Neun ironische, zärtliche oder melancholische Geschichten über die Liebe in unserer Zeit. "Kolonien der Liebe", das sind die zufälligen Orte auf dieser Welt, die, vorübergehend, ein wenig Wärme ausstrahlen, aber es sind auch die Orte, an denen Leid, Haß und Kälte die Liebe totschlagen.
Nicht alle Geschichten in Kolonien der Liebe sind gleich gut, aber die, die funktionieren, machen die ein, zwei schwächeren wieder wett. Elke Heidenreich schreibt über verflossenen, vergessene, verlorene, lebendige, stürmische und überwältigende Liebe, schreibt über ihren Anfang, ihr Ende und alles dazwischen. Es sind Erzählungen, die schön, hässlich, bitter, süß, böse, traurig, nostalgisch, euphorisch und eindrücklich sind, ohne jemals belanglos oder kitschig zu wirken. Insgesamt ein sehr lesenenswerter Erzählband!
Elke Heidenreich has written short episodes about love. In the foreground, they are all more or less about relationships between persons. But behind that, there are all other forms of love to find: love for a place, love for a hobby, the love of life. And love isn't just unicorns and rainbows. Heidenreich's storys show the whole spectrum: Love here is funny and sad, wild and calm, extraordinary and part of everyday life. Sometimes, love conquers everything and sometimes, love goes down in flames. All infused with a 1980s flair that is mostly charming even if some elements feel a little dated.
Some episodes are better than others, but none is really bad. Heidenreich manages to stay miles away from every form of cliché or kitsch. Every story feels real - even though some themes were used a little too often for my taste (awful mothers, characters hating Berlin). But that's just some minor criticism for a very enjoyable and lovely small book.
Geschichten aus den 80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Ohne eMail und Mobiltelefone. Und trotzdem erzählen Sie die ewigen Wahrheiten zwischen Menschen, so als wäre es heute. Die Geschichten vom Dööfchen und Erika, dem rosa Plüschschwein, kannte ich schon. Alle neun sind sehr verschieden, aber alle sind scharf gezeichnete Begebenheiten. Viele Gedanken hat man selbst schon so genauso gedacht oder sagen wollen.
Kolonien der Liebe - der Titel trifft es ganz gut. Bittersüße Kurzgeschichten über Orte an denen man die Liebe auf den ersten Blick nicht sieht, auf den zweiten aber dann sieht man doch sowas wie Liebe, wie in einem auswärtigem, fremden Gebiet.
Not as good as some of her later work and quite varying in quality. Winterreise was one, stunning, sentimental journey back into last winter for me, though.
Ich fand das Büchlein in einer Bücherzelle und dachte, eine kostenlose Extrarunde Elke Heidenreich kann nicht schaden. Ich hatte Recht. Auf 175 Seiten erzählt die Autorin zehn ziemlich alltägliche, teils sogar banale Geschichten in ebenso unaufgeregter, ungekünstelter Sprache. Mit feinem, zuweilen aber auch bissigem Humor, manchmal gar Bitterkeit zeichnet sie sehr genaue, gut vorstellbare Charaktere und schildert gut nachvollziehbare Begebenheiten. Die Texte lesen sich kurzweilig und schnell weg, sind aber auch in angenehmer Menge gespickt mit sehr schönen Gedanken wie „[…] wie auch ich nichts genau wußte und nur fühlte: alles läuft falsch, das Leben geht einen Weg mit mir, den ich nicht gehen will.“ (S. 27) oder „ ,The Germans need their wall‘, schrieb er später in seiner Zeitung, und wenn sie sie im Land schon nicht mehr haben dürften, dann wenigstens in ihren Herzen und in ihren Wohnungen. „(S. 35) oder „[…] und denken daran, wie es sein wird, wenn wir alt sind – die Liebesgeschichten werden vorbei sein, und wir werden jedes mögliche Ende kennen. Uns wird nichts mehr erschrecken, denn wir haben jeden Schmerz schon gespürt, jeden schon zugefügt.“(S. 44) Die Enden in Heidenreichs Geschichten bergen hingegen keine Schrecken oder Überraschungen, oft aber eine fein nuancierte Moral. Alles in allem ein schönes Lesevergnügen für alltägliche Lesegelegenheiten.
Ok, mal schauen ob das was wird, ich hab immerhin seit mindestens nem Jahr kein Deutsches Review mehr geschrieben.
Ich würde dem Buch 2,5 Sterne geben.
Ich bin leider ziemlich enttäuscht. Zwar ist die Message eine gute und die Geschichten sind auch nicht falsch gewählt, aber ich komme mit dem Schreibstil nicht klar. Faust zu lesen war einfacher für mich. Deshalb ist dieses Buch auch das erste seit über einem Jahr, dass ich nicht fertig gelesen habe.
Auch wenn der Ansatz richtig war, konnte mich keine der Geschichten wirklich emotional fesseln. Und wenn ich nicht zumindest ein bisschen emotionally invested bin funktioniert das bei mir einfach nicht.
Manche Geschichten in dieser Sammlung sind unterhaltsam, andere furchtbar melancholisch. Manche Charaktere bieten sich an zur Identifikation, bei anderen bin ich froh, wenn ihre Geschichte vorbei ist. Wenn eins in den Geschichten fehlt, dann ist es Liebe. Dafür gibt es einige Mütter, die arg zu wünschen übrig lassen.
Erikas Geschichte ist wunderbar und ein guter Grund, dieses Buch in die Hand zu nehmen. Die anderen Erzählungen kann man lesen, muss es aber meiner Meinung nach nicht unbedingt.