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Verteidigung der Missionarsstellung

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"Als ich mich das erste Mal verliebte, war ich in England, und da ist die Rinderseuche ausgebrochen. Als ich mich das zweite Mal verliebte, war ich in China, und da ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Und drei Jahre später war ich das erste registrierte Opfer der Schweinegrippe. Sollte ich je wieder Symptome von Verliebtheit zeigen, musst du sofort die Gesundheitspolizei verständigen, versprich mir das."

Gegen das Verlieben kämpft Benjamin Lee Baumgartner einen aussichtslosen Kampf. Diese Seuche bringt ihn um den Verstand. Mit Kopfverdrehen fängt es an. Mit Gehirnerweichung geht es weiter. Und das Schlimmste daran: Der Patient infiziert auch noch seinen Autor. Vorsicht, höchste Ansteckungsgefahr!

239 pages, Hardcover

First published August 30, 2012

13 people are currently reading
238 people want to read

About the author

Wolf Haas

28 books209 followers
Wolf Haas is the author of nine books in the bestselling Detective Brenner mystery series, three volumes of which have been made into popular German-language films. Among other prizes, the Brenner books have been awarded the German thriller prize and the 2004 Literature Prize from the City of Vienna.

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Community Reviews

5 stars
208 (30%)
4 stars
265 (38%)
3 stars
157 (22%)
2 stars
38 (5%)
1 star
17 (2%)
Displaying 1 - 30 of 44 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews369 followers
March 1, 2018
Nein, in diesem Roman geht es nicht um Sex, sondern um eine kurzweilige Geschichte über Beziehungen und die Liebe aber vor allem um ein grandioses exzessives Spiel mit der Sprache.

Einigen von Euch wird Wolf Haas mit seinen Brenner-Kriminalromanen, die auch verfilmt wurden, im Gedächtnis sein. Auch ich habe bereits auf diesem Blog vor Jahren eine Book2movierezension über den Autor veröffentlicht. Aber Wolf Haas kann nicht nur einen minimalistischen Schreibstil wie in den sehr berühmten Krimis perfekt konzipieren, als studierter Linguist treibt er in diesem untypischen Roman mit der Sprache seine Späße, und das auf derart hohem Niveau, dass sich eine kindliche literarische Freude und das reine Lesevergnügen einstellen. Das beginnt mit ausländischen Angebeteten, die deutsche Sprache zwar sehr gut aber nicht perfekt beherrschen, was zu den köstlichsten Dialogen führt. Da werden Umlaute wie Ü komplett an der falschen Stelle gesetzt, dann wird sinniert, welche Wörter es im Englischen im Vergleich zum Deutschen nicht gibt. Weiters wird thematisiert, dass sprachlich immer die Ausnahmen von der Regel mit eigenen Wörtern bezeichnet werden, mit Ausnahme des Geschlechtsverkehrs, denn da hat auch die gewöhnliche Stellung einen Namen: Womit wir beim titelgebenden Wort – Missionarsstellung – wären, das eben tatsächlich nichts mit Sex in der Handlung zu tun hat. Haas spielt auch massiv grafisch und mit Typografie, um mit der Sprache seinen Schabernack zu treiben, da gibt es Texte in Kringeln, versetzt auf mehreren Seiten, Noten, Chinesische Schriftzeichen etc.. Ich als Leserin kam mir vor wie ein staunendes Kind, das lustvoll seinen Geist in ein Meer aus Sprachspielen und Rätseln taucht – wie Charly in der Schokoladenfabrik seine Finger in die Bottiche.

