissen.
Profile Image for Sina.
3 reviews
April 4, 2013
Endlich mal ein Roman, welcher nicht nur die Schrecken des 2. Weltkrieges darstellt, sondern die Geschichte von zwei Jungs, die bei Kriegsende dicke Freunde werden und zusammen auf Schatzsuche gehen. Ein sehr gut geschriebenes Buch von Michael Römling, welches trotz der vordergründigen Geschichte noch genug Informationen zur Zeitgeschichte enthält.
Profile Image for Jules.
8 reviews
September 25, 2012
Ein netter Roman.
Für mich ist sowas allerdings immer schlecht zu empfehlen , da die Jugend von heute nicht wirklich an dem Thema Hitler-Deutschland / Nachriegszeit interessiert ist.
Aber auf jedenfall ein Buch für Leser von der Bücherdiebin.
Displaying 1 - 13 of 13 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.