Exakt zwanzig Jahre nach seinem Erstling unter dem Titel Die Tessinerin legt Thomas Hürlimann im Ammann Verlag einen Roman vor, der das Zeug zu einem Bestseller besitzt. Es ist die launische Sommergeschichte eines Heranwachsenden, eines aus katholischem Holz geschnitzten Jungen, der beim Onkel Monsignore, dem Biblitohekar des Stifts St.Gallen, dazu benötigt wird, den Besuchern der weltberühmten Klosterbibiliothek Filzpantinen zu verpassen, bevor sie den barocken Aufbewahrungsort alter Handschriften, Folianten und gebundenen Büchern betreten. Aus der Rückblende beschreibt Hürlimann diesen Sommer, der im Jungen das Interesse für das weibliche Geschlecht aus einer denkbar erregenden Perspektive weckt. Er sieht Waden, Beine, sein Kopf wird von Röcken umweht, seine Sinne werden vom Geruch wollener Socken genauso benebelt wie vom Parfüm Seidenstrümpfe tragender Damen. Und dieser Junge wagt, kecker und dreister werdend, bisweilen einen Blick unter die faltenreichen Zelte an den Ursprung der Welt. Dazu bedient er sich schliesslich eines Handteller grossen Spiegels -- aber, oh Weh! Seine Erkundungen in den weiblichen Schritt fliegen auf, und der Junge erleidet zwischen dem Monsignore und dem Fräulein Stark, der Haushälterin des Stiftsbibliothekars, die dem Roman den Titel gab, regelrechte Höllenqualen. Er wird gemaßregelt, weil er gegen das sechste Gebot versündigt. Hürlimann hat eine federleichte Prosa geschrieben, an der bald weniger das sexuelle Erwachen des Halbwüchsigen interessiert als die Schrullen der beiden Hauptfiguren -- beide überdies heute noch hochbetagt in St.Gallen lebend. So erzählt Hürlimann von einer verstockten Welt in der Schweizer Provinz der anbrechenden 60er-Jahre, in denen Sitte und Strenge über die allzu menschlichen Regungen eines Pubertierenden wachen. In denen die zehn Gebote Gottes über allem stehen -- und fleißig von denen gebrochen werden, die sie mit Verve predigen. Immer wieder berichtet Hürlimann von ausschweifenden Kneipenbesuchen des Monsignore und von heimlichen Sehnsüchten des Fräulein Stark, das an der Pforte zur Bibliothek am liebsten einen Kiosk betriebe (und ihn am Ende auch bekommt). Hürlimann verwendet viel augenzwinkernde Zuneigung für die beiden Figuren. Darum auch bleibt unverständlich, weshalb die noch lebenden Porträtierten gegen das Buch in der lokalen Presse wetterten. Unnötig ist diese Begleitmusik schon deshalb, weil man sich mit Hürlimann zwei gute Stunden lang blendend unterhält. Seine Prosa ist geschliffen, seine Sprache witzig -- und am Ende nimmt der Autor sich selbst so wenig wichtig wie die beiden Figuren. --Carlo Bernasconi
Eine kurzweilige Geschichte, die mich an einen der Orte meines geplanten Sommerurlaubs brachte: Die Stiftsbibliothek St. Gallen. Nicht nur werde ich in der Kirche die hier oft erwähnte Madonna aufsuchen, sondern auch Wert darauf legen, mir die Museumspuschen selbst über die Schuhe zu streifen 😉
Es geht in der Geschichte um einen Jungen, der den Sommer bei seinem Onkel, dem Leiter der Bibliothek verbringt. Das kniende Überstreifen der Museumspantoffel gehört zu seinen Aufgaben und zunehmend kann er es sich nicht verkneifen, einen Blick unter die Röcke der Besucherinnen zu werfen oder ihren Duft einzuatmen. Die Haushälterin des Onkels, das titelgebende Fräulein Stark ertappt ihn und versucht ihn auf den Pfad der Tugend zurückzuführen (ein Kuriosum ist diese Figur: eine Analphabetin in einem Bibliothekarshaushalt; mal streng, mal sinnenfreudig). Doch ist dem Heranwachsenden die „Nase“, wie es immer wieder heißt, nicht vielleicht in die Wiege gelegt? Was hat es mit den Vorfahren des Jungen, den „Katzen“, auf sich? Immer wieder fallen dem Jungen Schriftstücke in die Hände, die die Geschichte seiner Vorfahren beleuchten.