„Bist Du Vechetarier?“
„Nein“, sagte Benjamin Lee Baumgartner, obwohl er Vegetarier war.
„Und stört es Dich, wenn ich Gevögel bestelle.“
„Gevögel?“
„Vögelfleisch.“
„Geflüüügel!“
„Geflüüügel.“

„Hör auf mit diesem Unfug. Ich mache meinen Augen zu, und Du darfst mich nicht wieder kussen wie vorhin auf der Brucke. Ich habe Dir schon gesagt, warum nicht.“
„Ich will Dich nicht küssen. Ich will Dich schon küssen, ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass Du mich innerhalb der nächsten fünf Stunden küssen wirst, mit einer achzig- bis neunzigprozentigen Kusswahrscheinlichkeit sogar sehr optimistisch ein, jetzt aber will ich Dir nur eine Rätselfrage stellen, die ganz harmlos ist.“


Ein bisschen erinnert mich das ganze an James Joyces Ulysses – was sicher ein wenig als Vorbild diente – mit dem Unterschied, dass ich hier an einem Sprachspiel teilnehmen kann, das ich weit besser bis in die kleinsten Feinheiten in Originalsprache verstehe und nicht auf irgendeine Übersetzung angewiesen bin. Zwei weitere Vorteile hat das Haas’sche Werk auch noch: Erstens ist es kürzer und zweitens ist der Plot inhaltlich wesentlich (und jetzt ducke ich mich gleich weg, weil sprichwörtlich auf gut österreichisch die Hackln fliegen könnten) besser. Joyce hat mich immer mit seiner Imballance zwischen belanglosem Inhalt – dieser Gossip (wer mit wem) in Dublin, durch die Straßen wandern, Essen und Ausscheidungen, das war ja fürchterlich – und den überkandidelten sprachlichen Manierismen sehr genervt.

Bei Haas finde ich es ausgeglichen, denn er schreibt auch inhaltlich eloquent und kurzweilg über das banalste und gleichzeitig wahrscheinlich wichtigste Dauerthema der Literatur: über das Verlieben, die Liebe und Beziehungen.

Es geht um Wolf Haas und seinen Freund, Benjamin Lee Baumgartner, der immer, wenn er sich verliebt, in eine gefährliche Pandemie gerät. Auch hier wird wundervoll thematisiert, dass ein zeitlicher Zusammenhang im Deutschen nicht unbedingt eine kausale Korrelation nach sich zieht, obwohl man beides gleich ausdrückt. Allmählich wird in der liebenswürdigen Geschichte aber klar, nach der BSE-Krise in London 1988, Vogelgrippe 2006 in Peking und Schweinegrippe 2009 in Santa Fe könnte auch der hartnäckigste Verschwörungstheorieverweigerer draufkommen, dass es einen kausalen Zusammenhang geben könnte. 🙂 In Liebesdingen gibt es selbstverständlich auch einige ernsthafte amouröse Verwicklungen, denn Benjamin Lee Baumgartner ist nicht der ehrlichste, zuverlässigste Typ und auch selten Single, wenn er sich neu verliebt.

Zwei Kleinigkeiten haben mich ein ganz kleines bisschen gestört. Wolf Haas, der ja als Figur und Autor mitspielt, lässt manche Passagen des Romans unfertig und präsentiert dem Leser eigene Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen zur Überarbeitung. Das war am Anfang noch lustig, nervte mich aber letztendlilch schon etwas. Außerdem gibt es einen logischen Fehler inklusive einer wesentlichen Auslassung im Plot. Die dritte Liebesbeziehung war gar keine, denn Benjamin Lee trifft völlig unvermutet seine eigene Tochter, fällt auf Grund der Schweinegrippe in Ohnmacht und trifft sie nicht mehr an, als er aus dem Krankenhaus entlassen wird. Dann wird dieser Erzählstrang aber völlig ignoriert. Nie wird thematisiert, ob sich Benjamin überhaupt auf die Suche gemacht hat. So etwas mag ein Mann verstehen, ich kann das einfach nicht, denn so etwas auf sich beruhen zu lassen, ist für mich sehr unlogisch.

