Nachdem ihre Mutter an Krebs gestorben ist, geht Natascha noch einmal ins Haus um sich zu verabschieden. Dabei findet sie einen Brief, der beweist, dass ihre Großmutter Maria von einem Missionarspärchen adoptiert wurde. Darin steht, dass in Nataschas Adern scheinbar Aborigines Blut fließt. Sofort wittert die Journalistin in ihr eine Story, vielleicht die wichtigste ihres Lebens, nämlich die ihrer Wurzeln. Deshalb beschließt sie ihren Jahresurlaub zu nehmen und macht sich zu Recherchezwecken auf nach Down Under. Dabei konstruiert sie den ungewöhnlichen Lebensweg von Helene Junkers, die aus dem streng lutheranischen Salkau, um die Jahrhundertwende nach Australien auswanderte und dort eine neue Freiheit findet. Doch der neue Kontinent ist ihr nicht nur wohlgesinnt; wütende Buschfeuer, unerträgliche Hitze und eine Liebe die nicht sein darf, stellen die junge Deutsche vor Herausforderungen. Aber sie kann auf die Hilfe ihrer Freundin Amarina zählen, die mit dem Wissen der Ureinwohner, so manches Mal Helenes Horizont erweitert.
Das beste Buch das ich zum Thema „streng gehütete Familiengeheimnisse“ bis jetzt gelesen habe. Annette Dutton hat eine sehr ansprechende Erzählweise und nimmt den Leser bei der Hand, um ihm ihre Wahlheimat Australien näherzubringen. Dabei lässt sie aber auch die ungerechte Behandlung der Aborigines durch die weißen Siedler nicht aus und zeigt, dass der Rassismus bis weit in die heutige Zeit anhält, ganz zu schweigen von den Spätfolgen.
Ich habe viel durch diese Geschichte gelernt. Zum Beispiel war mir nicht bewusst, dass farbige Kinder ihren Eltern weggenommen und entfremdet wurden. Diesen Aspekt fand ich ebenso spannend wie erschreckend und aus der heutigen Sicht, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. „Der geheimnisvolle Garten“ erzählt nur eine der möglichen Tragödien, sie sich daraus ergaben
Einziger Wehmutstropfen in der Geschichte sind die Zeitsprünge. Die Erzählung von Helenes Leben ist nicht stringent, was zum einen die Spannung erhöht, da man erst ziemlich spät erfährt, wer der Vater des Kindes ist. Zum Anderen es aber schwer machte alles in den chronologischen Kontext zu bringen. Dennoch ein toller Roman über ein Familiengeheimnis und Australien, dem ich jedem nur empfehlen kann, der sich entweder für das eine oder das andere interessiert. Meinen Horizont hat es auf alle Fälle erweitert.