Da dieses Buch schon ein paar Jahre alt ist (Juni 2005), ist es mir schon einmal ins Auge gestochen. Damals hatte ich es mir mal bei einer Freundin ausgeliehen und kam irgendwie nicht richtig rein. Heute frage ich mich, warum und vor allem, warum ich es nicht schon viel eher wieder in die Hand genommen habe.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön locker und fesselnd und besonders toll fand ich die detaillierten Beschreibungen. Das Haus, mit seiner drückenden Stimmung, die Geräusche, die schaurige Atmosphäre und Geschehnisse - wirklich fesselnd, aber natürlich auch angemessen, da es nunmal ein Jugendbuch ist.
Noa war mir, wie auch David, sehr sympathisch und ich fand es auch passend, dass die Liebesgeschichte ein bisschen im Hintergrund blieb, zumal man es eben anhand Noas Geschichte, die bis zu einem Punkt auch ein Geheimnis bleibt, wirklich verstehen kann, dass sie vorsichtig ist.
Kat war wirklich total unsympathisch und ist wirklich keine gute Mutter, hat nur ein Auge für sich selbst, ihre Affären und ihre Erfolge und berschwert sich dann noch, dass ihre Tochter nicht über sich erzählt. Sie versucht sich zum Ende hin allerdings zu ändern und macht auch eine kleine Entwicklung durch. Generell waren die Charaktere gut herausgearbeitet und grundverschieden.
Die Spannung kommt in diesem Buch natürlich auch nicht zu kurz und besonders gut ist die Tatsache, dass das Ende nicht vorhersehbar war. Man hatte ständig seine Verdächtigen und konnte, anhand der alten Tagebucheinträge zu Beginn jedes Kapitels, versuchen die Puzzleteile zusammenzulegen, wurde am Ende allerdings dennoch überrascht, zumal die Hinweise wirklich gut und verwirrend verlegt waren. Ein paar Dinge habe ich mir allerdings auch gedacht, was z.B. die Leiche anging oder einen Unfall, der passiert, aber das hat im Grunde nichts mit dem Hauptende zu tun. Deswegen wurde das Ende nicht abgeschwächt, denn wer, was, wie und wieso war wirklich überraschend.
Dieses Buch besteht praktisch aus mystischen Teilen und Thrillerelementen mit einem Hauch von Liebe und das hat mir wirklich gut gefallen. Übrigens macht auch das Cover am Ende Sinn, denn bis dahin hab ich mich wirklich gefragt, warum kein passenderes Bild gewählt wurde, wie z.B. das Haus usw. Eliza (das Opfer).
Allerdings hätte ich mir erhofft, dass noch ein paar Fragen zur Zukunft beantwortet werden und auch die Familie des Opfers hätte ich gerne sprechen gehört, einfach, weil es mich interessiert und das Ende für mich noch befriedigender gemacht hätte.
Zusammenfassend kann ich also sagen, dass die Autorin ein wirklich tolles Jugendbuch mit schauriger Atmosphäre und fesselndem Schreibstil geschaffen hat, bei dem die Seiten praktisch nur so flogen und ich auch richtig Spaß daran hatte die Geheimnisse aufzudecken. - Perfekt für düstere Herbst- und Wintertage!