1973 erschien das Buch "Die Pantherfrau: Fünf Frauen in der DDR", in dem Sarah Kirsch auf 119 Seiten die bearbeiteten Protokolle veröffentlicht, in denen fünf Frauen über ihr Leben erzählen: eine Dompteurin, eine Kaderleiterin am Theater, eine Abgeordnete in der Baugestaltung, eine betriebsleitende Ökonomin und eine Arbeiterin in der Justierung. Die Überschriften der einzelnen Texte (z. B. "Bewegte Jahre" oder "Eine Badewanne voll Schlagsahne") lassen dabei kaum auf deren Inhalt schließen. Sicherlich werden einige Vorurteile beim Lesen vermieden, wenn man vorher weder Name, Alter, Familien- oder Berufsstand kennt. Allerdings ist mir dadurch die Orientierung sowohl zwischen den einzelnen Texten als auch innerhalb der Erzählungen wesentlich schwerer gefallen. Alles in allem wirken die Porträts der Frauen außerdem recht oberflächlich, vor allem verglichen mit Maxie Wanders "Guten Morgen, du Schöne" von 1977 kann das Büchlein an Tiefe nicht mithalten. Die Frauen erzählen hauptsächlich von ihrem biographischen und beruflichen Werdegang, in sehr konsistenter Form, die nur selten Widersprüche, Hindernisse oder Konflikte aufblitzen lässt. Wirklich persönliche Gedanken und Gefühle stehen nicht im Fokus. Interessant waren die Beschreibungen der Berufe aber trotzdem unter dem Gesichtspunkt, dass sie zum Teil doch sehr DDR-spezifisch waren. Außerdem hat mir gefallen, dass Kirsch hinter jeder Erzählung noch einmal die prägnantesten Sätze des Protokolls zu einem kleinen zusammenfassenden Absatz kombiniert. Diese waren für mich nicht nur sprachlich die Höhepunkte des Buches.
Die PAntherfrau besteht aus mehreren Frauenportraits, die von der Autorin kurz vor ihrer Üvbersiedlung in die BRD per Tonbandaufnahme aufgenommen wurden. Publiziert in der BRD; zeigen sie die Lebensrealität von 4 Frauen, alten und jungen, in den letzten 40-50 Jahren in Deutschland und ab 1949 in der DDR. Ein offenes, reales, persönliches Buch, das zeigt wie es war, wenn Träume vom Sozialismus wahr werden, groß werden, wanken und/oder sich in der Beliebigkeit verlieren.