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Rassenwahn

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Eine ungewöhnliche Mordserie erschüttert Hamburg. Fünf Menschen, die 70 Jahre zuvor in einem Lebensbornheim der SS zur Welt kamen, sterben. Kommissar Martin Pohlmann nimmt die Ermittlungen in einer Anstalt für psychisch kranke Menschen auf. Die Spur führt zu zwei hochbetagten Nazis, die bereits seit 60 Jahren hätten tot sein müssen: verurteilt und hingerichtet als Kriegsverbrecher und Massenmörder. Kann Pohlmann den Serienmörder stoppen und wird die Justiz endlich für Gerechtigkeit sorgen?
(Quelle: http://www.thalia.at/shop/at_thalia_s...)

567 pages, Paperback

First published July 9, 2012

9 people want to read

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Jörg S. Gustmann

11 books2 followers

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30 reviews
August 31, 2012
Klappentext:

DIE LEBENSBORNKINDER Eine ungewöhnliche Mordserie erschüttert Hamburg. Fünf Menschen, die 70 Jahre zuvor in einem Lebensbornheim der SS zur Welt kamen, sterben. Kommissar Martin Pohlmann nimmt die Ermittlungen in einer Anstalt für psychisch kranke Menschen auf. Die Spur zu zwei hochbetagten Nazis, die bereits seit 60 Jahren hätten tot sein müssen: verurteilt und hingerichtet als Kriegsverbrecher und Massenmörder. Kann Pohlmann den Serienmörder stoppen und wird die Justiz endlich für Gerechtigkeit sorgen?

"Rassenwahn" führt den Leser in die Abgründe menschenverachtender Gesinnungen. Ein Gegenwartsthriller mit historischem Bezug, aktueller denn je.



Die Story:

70 Jahre nach der Einrichtung Lebensborn, in der Himmler rein arische Kinder züchten wollte, passieren in Hamburg Morde an ehemaligen Lebensbornkindern, und zufällig haben alle diese zwei Jahre zuvor einen Prozess gegen ehemalige Erzeuger, SS-Männer, die sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hatten, und immer wieder durch das Raster rutschten, als Prozessgegner.
Mit dem angeblichen Selbstmord des Dr. Keller, der in einer psychiatrischen Anstalt in Hamburg arbeitet fängt alles an. Man möchte eine Gedenkfeier ihm zu ehren feiern, aber man ist sich nicht sicher, ob dieser vielleicht selbst einen Mord begangen hat, da er genau dies bis zum Ende seines Lebens glaubte.
Dazu tritt "der beste Bulle des Nordens" Martin Pohlmann auf den Plan, welcher gerade aus Ecuaquador kommt, und sofort den schwierigen Fall, der total verworren scheint, übernehmen soll. Werner, sein früherer Arbeitskollege und guter Kumpel hilft ihm beim Lösen dieses Falles, obwohl er doch das ein oder andere Mal mit den unkonventionellen Maßnahmen seines Freundes hadert.
Aus oberster Etage scheint es Probleme zu geben, und irgendwie hat man das Gefühl jemand will aus deren Schicht das Weiterkommen dieses Falles sabotieren, aber Martin Pohlmann gibt nicht auf. Er kämpft sich unaufhörlich durch den Fall, bis er mit seiner Ermittlernase genau am richtigen Punkt ankommt um diesen Fall zu lösen…



Anfang:

Die Zeit des Wartens kam ihr so lang vor wie die Ewigkeit, in deren Schlund sie sich stürzen wollte. Sie hatte keine konkrete Vorstellungen von dem, was sie hinter dem Vorhang erwarten würde, und doch sehnte sie sich mit jeder Faser ihres Seins danach, dieses Leben zu verlassen.





Zitate:

S. 103
"Der Staatsanwalt ist jedenfalls ziemlich geil drauf, wenn ich das mal so auf Neudeutsch sagen darf. Ist gut für seine Kariere. Der Fall ist so suspekt wie kaum ein anderer in den letzten Jahren."

S. 201
"Gleichwohl nicht für den täglichen Dienst eines Psychiaters vonnöten, schien Professor Keller ein Sammler medizinischer Literatur verschiedener Epochen gewesen zu sein. Jemand, der Freude daran hatte, ein Buch hervorzuziehen, nicht, um es zwingend zu lesen, sondern, wie es bibliophile Menschen taten, es anzuschauen, zu halten und darüber zu streichen. Jemand der keine Bücher liebte, mochte über solch ein Verhalten nur den Kopf schütteln, doch Martin erahnte, dass Emilie Braun und Hans Keller eine gemeinsame Leidenschaft verbunden hatte.