Das Ende des Romans ist wieder von einer Genialität konzipiert, die atemberaubend ist. Benjamin verliebt sich in Deutschland und ich musste mir auf den Kopf schlagen, denn diese Seuche habe ich schon längst verdrängt. Ratet mal! 😀

Fazit: Wer sich gerne auf Sprachspielereien einlässt, wird restlos begeistert sein, aber der Roman ist zudem auch noch eine gute Geschichte über die Liebe und Beziehungen.
Profile Image for Roland.
205 reviews1 follower
January 7, 2024
For anyone interested in meta fiction and the grey area where invented and perceived reality meet and overlap, this is IT. If fiction is the ocean and fact the landmass, this is the beach. A very large, very, very lovely beach. A truly fantastic read, this reviewer is looking forward to rereading already.
Profile Image for Blackvelvet.
97 reviews1 follower
October 9, 2012
benjamin verliebt sich immer dort, wo pandemien beginnen. genau oder ungefähr dann, wenn sie beginnen. und nicht nur das...

mehr darf und will ich gar nicht vorgreifen.
lang erwartet... wie eigentlich jedes seiner bücher. er spielt mit der sprache wie kein zweiter. und ergänzt das durch einen unkonventionellen aufbau.

ich habe mich lange nicht mehr so amüsiert beim lesen. großartig. auf zur nächsten lesung (unbedingt und uneingeschränkt zu empfehlen - das einzige, was noch besser ist als haas auf papier ist haas live).
Profile Image for Michael Reiter.
209 reviews20 followers
November 30, 2020
Es wird wohl im Jahr 2008 gewesen sein, als ich zum ersten Mal ein Buch von Wolf Haas in die Finger bekommen hab. Das war Der Knochenmann aus der Brenner-Reihe. Der Schreibstil war anders als alles, was ich bis zu diesem Zeitpunkt gelesen hatte. Ich habe mich also durch das komplette Buch durchgekichert, weil ich so einen Spaß damit hatte. In weiterer Folge hab ich dann alle anderen Bücher, die es schon gab, verschlungen und dafür Sorge getragen, dass ich die beiden bislang letzten Teile auch jeweils sofort nach Veröffentlichung lesen konnte.

Und jetzt - letztendlich - mein erstes Buch von Wolf Haas außerhalb der Brenner-Reihe. Ich hatte erwartet, ein "normales" Buch vorzufinden. Oder eines im Stil der Brenner-Bücher. Beides war nicht der Fall. Wieder war ich begeistert, habe gekichert und laut gelacht. Das Buch hin- und hergedreht, vor- und zurückgeblättert, quergelesen, geradegelesen, eine Translator-App am Handy verwendet. Wundervoll. Mal wieder was ganz neues für mich.

Einen Stern ziehe ich aber trotzdem ab, weil gegen Ende das Buch streckenweise etwas "zu normal" wurde. Das war wohl notwendig, um die Geschichte selbst auch auf den Boden zu bringen, dennoch hat es meinen Gesamteindruck ein wenig geschmälert.
Profile Image for Emi Atze.
74 reviews5 followers
October 29, 2025
Literarisch gesehen ist Wolf Haas einer, der gern mal den Leg-Day skippt. Respectfully.
Profile Image for Sebastian.
23 reviews
November 2, 2012
Sicherlich hat das Buch viele Punkte für sich. Der Haassche Tonfall, der beschwerliche Themen leicht zugänglich macht zum Beispiel. Die graphischen Gestaltungskomponenten der Schrift sind originell. Über den Fahrstuhlspiegeleffekt kann man sich stundenlang den Kopf zerbrechen (Fahrstuhlspiegeleffekt: Ein Spiegel reflektiert einen Spiegel der den Spiegel reflektiert der diesen Spiegel reflektiert etc.). Die künstlerischen Aspekte kommen bei den Buch nicht zu kurz; der Stoff schon. Für mich war die Story nicht groovy genug.
Profile Image for Ruth Cerha.
1 review
October 4, 2012
Das beste, witzigste, erfrischendste und beglückendste Buch, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Haas, studierter Linguist, treibt mit der Sprache seine Späße, und das auf hohem Niveau. Damit verhilft er dem banalsten Dauerthema der Literatur, dem sich-verlieben, zu neuen Ehren. Lange nicht so gelacht! Empfehlung!!!
Profile Image for Hanna.
646 reviews86 followers
May 10, 2015
>>...Es geht nicht darum, die Zeit herumzubringen, bis man wieder du weißt schon was machen kann. Sondern das Sprechen selbst ist schon Du weißt schon was.<<

Für mich ist Sprache "Du weißt schon was". In diesem Sinne: Danke, Wolf Haas, für einen der erotischsten Nachmittage (in literarischer Sicht) seit langem.

