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Urs Widmer wurde 1938 in Basel geboren und arbeitet seit 1968 als freier Autor. Seine Romane gewannen zahlreiche Preise, für das Stück Top Dogs bekam Widmer 1997 den Mühlheimer Dramatikerpreis sowie den 3Sat-Innovationspreis. Außerdem wurde er in der Kritiker-Umfrage der Fachzeitschrift Theater Heute zum Dramatiker des Jahres 1997 gewählt. Der Geliebte der Mutter ist die Lebensgeschichte einer Frau, die nach ihrem Tod von ihrem Sohn aufgezeichnet wurde. Das Buch führt in eine Welt voller Gefühle und unerwiderter Leidenschaft, in der der Schmerz der Mutter jedoch nie pathetisch dargestellt wird. Vielleicht liegt es an der Distanz, in der ihr Leiden geschildert wird, vielleicht ist es aber auch die Unerschrockenheit mit der die Mutter ihr Leben führt, ihre emotionale Kraft, die selbst ihr "ich kann nicht mehr" zu einem Ausdruck der Selbstbehauptung macht. Urs Widmer wird zu Recht in einem Atemzug mit Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt genannt. Seine Sprache ist leicht und weiß doch um die Abgründe menschlichen Daseins. Sein Sprachwitz und seine gelassene Heiterkeit machen Der Geliebte der Mutter zu einem Werk, in dem auch zerstörerischen Gefühlen der nötige Respekt gezollt wird. --Bettina Wenzel
122 pages, Paperback
First published January 1, 2000
He'd been a musician, a conductor. Three days before he died, he conducted his final concert in the Stadthalle. Gyorgy, Ligeti, Bartok, Conrad Beck.--My mother loved him all her life. Not that he noticed. That anyone noticed. No one knew of her passion, not a word did she ever speak on the subject. 'Edwin,' mind you, she would whisper when she stood alone at the lake, holding her child's hand. There, in the shade, surrounded by quacking ducks, she'd look across at the sunlit shore opposite. 'Edwin!' The conductor's name was Edwin.
She put wood wool beneath the still green strawberries. She sprayed poison. (Hitler bombed Coventry to bits.) She ran with the wheelbarrow, full of peat or old leaves, along the paths between the vegetable patches, paths the width of her feet. Yes, she ran, she didn't ever walk. She forced the garden hose into a mouse hole, turned the water on, and used her shovel to kill the mice that fled from the other holes. (Hitler had now reached Narvik too, the North Pole, or almost.)