The Altdeutsche Textbibliothek [Old German Text Library] is the series of editions of German medieval texts with the richest history. Founded in 1881 by Hermann Paul, it has been edited by leading Germanists - Georg Beasecke, Hugo Kuhn, Burghart Wachinger. Since 2001, responsibility for the series has rested with Christian Kiening. In the meantime, the series comprises some 120 volumes, with an exemplary combination of closeness to the original manuscript(s) with ease of reading, philological accuracy with concern for university teaching. It includes recognised editions of "classical" authors from around 1200 - some with commentary - but also presents veritable editions of authors' works (Notker the German) and high-quality new editions (Eckenlied, Heinrich von dem Turlin).
Klassiker zu bewerten, ist und bleibt schwierig bis unmöglich. Reinhart Fuchs war die Grundlage eines Konversatoriums, das ich an der Uni besucht habe. Wir haben daher viel über den Text und vor allem einzelne Passagen / Elemente / Inhalte diskutiert. Dank diversem Hintergrundwissen zum Text konnte ich auch viel zwischen den Zeilen lesen.
Rating classics is, and will remain, difficult—almost impossible. Reinhart Fuchs was the basis of a seminar I attended at university, so we discussed the text a lot, especially individual passages, elements, and themes. Thanks to various background knowledge about the work, I was also able to read a lot between the lines.
Hui, das war... interessant? Wäre eigentlich ein Fan von Reinhart geworden, hätte er der Wolfsfamilie, vor allem Hersant (!!! JUSTICE FOR MY GIRL), nicht so übel mitgespielt. Ehrlich gesagt Isegrin ist mir irgendwo egal, der war halt einfach so schlau wie eine Scheibe Weißbrot und verfressen bis zum geht nicht mehr. Aber es war natürlich trotzdem fies, dass Reinhart seine Gastfreundschaft und seinen scheinbar schlechten Ruf (obwohl ich mich da auch frage, ob das nicht einfach nur wieder eine Lüge Reinharts war) so ausgenutzt hat.
Was ich total spannend fand, war, wie oft die Schwankkonstellation "Ausgleichstyp Revanche" (Hermann Bausinger) variiert wurde. Und dass dabei eben nicht nur die anderen Tiere leiden mussten, sondern auch Reinhart selbst. Obwohl ich schon finde, dass er ab dem letzten Drittel (oder schon ab der Hälfte?) definitiv am längeren Hebel saß und eigentlich nur noch ausgeteilt hat, nachdem er zu Beginn auch kassieren musste. Noch etwas: Am Ende geht doch nur Reinhart unbeschadet davon, oder? Und der Ameisenkönig. Aber das war total spannend, dass die Tiere, die ihn supportet haben, sich ebenfalls unrecht verhalten haben, obwohl sie auf einen festgelegten Rechtseid verwiesen.
Außerdem einfach sehr cool, wieviel Kritik dieses Tierepos an der höfischen und klerikalen Gesellschaft ausübt. Gerade der Schluss mit Löwenkönig Vrevel (oder sollte ich besser sagen, Usurpator 😾) war noch einmal die Kirsche auf der Torte.
"owe er hat mir gift gegeben ane schulde: ich hat ime niht getan" (v.2234)
Ja, aber eine weisse Weste hast du auch nicht, amigo.
Unterhaltsame Story über Korruption, Hofkritik, Verwandtschaft (sehr sehr spannend, muss ich mir mal näher angucken), Schuld, Recht, Rache/Revanche/Karma, Dummheit, Schlauheit und noch viel mehr, was mir aber gerade nicht einfallen will, verpackt in ein parodistisches Tierepos. Hat mich auch ein wenig an den Pfaffen Amis erinnert, vor allem, wenn sich Reinhart als Arzt ausgibt. Pfaffe Amis war aber bissl lustiger, not gonna lie. Bei Reinhart Fuchs hatte ich immer einen bitteren Beigeschmack im Hintergrund.
Sooo, also entweder beende ich jetzt endlich mal den Lanzelet oderrrrrrr ich lese die Melusine von Thüring von Ringoltingen, Tristant von Eilhart, die dramatische Bearbeitung des Tristan von Hans Sachs oder das Narrenschiff von Sebastian Brant. We'll see (ich glaube es wird die Melusine).
Ein kurzer, unterhaltsamer Tierepos, der eine gute Grundlage für Interpretationen bietet. Besonders zum Ende hin hat es Spaß gemacht, das Geschehen im Seminar zu diskutieren.
War manchmal ein bisschen komisch (und random) aber an manchen Stellen auch verstörend und es hat mich SEHR wütend gemacht, wie mit Hersant umgegangen wurde