Von einer Arbeitskollegin geschenkt bekommen und auf der Zugfahrt von der Arbeit nach Hause gelesen. Man ist ja schnell durch damit.
Ich habe vom gleichen Autor vor Jahren bereits "Jesus liebt mich" gelesen - "Mieses Karma" ist nun das zweite und definitiv auch letzte Buch, das ich mir von Safier zu Gemüte führe.
Die Grundidee ist sehr gut (aber das trifft auf die meisten Grundideen zu), und dass es bei dieser natürlich nicht logisch zugehen kann, ist auch von vornherein klar. Aber ein bisschen weniger Vorschlaghammer hätte dem Ganzen trotzdem nicht geschadet.
Es fängt schon damit an, dass der Autor in diesem Buch sämtliche Klischees bedient, die man in seichter Dümpelliteratur findet: erfolgreiche Frauen sind schön und schlagfertig, dabei aber auch ständig im Clinch mit sich selbst, weil sie die Familie vernachlässigen. Hässliche = dicke Frauen sind generell Hartzler und Lichtjahre davon entfernt, ein Beziehungsleben zu führen, während Männer die Ernäher und Macher sind, und wenn sie dies nicht sind, so wie Kim Langes Ehemann, dann sind sie frustriert.
Die Karmareise der Kim ist dann wie erwartet chaotisch: Ameise, Meerschweinchen, Kalb, Regenwurm, Hund, Eichhörnchen - bis sie dann so viel Karma sammelt, dass sie als Mensch weiterleben darf. Hier kommt sie aber nicht als Baby auf die Welt (so wie in ihren tierischen Karmaleben), sondern wohnt fortan im Körper einer extrem übergewichtigen Frau, die just an einem Herzanfall verstorben ist. Vom Zeitpunkt ihrer Wiedergeburt als Ameise versucht Kim Lange, zu ihrem Mann und Tochter zu gelangen, um wieder bei ihrer Familie zu sein. Mit Entsetzen stellt sie fest, dass Alex nach ihrem Tod nicht im Zölibat lebt, sondern nach guten eineinhalb Jahren ausgerechnet mit Kims ehem. besten Freundin Nina anbändelt, und diese sogar heiratet. Diese Beziehung will Kim auf jeden Fall zerstören, weil sie, nachdem sie mit Daniel Kohn, einem endsexy TV-Sternchen, ihren Mann kurz vor ihrem Tod betrogen hat, feststellt, dass sie nun doch lieber mit ihrem verwitweten ehemals-Ehemann zusammensein will.
Damit beginnt eine Aneinanderreihung absurder Situationen, bei der Kim (als Hund) die Hochzeit torpedieren will, eine Katze einen Knutschfelck macht, und sich Kim als dicke "Maria" gegenüber Nina benimmt wie der letzte Dreck, um sie und ihren Mann auseinanderzubringen. Dass sie vorher eine Sexfreundschaft mit Daniel hatte - der natürlich ganz plötzlich auf dicke Frauen steht, was Safier ja seinen Charakteren eigentlich nie zugestanden hat - hält sie nicht davon ab, zwar von einem zu naschen, das andere aber zu wollen.
Letztendlich ist sie die lästige Nina losgeworden, ihr Mann und Tochter erkennen in der dicken Frau auch wieder die verstorbene Mutter Kim, und durch ihren "selbstlosen Einsatz" bekommt sie die ultimative Belohnung von Buddha. Friede Freude Eierkuchen.
Ach ja, der Schreibstil. Unterirdisch.