Vom alten ins neue Jahr hat mich dieser Roman begleitet, der sich um die Kindheit von zwei Mädchen und einem Jungen, die im fiktiven Kirchblüt aufwachsen, dreht.
Ich bin leider mega langsam vorangekommen… Insgesamt 2,5 Wochen habe ich gebraucht, um es durchzulesen - das sagt schon alles.
Es war toll bzw. schon besonders geschrieben und hat mich durchaus gecatcht - aber es gab einfach keine Handlung. Alles, was geschildert wurde, zahlte 100% auf die Charaktere ein. Also null handlungsgetrieben. Dazu gab es viele Wiederholungen ganzer Sätze oder Ausdrücke. Hrmpf. Da kann ich meiner Mutter nur zustimmen, die das Buch „langweilig“ fand.
Es geht um Therese, die Ich-Erzählerin, die ein Mädchen namens Aja kennenlernt, die mit ihrer Mutter Évi in einem zusammengestückelten Häuschen außerhalb von Kirchblüt lebt und so ganz anders ist als alle anderen. Eigentlich wird größtenteils von Évi erzählt und weniger von Aja, wenn ihr mich fragt. Auch Zigi, Ajas Vater und Artist, spielt eine Rolle. Später dann auch Thereses Mutter sowie die Familie von Karl, der dazuzieht und dessen Bruder vermisst wird. Es wird in epischer Breite die Kindheit der drei Freunde erzählt, aber auch die Entwicklung, die Évi durchmacht, die nach und nach sesshaft wird und ihre Zirkus-Bande abstreift, einen Job bekommt, Lesen und Schreiben lernt, sich als Bäckerin selbstständig macht usw.
Was mich gestört hat, ist, dass alles so gleich blieb. Teilweise wurden Entwicklungen wieder zurückgenommen, als wär nie was geschehen, z.B. bandeln zwei der Personen aus dem Karl-Aja-Seri-Dreieck zwischenzeitlich miteinander an. Auch Personen von außerhalb, z.B. während des Studiums der Kinder bzw. dann jungen Erwachsenen gibt’s einfach nicht. Sie lernen niemand Neues kennen und schwimmen immer in ihrer Dreier-Suppe.
Es war atmosphärisch, aber auch unglaublich zäh und da kaum was passiert ist, auch irgendwie belanglos. Schade! Ich hätte es gerne mehr gemocht.
2 Sterne