Definitiv ein Buch das ich mehrmals lesen werde.
Profile Image for Dexter.
173 reviews10 followers
September 14, 2025
Also das nenne ich mal ein Experiment. Hier wird mit Sprache gespielt. Mit uns Lesenden. Mit Fehlern in der (Übersetzungs)Literatur. Und sogar mit der vierten Wand. Wahnsinn.

Und alles in Zeiten von Pandemien (aber lange vor Corona erschienen).

Kurzum: Ein kleines Highlight. Eine Herausforderung - aber nicht weil man besonders klug sein muss, um dieser besonderen Liebes- und Lebensgeschichte folgen zu können, sondern weil man bereit sein muss, dieser Form des Erzählens eine Chance zu geben.
Profile Image for Nicola.
83 reviews
May 18, 2019
Ich liebe Wolf Haas. Alles was er geschrieben hat und auch das was ich noch nicht gelesen hab, ich bin mir sicher. Ich kann Wolf Haas lesen wie ich Eistee Pfirsch trinke: sehr gerne. Geiles Buch einfach.
Profile Image for Frizzo.
77 reviews4 followers
July 29, 2025
Man kann die ganzen Spielereien in dem Buch albern oder prätentiös finden; mich haben sie abgeholt.
Profile Image for Johann Guenther.
808 reviews28 followers
November 12, 2012
HAAS, Wolf: "Verteidigung der Missionarsstellung", Hamburg 2012
Wer sich von diesem Buchtitel eine sexuelle Geschichte erwartet oder gar eine Beschreibung von Sexstellungen wie der Missionarsstellung, der braucht das Buch gar nicht zum Lesen beginnen.
Stilistisch wirkt das Buch wie unfertig. Ein abgedrucktes Manuskript, das noch Korrekturanmerkungen hat. Wenn man es aber liest, dann sind die Korrekturanmerkungen auch interessant und ergänzen die Phantasie des Lesers.
Die Geschichte ist die Beziehung zweier Männer, die sich während des Studiums als Nachbarn ihrer Zimmer kennen lernten.
Die einzelnen Kapitel sind Zeitscheiben aus den Jahren 1988, 2006, 2009 und 2010. Zusammengesetzt ergeben sie für den Leser das Leben eines jungen Mannes, dessen Mutter ihm erzählte, dass sein Vater ein Indianer war, was aber nicht stimmte. Der arme Bub macht sich als junger Mann auf die Suche nach dem Vater, der aber nicht der richtige ist. Der Freund und Autor dieses Romans erfährt von der Mutter die Wahrheit und wird zur Aufklärung verpflichtet, die er aber nicht erfüllt.
Die einzelnen Romanstationen sind immer mit einer Epidemie verknüpft:
der Vogelgrippe in China,
dem Rinderwahn in England,
der Schweinepest in Amerika und
der Gurkenseuche in Hamburg.
(Aqaba, 12.11.2012)
Profile Image for Ines.
176 reviews8 followers
August 14, 2013
Haas Spiel mit der Sprache ist eine literarische Freude, die das Lesevergnügen und die Lust an der Sprache in den Vordergrund stellt. Die Handlung ist zwar nicht sehr tiefgründig dafür ebenfalls lustig und auch sehr originell.
9 reviews1 follower
March 2, 2013
Ein Buch, bei dem mich eigentlich nur eins gestört hat: es ist viel zu schnell vorbei. Es steckt voller Selbstbezüglichkeiten, Hinweisen, Sprachspielen - ich mag es.
4 reviews
March 14, 2021
Wolf Haas beschreibt in seinem 2012 erschienen Roman „Verteidigung der Missionarsstellung“ die Geschichte eines Autors, der wiederum einen Roman über das Leben seines besten Freundes schreibt. Benjamin Lee Baumgartner ist der Name dieses Freundes. Benjamin hat das Pech, an den Anfängen von so ziemlich jeder Pandemie zwischen 1988 und 2009 teilhaben zu dürfen – und das auch nur, weil die Liebe jedes Mal dafür sorgt, dass er zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Gespickt ist der Roman mit Metakommentaren, also im Grunde Verbesserungsvorschläge des Autors, die immer wieder die Mauer zwischen den Erzähldimensionen zum Bröckeln bringen. [HIER BEISPIEL FÜR METAKOMMENTAR EINFÜGEN]. Die Metakommentare sind aber nicht das Einzige, was dieses Buch von der breiten Masse der zeitgenössischen Literatur unterscheidet. Vor allem der einmalige Humor des Autors und seine Fähigkeit, mit Sprache und Formulierungen geradezu zu jonglieren, heben dieses Werk hervor. So illustriert er seine Beschreibungen gerne mit dazu passenden Textanordnungen. Anstatt einer trockenen Erklärung zum Paisley-Muster ringelt sich beispielsweise der Text zu einer paisley-muster-ähnlichen Spirale zusammen. Selbst die sonst so eintönige Sprachgeschichte wird von Wolf Haas anhand des Beispiels der Wandlung von temporalen Satzverbindungen zu kausalen mit bisher ungeahntem Einfallsreichtum geschildert.

