Bibliotheken sind Orte voller Geheimnisse. Sie enthalten Wissen, Schätze, Reichtümer … und manchmal ist das alles ein und dasselbe. Bibliotheken beherbergen wandelnde Träume, verschlossene Märchen, geheimnisvolle Kreaturen, die sich zwischen den Regalen verstecken und verborgene Welten hinter jedem Bücherdeckel. Der Geruch von altem Papier und Staub weht wie ein ruheloser Geist durch die dunklen Räume und in der Luft liegt das leise Wispern von tausenden Gedanken und Ideen. Wie ein Labyrinth breiten sich kilometerlange Gänge vor einem aus und in jeder Ecke wartet ein Geheimnis, dass einem den Atem rauben kann.
Mit Geschichten von Christian von Aster, Ju Honisch, Fabienne Siegmund und vielen anderen. Mit Comics von Stefanie Hammes, Irene Bressel und Gabriel deVue.
Geheimnisvolle Bibliotheken Erschienen im Torsten Low Verlag
Persönliche Meinung
Die Kurzgeschichtensammlung „geheimnisvolle Bibliotheken“ behandelt hier ein Thema, welches natürlich auch von Fantasy Umgeben ist, aber eine Thematik beschreibt, die für jede/n Leseratte oder bibliophilen Buchsüchtigen ein Muss ist. Es handelt sich um Bibliotheken. Der Ort, an dem jeder von uns doch gerne eine Nacht eingesperrt sein würde, aber ob dies auch hier der Fall sein würde? Man weiß es nicht.
Diese Geschichten haben alle ihren Charme, den sie auch gekonnt einsetzen können und auch hier muss man sagen, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist, solange man nichts dagegen hat, wenn ein wenig Fantasy dabei ist und man sich auch ab und zu fürchten kann.
Auch Illustrationen haben ihren Weg in diese Anthologie geschafft und auch diese sind ein weiterer Grund, warum man dieses Buch unbedingt sein eigenen nennen sollte.
Hier schafft es der Torsten Low Verlag, uns wieder davon zu überzeugen, dass Kurzgeschichten nicht immer Oberfläch sind und wir als Leser uns nicht hineinversetzen können. Die Autoren haben durchweg einen qualitativ hochwertigen Schreibstil und auch darauf legt dieser Verlag großen Wert. Die Kurzgeschichten zusammengefasst sind Dark Fantasy und positiv zu bewerten.
Diese Geschichten kann oder sollten wir als Leser genießen und vielleicht nicht in einem Rutsch durchlesen, sondern sie uns auf der Zunge zergehen lassen.
Damit kann ich diese Anthologie mit gutem Gewissen weiterempfehlen und will sie jedem ans Herz legen.
Für dieses Buch muss man nicht nur ein sehr sehr großer Fan von Bibliotheken sein, sondern auch Kurzgeschichten mögen. Obwohl die einzelnen Geschichten unterschiedlich geschrieben wurden und man sicherlich mehrere finden, die einem gefallen, war es für mich dennoch ein wenig zäh sich durch diese „durchzukämpfen“. Spätestens nach der 5 Geschichte hat man es gehört: die Bibliothek ist geheimnisvoll, die Bücher riechen nach Papier und Leder und meistens muss man sich den Zutritt oder die Benutzung hart verdienen. Wer gerne alle paar Wochen ein, zwei kurze Geschichten lesen will, über ein dennoch wunderschönes Thema, wird hier fündig. Etwas mit einer (langer) fesselnder Story oder durchgängigem Erzählfluss ist fehl am Platz.
Carolin Gmyrek stellt wirklich tolle Anthologien zusammen! Nach "Ungeziefer" konnte mich auch dieses kleine, aber feine Büchlein wieder begeistern. Mit 23 Geschichten und 3 Comics ist es sehr abwechslungsreich. Und es geht nicht nur um Bibliotheken und Bibliothekare! Was geschieht mit dem Leser, der sich voll und ganz auf Bücher einlässt? Wie geht er mit seiner Angst um, nicht jedes verdammte Buch in einer Bibliothek lesen zu können?! Welche Macht wohnt dem Wort inne, das man niederschreibt und in ein Buch bindet? Und was lebt eigentlich noch so alles in einer Bibliothek außer den Büchern? Die Geschichten reichen von Horror über Skurriles und Lustiges bis zum Phantastischen. Besonders gut gefallen haben mir diese Geschichten: "Wissen ist Macht" von Gregor Eder: Bibliotheken in futuristischen Luftschiffen, die alles Wissen der Erde sammeln und sie an immer anderen Orten den Menschen zur Verfügung stellen. Doch was tun die Bibliothekare, um an noch mehr Wissen, noch mehr Bücher zu kommen? Eine gut erzählte Geschichte, und vielleicht ja irgendwann einmal die Zukunft des geteilten und universell verfügbaren Wissens... In "Das besondere Buch" zeigen Thomas Lohwasser und Vanessa Kaiser, wie gefährlich es sein kann, die eigene Zukunft in einem Buch zu finden. Und man sollte nicht alles wörtlich nehmen, was dort geschrieben steht... Serena Hirano hat mit "Von Staubquasten und Engerlingsschnüfflern" eine wirklich süße und liebenswerte kleine Bibliothekswelt geschaffen, in der es weniger um die Bibliotheken und Bücher selbst geht, als um die Wesen, die dort wohnen. "Die älteste Schrift" von Daniel Schenkel verdeutlicht einem, wie gefährlich Lesen werden kann. Vor allem, wenn es sich um die ersten Bücher der Menschheit handelt... Viele weitere schöne Geschichten von tollen Autoren sind hier in dieser Anthologie enthalten. Was mir besonders gut an der Zusammenstellung gefallen hat, ist, dass der Fokus nicht immer auf den Bibliotheken selbst liegt, sondern die ganze Bandbreite an Geschichten gezeigt wird, die sich in und um dieses Thema entspinnen können. Denn Bücher und Bibliotheken können auf jeden einzelnen auf verschiedene Weise wirken und sind in unseren Leben auch auf ganz vielfältige Weise eingebunden. Die Beziehungen zu einer Bibliothek sind für jeden anders, und die Bedeutung einer jeden Bibliothek für jeden einzelnen auch. Dies wird hier schön gezeigt und lässt mich viele Aspekte dieser wunderbaren Bücherhallen neu und anders erleben. Sehr lesenswerte Anthologie! Und Hut ab (mal wieder) vor Carolin!