S.357
""Emilie, Kommissar Pohlmann ist hier. Er möchte mit Ihnen einen Ausflug machen." Pohlmann ging derweil zu ihrem Schrank. Ein alter Lederkoffer lag obenauf, und als er ihn herunterholte, fiel Staub wie Schneeflocken zu Boden. Er erinnerte sich daran, dass seine Mutter einen ähnlichen Koffer besaß, doch nun hatte er keine Zeit für melancholische Ausflüge in die Vergangenheit. In der Zwischenzeit hatte sich Emilie Braun vom Boden erhoben. Sie wirkte trotz ihres Alters in dem Mantel wie ein Kind und auch dann noch, als sie Martin Pohlmann mit strahlendem Blick ansah."

S. 367
"Wie konnte ein Mensch derart zufrieden sein, solange er etwas zu lesen in den Fingern hielt? Ihre Gesichtszüge wirkten vollkommen entspannt. Ihre Stirnhaut war glatt wie die eines Teenagers, und während sie las, bewegten sich stumm und kaum sichtbare ihre Lippen. Sie saß da mit übereinandergelegten Beinen. Diesmal wippte sie nicht zu der Musik der Worte. Sie kicherte kurz auf, ihre AUgen glänzten und gleichzeitig schluchzte sie leise. Eine kleine Träne löste sich und kullerte über ihre Wange. Sie sah nicht zu Martin auf, der einen Meter von ihr entfernt stand. Emilie konnte sich mit dem, was sie las, so intensiv identifizieren, dass sie damit jedes 3-D-Kinoerlebnis in den Schatten stellte. Was sie las, schien vor ihrem inneren Auge lebendig und real zu werden, eine Fähigkeit, die sonst nur Kinder zu eigen ist und die im Laufe des Erwachsenwerdens vom Leben verdrängt wird."

S. 422
"Hallo Emmi-Schatz. Na? Am Lesen? Das ist echt krank. Wie kann man nur so viel lesen? Na ja, bald hat es sich für dich ausgelesen."

S. 439
"Solange man denkt und handelt, ist alles zu verändern. Die Geschichte ist nicht eher geschrieben, bis man den Füllfederhalter in die Hand nimmt und aufschreibt, was im Leben passieren soll und was nicht."

S. 491
"Als kehrte sie aus einer weit entfernten Traumwelt zurück, wandte sie den Kopf Martin zu und sah ihn an. "Frei?", krächzte sie und schüttelte den Kopf. "Frei ist nur der Wind, der durch die Äste streift." Sie schwieg eine kurze Weile bevor sie fortfuhr. "Manchmal kommt er mich besuchen und streichelt mir durchs Haar. Dann flüstert er mir ins Ohr und fragt mich, ob ich nicht mitkommen möchte, aber ich sage ihm, ich kann nicht. Ich bin nicht wie du, sage ich ihm. Ich kann nicht hier weg. Man kässt mich nicht gehen.""

S. 563
"Täglich besuchte Emilie ihr Geschäft, und was sollte sie anderes dort tun als zu lesen. Es gab einen Ohrensessel mit rot-grün gestreiftem Bezug, in den sie sich setzte und ein Buch nach dem anderen verschlang. Keine Neuerscheinung ging an ihr vorbei. Sie machte sich einen Spaß daraus, hinter der Theke zu stehen und Kunden zu beraten. Sie zitierte frei aus dem jeweiligen Buch, für das sich die Kunden interessierten, und ließ die Besucher staunend mit einem Buch in der Tüte den Laden verlassen."







Schreibstil, Perspektiven, Aufbau:

Zuerst wird ein wenig aus dem Leben eines bestimmten Lebensbornkindes Hedwig Strocka, später Emilie Braun erzählt. Mit 4 Jahren muss sie aus dem Heim weg, weil sie nicht mit jedem redet, und manchmal seltsame Anfälle hat. Sowas ist nicht gut für den Hitlernachwuchs, und war unlebenswert. Diese Kinder wurden nur noch zu Testzwecken benutzt, und dann dem Euthanasieprogramm zugeführt. Irgendwie schaffte sie es zu überleben, und dann befindet man sich im hier und jetzt, und der Kommissar tritt auf die Bildfläche.