Allerdings übertreibt Haas es an einigen Stellen etwas mit seiner optischen Verdeutlichung. Beispielsweise ist ihm das „dichteste Kapitel“, Santa Fe 2009, deutlich zu lange geraten. Natürlich wollte der Autor authentisch wiedergeben, wie so eine erzählte Geschichte unbearbeitet aussieht, leider treibt er es damit aber so weit, dass dem Leser schnell die Lust aufs Weiterschmökern ausgehen kann.

Alles in allem ist „Verteidigung der Missionarsstellung“ jedoch ein äußerst gelungenes Werk, das in dieser Form wohl noch nicht allzu viele bekannte Vorbilder hat.
Profile Image for Frank.
594 reviews124 followers
August 18, 2022
Sehr originell und gut erzählt. Autoren- und Figurenperspektive wechseln gekonnt und am Ende kommt auch noch eine gerade dieses Buch lesende Leserin vor, die die kleinen Spinnereien im Text lobt, die meinetwegen hätten fehlen können. Eine quer über die Seite gedruckte Zeile, die das "Querlesen" illustrieren und seitenweise chinesische Schriftzeichen, die vielleicht das in der Zwischenzeit Vorgegangene verraten könnten (wenn man denn des Chinesischen mächtig wäre), sind originelle Spielereien, tragen aber nichts zum Text bei. Dessen Inhalt scheint aus dem Leben gegriffen und ist gleichzeitig so absurd konstruiert, dass man den Kunstwert desselben kaum bestreiten mag. Kurz, die Komposition ist gelungen und am Inhalt fesseln sowohl die Frage danach, wie die jeweilige Geschichte in der Geschichte ausgeht als auch einzelne Beobachtungen oder Bemerkungen über die Sprache und die Kunst des Schreibens/ Erzählens etc. Dabei wird die "Missionarsstellung" ihrer wirkliche Nähe zulassenden "Normalität" (für die es weniger Wörter als für das Außergewöhnliche gäbe) halber verteidigt, meint, dass in der Absurdität unserer bindungsfeindlichen Gesellschaft doch immer wieder so etwas wie das Menschliche, also das dem Menschen angemessen Normale aufscheint. Man kann, trotz der vorhersehbaren Trennungen, doch lieben. Das macht Hoffnung. Wer's in der Literatur ein bisschen spinnert mag, kommt hier voll auf seine Kosten!
2 reviews
January 4, 2026
Eigentlich 3,5. Naja, fast. 3,45. Sonst hätte ich ja aufgerundet…

Es war das erste Haas-Buch, das ich gelesen habe und ich muss gestehen, dass die Sprachgewalt mich sofort gefesselt hat. Also Designerin fand ich auch die typographischen Finessen sehr spannend.

Einzig die Charaktere – und mit ihnen die Art wie sie reden und Dinge bewerten oder denken – fand ich tatsächlich eher unsympathisch. Vor allem Benjamin Lee Baumgartner hat mich teilweise mit seinen Aussagen und Taten genervt. Keine Ahnung, wie sich die schönen Damen alle in ihn verlieben konnten.