Das Eintauchen in die Familiengeschichte, eng verbunden mit der Geschichte im übergreifenden Sinn, ergibt zusammen mit dem sexuellen Erwachen eine ganz eigene, wie man heute sagt, Coming-of-Age-Geschichte.
Die Geschichte dieser autobiographisch gefärbten Novelle ist nicht spektakulär. Spektakulär ist die Sprache und die Atmosphäre. Aufgrund der Wortwahl wirkt der Text oft altmodisch. Er wirkt aber nie verstaubt. Es sind elegante Sätze, denen es gelingt, mir diese fremde Welt nahe zu bringen.
Der jugendliche Ich-Erzähler verbringt einen Sommer Anfang der 60er Jahre in der von seinem Onkel geleiteten Klosterbibliothek. Fräulein Stark ist die Haushälterin des Onkels. Der Junge bekommt ein Amt: er streift den Besuchern und vor allem Besucherinnen Filzpantoffeln über die Straßenschuhe, um den wertvollen Geigenholzboden der Bibliothek zu schützen. Bei dieser Tätigkeit beginnt er die "Verbindung zum andern Geschlecht" zu erforschen. Dieses verwerfliche Verhalten ist laut Fräulein Stark seiner Mitgliedschaft in der Familie Katz anzukreiden. Vor diesem Hintergrund wird als zusätzlicher Handlungsstrang ein Teil Schweizer Kriegs- und Nachkriegsgeschichte insbesondere der antisemitischen Einstellungen erzählt. Letzteres führte absurderweise dazu, dass Marcel Reich-Ranicki dem Buch im Literarischen Quartett Antisemitismus vorwarf.
Fräulein Stark und der Onkel basieren auf realen Personen. Der Onkel Hürlimanns hat sich mit einer Streitschrift gegen das Buch gewehrt und konnte so auch eine Veranstaltung in St. Gallen verhindern. Literarisch bleibt die Novelle grandios. Die potentielle Verletzung der Privatsphäre noch lebender Menschen hinterlässt aber einen etwas schalen Nachgeschmack.
Die Geschichte wird erzählt von einem Zwölfjährigen, der den Sommer vor seinem Eintritt in die Klosterschule, bei seinem Onkel, dem Stiftsbibliothekar, verbringt. Seine Aufgabe ist es, den Besuchern der Bibliothek, Filzpantoffeln zu reichen, um den kostbaren Boden zu schonen. Der Junge interessiert sich sehr bald nicht nur für die Bücher, sondern auch für die Besucherinnen, besonders für ihre Füße, Beine und... Gleichzeitig erfährt er mehr über die (jüdische) Geschichte seiner Familie und über das Leben an sich von der fest im Leben stehenden Haushälterin der Onkels - Fräulein Stark. Die Geschichte wird locker und prägnant erzählt, wenngleich sprachlich sicher nicht dem Zwölfjährigen entsprechend, aber das ist auch nicht gewollt. Thematisch gefiel mir die entstehende Liebe des Jungen zur Literatur, der Bibliothek und den Büchern, die Schilderung seines sexuellen Erwachens und die damit verbundenen Auseinandersetzungen mit Fräulein Stark wirkten für mich manchmal aufgesetzt, was aber wiederum wohl auch zur Erzählung gehört, da es sich teils um Scheingefechte handelte. Ein unaufgeregtes, aber lesenswertes Buch.