Die Charaktäre sind sehr liebevoll ausgearbeitet, gut beschrieben, so dass man die Menschen vorm inneren Auge sieht, und mit ihnen ihr Leben lebt.

Spannung wird durch Orts- bzw. Personenwechsel eingebaut. Ausserdem wird die Spannung bis zu einem Maximum gesteigert, bis ca. 2/3, und ab da ahnt man dann so langsam was geschehen ist, und ist selbst mitten drin und nicht nur dabei.

Herr Gustmann versteht es einen komplett einfühlen zu lassen in die Personen selbst.

Es gibt einen Erzähler, und die einzelnen Personen die reden, und denken. Das denken wird durch Kursivschrift zum Ausdruck gebracht.

Das Buch ist leicht verständlich geschrieben, man kann dem Text super folgen, und möchte gern weiter lesen.



Covergestaltung:

Das Bild, welches für das Cover gewählt wurde, führte dazu, dass ich mir zuerst einmal das Buch nahm, es anschaute, ohne auch nur auf den Titel zu achten. Es sprach mich sofort an, für mich eine gute Wahl. Dann sah ich den Titel, vermutete darunter aber gar nicht gleich Lebensborn, da gibt es ja viele Themen die man schreiben könnte, aber als ich dann den Klappentext las, musste ich noch in der Buchhandlung gefesselt anfangen zu lesen.



Zum Autor:

Dr. Jörg S. Gustmann, geboren 1961 in Dortmund, lebt seit 1996 in Herdecke und arbeitet mit seiner Frau in einer eigenen Zahnarztpraxis in Dortmund. Seit 1998 verfasst Gustmann als Fachjournalist zahnmedizinische Artikel für nationale und internationale Verlage und schrieb drei Kinderbücher, einen Jugendroman sowie einen Mysterythriller und einen Reliquienthriller für Erwachsene. Gustmann war 2009 mominiert für den den Sternengreifer Award, Bereich Kultur. "Rassenwahn" ist als Auftakt zu einer Serie sein erster Kriminalroman. http://www.JoergGustmann.com



Meine Meinung:

Ich lese Krimis/Thriller für mein Leben gern, und dieser Krimi hat mich sehr berührt. Das Thema das Herr Dr. Gustmann hier ans Tageslicht gebracht hat interessiert mich sehr. Wie grausam doch die Welt ist in der wir leben, und diese existiert noch immer, und viele schauen weg. Ich finde es gut wie er dieses Thema eingebettet hat in einen Krimi. Wie er die Personen zum Leben erwachen ließ, und sprechen ließ, was schon längst einmal ausgesprochen werden hätte müssen. Ich war sofort gefesselt, schon in der Buchhandlung, und ich wollte immer weiter lesen, am liebsten hätte ich das Buch in einem durchgelesen, leider ging das aus Zeitgründen nicht, und ich bin eher eine Langsamleserin, weil ich gern das was ich gelesen habe Revue passieren lasse. Die Zusätze, die "den besten Bullen der Stadt" nicht als Supermacho, sondern als echt knuddeligen liebevollen, wenn auch manchmal brummeligen Menschen in Szene gesetzt haben, gefallen mir wirklich gut. Auch die anderen Charaktere werden so lebendig gestaltet, dass man zum Beispiel Emilie lebhaft vor eigenen Augen hat. Natürlich gefällt mir der Bezug zur Bücherwelt in Bezug auf Emmi wahnsinnig gut, denn ich bin ja selbst so eine Leseratte, wenn ich auch noch nicht soviele Bücher gelesen habe wie sie. Alles in allem war es ein wunderbarer Auftakt für eine Serie, die wohl sehr viel geben könnte, das Ermittler Duo Martin und Werner haben noch genug Potenzial, welches bestimmt noch viele Fälle lösen könnten. Ich freue mich auf jeden Fall auf eine Fortsetzung.



Fazit:

Tolles Buch, super Thema, super für Krimi! Fans die auch gern ein bisschen Richtung Thriller gehen, und gern ein wenig Psycho dabei hätten, für solche ist dieses Buch wie gemacht. Must have Buch!!! Absolut zu empfehlen!
20 reviews1 follower
February 23, 2013
Sehr starker Krimi über ein Thema, dass auch in den meisten Geschichtsbücherns höchstens am Rande erwähnt wird
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