Trotzdem hat mich die Storyline, bzw. die Zusammenhänge (oder auch eben nicht Zusammenhänge?) der einzelnen Geschichten gepackt, sodass ich es in kurzer Zeit durch hatte.

Die Geschichten wurden verstrickt und umgebaut, sodass man während dem Lesen erfährt, dass die Dinge doch anders sind, als erwartet und man sich am Ende gar nicht mehr sicher ist, was denn nun „wirklich“ passiert ist. Diese Fragen werden auch nie beantwortet.

Im Nachhinein: Vielleicht sollte ich doch auf 4 Sterne runden?
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Torsten.
101 reviews41 followers
March 3, 2025
Kurzweilige Sprachspielerei mit Ausflügen in Sprache der Hopi-Indianer, Tarskis Undefinierbarkeitssatz, M. C. Escher (an dem hat der Autor anscheinend einen Narren gefressen) etc. Die Erzählstimme wechselt lustig hin und her, mal auktorial, mal personal, mal Ich-Erzähler. Über den Verlauf des Buches wird man an viele Seuchen und Pandemien erinnert, die man schon lange wieder vergessen, oder verdrängt hatte. Teilweise greift das Buch, oder der dafür enstehende Text, selber in sein Entstehen ein.

Sehr amüsanter, nicht zu alberner Lesespaß. Hat mir gut gefallen.
25 reviews
October 5, 2021
Although the story is told in a very multifaceted way, there is no actual "plot". But not only content-wise is it difficult to classify in a traditional way: The author's typography shows that it's indeed the play with the readers' sense through the novel's very form. It may be that he repaets a paragraph in a visually appealing and non-sensical manner until it becomes illegible or even written entirely in Chinese.
Profile Image for Phoenix Scholz-Krishna.
Author 10 books13 followers
October 15, 2023
Whoa, das war lustig. Als Hobbylinguist:in fand ich dieses Buch extrem unterhaltsam. Die Metaebene hatte ich bei Wolf Haas schon fast irgendwie erwartet, aber dass er auch *so* viele sogenannte Regeln bricht, nice. Inklusive "Fourth-Wall-Break" (und Mise-en-Abyme) auf dem Umschlagfoto. Den Stern Abzug gibt's nur, weil ich finde, es wäre echt nicht nötig gewesen, überhaupt "Indianer" zu sagen. Und dann noch so oft.
Profile Image for Dani Wigbels.
40 reviews
September 12, 2025
Noch absurder als „Wackelkontakt“. Ich liebe die ganzen Spielereien mit der Sprache und der Anordnung im Buch, an ein oder zwei Stellen waren sie aber selbst mir fast zu viel. Kann man auf keinen Fall als eBook lesen, verliert sicher dadurch den ganzen Zauber.
Profile Image for Christin Tewes.
Author 5 books1 follower
July 7, 2019
Wahnsinn, was man alle mit dem Buchsatz anstellen kann. Und dann beißt sich die Geschichte am Ende selbst in den Schwanz. Tolles Buchexperiment.
65 reviews
April 24, 2020
Very very funny und fun read. Setting: 3 Pandemies over a Time period of 20 years, love stories and many many word plays... must-read during Corona!
Profile Image for Franzi.
27 reviews
February 16, 2021
Typisch Wolf Haas, einfach abnormal, viele kleine Details die man nicht erwartet, die aber genial sind. Super Buch
4 reviews1 follower
March 16, 2021
Sprachlich versiert, spannende Metadiskussionen und Dialoge die zum Lachen zwingen. Schon lange nicht mehr so amüsiert gelesen!
Profile Image for Urs.
136 reviews1 follower
August 17, 2024
Ein wilder Ritt, dieses Buch, aber sehr vergnüglich.
Profile Image for Isabel Alewyn.
31 reviews
April 19, 2025
da muss auf jeden Fall noch ein langes Review her. aber bis dahin: Sprachspiele mag ich sehr.
Displaying 1 - 30 of 44 reviews

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