Die Autorin Christa Wolf ist immer auch eine Leserin gewesen. In ihren Essays und Reden, die hier versammelt sind, würdigt sie ihre literarischen Vorbilder und setzt sich mit Werken auseinander, die für ihr eigenes Schreiben wichtig waren und sind. So eröffnet sie z. B. neue Zugänge zur Lyrik von Nelly Sachs und fragt: »Was wäre heute human?« So geht sie mit Heinrich Böll auf die »Suche nach einer bewohnbaren Sprache in einem bewohnbaren Land« und holt auch bei der Betrachtung der Werke von Anna Seghers,Volker Braun, Inge Müller, Brigitte Reimann, Maxie Wander oder Irmtraud Morgner stets die Gegenwart in die Textanalyse mit hinein. Die bisher verstreut publizierten Texte, ergänzt um Unveröffentlichtes wie einen Aufsatz über Kurt Stern und ein Vorwort, zeigen das faszinierende Denkund Lektüregeflecht, in dem sich die Autorin Christa Wolf bewegt.
Inhaltsverzeichnis Kenntlich werden. Vorwort - »Mitleidend bleibt das ewige Herz doch fest« Zum achzigsten Geburtstag von Heinrich Böll - Im Widerspruch. Zum hundersten Geburtstag von Anna Seghers - Ein Versuch über Nachbarschaft und Unvereinbarkeit. Anmerkungen zu Elisabeth Langgässer - »...der Worte Adernetz« Nelly Sachs heute lesen - Vom freien Willen gegen Verführung. Hermann Sinsheimer /»Deutscher und Jude« - Plusquamfutur II. Erinnerte Zukunft bei Volker Braun - Hans Mayer - ein großer Außenseiter - »Der ganze menschliche Entwurf« Inge Müller, Maxie Wander, Brigitte Reimann und Irmtraud Morgner - An Konrad Wolf erinnern - Zur Person: Günter Gaus - Kurt Sterns Tagebücher - Textnachweise
Novelist, short-story writer, essayist, critic, journalist, and film dramatist Christa Wolf was a citizen of East Germany and a committed socialist, and managed to keep a critical distance from the communist regime. Her best-known novels included “Der geteilte Himmel” (“Divided Heaven,” 1963), addressing the divisions of Germany, and “Kassandra” (“Cassandra,” 1983), which depicted the Trojan War.
She won awards in East Germany and West Germany for her work, including the Thomas Mann Prize in 2010. The jury praised her life’s work for “critically questioning the hopes and errors of her time, and portraying them with deep moral seriousness and narrative power.”
Christa Ihlenfeld was born March 18, 1929, in Landsberg an der Warthe, a part of Germany that is now in Poland. She moved to East Germany in 1945 and joined the Socialist Unity Party in 1949. She studied German literature in Jena and Leipzig and became a publisher and editor.
In 1951, she married Gerhard Wolf, an essayist. They had two children. Christa Wolf died in December 2011.
Das ist ein seltsames Buch. Nicht immer spannend, hin und wieder sich wiederholend (es sind ja reden), aber auch immer wieder schonungslos ehrlich, vor allem mit sich selbst, in einer Art, die sehr typisch für Christa Wolf ist und mich immer wieder beeindruckt.