Φαντάσου έναν ποδοσφαιρικό αγώνα, στο πλαίσιο κάποιου μουντιάλ, μεταξύ Ελβετίας και Αυστρίας, για τη φάση των ομίλων, τελευταία αγωνιστική, όταν πια έχει κριθεί ποιες ομάδες προκρίνονται, και Ελβετία και Αυστρία, που ακόμη δεν έχουν σκοράρει στη διοργάνωση, δίνουν τον τελευταίο τους αγώνα με μοναδικό σκοπό τουλάχιστον να μην τερματίσουν στην τελευταία θέση. Ο αγώνας μεταδίδεται στις 4 το απόγεμα, κάνει ζέστη, ο σπίκερ λαγοκοιμάται, οι μπίρες είναι ζεστές, οι μύγες νωθρές αιωρούνται ακίνητες πάνω από τις στάλες ιδρώτα στο μέτωπό σου. Τόσο ενδιαφέρον είναι και το βιβλίο - πλην συνολικά τεσσάρων σελίδων, τριών που αναφέρονται στον Καντ και μιας που αναφέρεται στην αγία προστάτιδα των βιβλιοθηκών.
Παράξενα ερωτικό και ενοχλητικό, οι πρώτες ενδείξεις ενδιαφέροντος για το άλλο φύλο από ένα νεαρό αγόρι, σε ένα ελβετικό μοναστήρι το καλοκαίρι πριν μπει εσώκλειστος σε αντίστοιχο σχολείο.
Ο Χούρλιμαν κάνει σπουδαία δουλειά στο να περιγράψει τις παρατηρήσεις του παιδιού και την συνεχή σύγχυση στην οποία πέφτει καθώς ερχόμενος από αυστηρά καθολική οικογένεια, και μπαίνοντας σε ένα τέτοιο περιβάλλον, παλεύει να μείνει ηθικός, όπως τουλάχιστον του έχουν μάθει ότι αυτό είναι, ενώ παράλληλα διαισθητικά καταλαβαίνει ότι η ανακάλυψη του σώματος του και οι σκέψεις του είναι κάτι το φυσικό.
Η δεσποινίς Σταρκ δρα ταυτόχρονα ελεγκτικά και προστατευτικά σε όλη την διαδικασία, με τον Χούρλιμαν μάλλον να γράφει ένα δριμύ κατηγορώ για τον καθωσπρεπισμό και την υποκρισία του κλήρου και των βαθιά θρησκευόμενων.
Für mich ist das Buch in der heutigen Zeit nicht mehr in Ordnung. Der Hauptdarsteller ist ein Creep, der sich schön zu reden versucht, warum er ja nicht selber Schuld sei, sondern seine Abstammung. Dank der durchaus athmosphärischen Beschreibungen gibts doch noch zwei Sterne.
К этой книге меня влекло уже больше года, пока я, наконец, не добралась до нее в библиотеке. Распространенный случай «хочется и все тут» взвинтил мои ожидания до заоблачных высот. Ключевые слова «библиотека, каникулы, Швейцария» сработали на ура. И обманули.
Серединка на половинку. Библиотека, Штарк, дядюшка, кабаки, каталожные карточки, ассистенты, описание времен года – улет, пять баллов, белиссимо. Мутная история семьи Кацев, из которой автор сделал большую загадку, интригует в первые моменты, пока не начинаешь понимать, что она закончится просто ничем. Чуткий нос главного героя, ощупывающий ароматы подъюбочного пространства посетительниц (герой заведует войлочными лаптями, призванными предотвратить повреждение пола в библиотеке), дрочка в носки, рассуждения о семейном наследии и попытки исправиться – нет-спасибо, мерзко. Все это превращает благородного почитателя печатного слова в обычного мальчика, страдающего сперматоксикозом. Что автоматом лишает книгу половины обаяния.
Это не ода библиотеке, а всего лишь зарисовка последних каникул. Запреты, тайны, открытия и прочее на фоне приближающейся учебы в семинарии. Атмосферно – да, но не более.
I often find myself writing a review of the form: "An interesting story, poorly told". This book falls into a complementary category: "An uninteresting story, nicely told". The prose is often quite good, but has a tendency to wander and repeat in ways that I found cloying. In the end, this is a coming-of-age story about an unremarkable young man, working in a truly remarkable institution (about which I would have liked to read more).