Vom Kick, den Gefahren, den magischen Momenten unterwegs; von Einsamkeit und Freundschaft im Fremden: Andreas Altmanns Summe seiner Reiseerfahrungen ist eine sinnlich-furiose Aufforderung gegen Stubenhockerei, eine Hymne auf die Vielfalt der Welt.
Die Einsamkeit ägyptischer Provinzhotels. Überlandfahrten im stinkenden Bus. Moderne Raubritter in Kolumbien. Gefrorenes Zahnputzwasser in Sibirien. Gepökelter Schafskopf zum Frühstück. Materialmüde Hängebrücken. Hitze. Durchfall. Fieber. Angst. Aber auch: die Zartheit eines Abends in Kabul. Verständigung mit Händen und Füßen. Staunen im Tempel. Freude beim Überlisten eines Grenzbeamten. Der Herzschlag des Zugfahrens. Die Großzügigkeit von Fremden. Mit Shakespeare und Eric Clapton in Nowosibirsk. Eine Liebelei in der Wüste. Das Spätnachmittagslicht über dem Berg Sinai. Kaum jemand hat sich dem Zauber und den Härten fremder Länder so ausgeliefert wie Andreas Altmann, und seine Anweisung ist nichts weniger als eine wilde Liebeserklärung an das Reisen.
Altmann war Dressman, Schauspieler am Residenztheater München und am Schauspielhaus Wien, Jura- und Psychologiestudent, Gärtner, Taxifahrer, Privatchauffeur, Spüler, Kellner, Anlageberater, Straßenarbeiter. Er lebt heute als Auslandsreporter und Reiseschriftsteller in Paris. Unter anderem ist er ohne Geld von Berlin nach Paris gelaufen (34 Tage, 33 Nächte), durch Indien (Notbremse nicht zu früh ziehen) und durch Südostasien (Der Preis der Leichtigkeit) gereist. Zudem hat er Storys aus der weiten wilden Welt unter dem Titel Getrieben vorgelegt. Er war unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile (Reise durch einen einsamen Kontinent).
Erster Eindruck: Ich möchte nach der Schule auch mal auf große Reise gehen und die Welt entdecken - und das Buch klang genau danach. Nach vielen kleinen Geschichten über das Reisen und die Erfahrungen des Autors in den verschiedenen Teilen der Welt.
Meine Meinung: Mir ist es von Anfang an schwer gefallen, in das Buch einzutauchen. Der langatmige Schreibstil des Autors kann leider nicht fesseln und man fragt sich immer wieder, wann denn endlich das Kapitel vorbei ist. Dadurch ist das Buch ziemlich zäh zu lesen und obwohl es nur 200 Seiten hat, habe ich ziemlich lange gebraucht, um es durchzulesen.
Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat, waren die oft sehr provozierenden Aussagen des Autors. Natürlich darf jeder seine Meinung äußern, aber ich finde es nicht okay, wenn hierbei auf anderen herumgehackt wird. Es kann nunmal nicht jeder (auf Grund von Zeit, Geld,etc.) die Welt mit einem Rucksack auf dem Rücken bereisen. Es muss Leute geben, die in Büros arbeiten, sonst kann unsere Gesellschaft doch gar nicht funktionieren. Genauso wie Flugzeuge notwendig sind, um von A nach B zu kommen. Anders wird der Autor wohl kaum von Paris nach Amerika, Australien oder Asien gekommen sein.
Über diese "Ich weiß alles besser, ich bin überhaupt besser als alle anderen, weil ich die Welt bereist habe"-Abschnitte habe ich mich ziemlich aufgeregt und das hat mir letztendlich auch die Freude am Lesen genommen. Als einzigstes haben mit die kleinen Geschichten - magische Momente - des Autors gefallen, bei denen er über das Aufeinandertreffen und die Erfahrungen mit Menschen auf seinen Reisen erzählt. Diese Geschichten waren wirklich schön.
Fazit: Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen. Besonders über die provozierende Aussagen des Autors konnte ich mich aufregen und gemischt mit dem zähen Schreibstil machte es mir keine Freude das Buch zu lesen. Einzigste Lichtblicke waren die kleinen Geschichten über magische Momente. Von diesen hätte ich lieber mehr gelesen. So kann ich das Buch aber leider nicht weiterempfehlen.
Überwältigend schön. Am Ende hab ich das Buch mir auf den Tag aufgeteilt, weil ich nicht gleich Abschied nehmen wollte :D.
Jetzt bin ich ich hochgradig fasziniert von Andreas Altmann, diesem Sonderling, der seinen Weg irgendwie gefunden hat. Alle seine anderen Bücher nun auf meiner to-be-read-Liste.
Nur morgen in die Welt losreisen will ich noch nicht. Ist das schlimm? :D
Ich hab mir seitdem ich dieses Buch angefangen hab, viele Gedanken gemacht. Vieles infragegestellt. Sein Fokus auf das Wesentliche ist herausfordernd.
Die Sehnsucht nach Mehr ist auf jeden Fall geweckt. Und ich frage mich, wie und wo und was. Aber immerhin frage ich überhaupt!
Leider hat dieses Buch mit einer Gebrauchsanweisung wenig zu tun - eventuell war dies tatsächlich ironisch gemeint und ich habs wohl nicht geschnallt. Der Autor scheint in erster Linie ein sehr intelligenter Mensch zu sein, so viel verrät der Stil des geschriebenen und die Wortwahl... Und die unzähligen Zitate (teilweise etwas zu viel, auch wenn meist gut plaziert). Der Autor kommt sehr aggressiv und arrogant rüber, was er auch bezwecken will, er will den Leser davon überzeugen in die Welt aufzubrechen und diese zu genießen - jedoch nur auf eine spezielle Art (am besten mindestens genauso wie der Autor selbst), denn selbst wenn man sich in die Welt begibt, lässt der Autor kein gutes Haar an den Individuen und lässt sich großkotzig über diese Menschen aus - man bekommt bei diesem Buch das gefühl "wie man's macht, macht man's falsch". Leider beinhaltet das Buch viel zu wenige Geschichten, die "Hilfreich" sein könnten- amüsant ja, aber brauchbar? Leider nein. Der Titel passt wirklich nicht zum Buch - ich bin kein deut schlauer als vorher und gleichzeitig verwirrt über die teilweise wirklich nicht nachvollziehbaren Argumente. Die Geschichten (auch wenn etwas spärlich) waren sehr schön zu lesen - eventuell könnte der Autor ja ein Buch erstellen mit guten Stories - und einfach mal keine Meinung dazu äußern, sondern den Leser einfach genießen lassen.
Wie in den anderen Rezensionen zu lesen ist, ist "Gebrauchsanweisung für die Welt" ein polarisierendes Buch. Der Autor spart nicht an harscher Kritik und Verurteilungen diverser Arten von Menschen.
Anfangs empfand ich dabei ähnlich wie die 1-Sterne-Bewertenden. Bei einem so betitelten Reisebuch erwartete ich keine derart prävalente von oben herab Haltung.
Je mehr ich las, desto sympathischer wurde mir Altmann dann schließlich doch. Öfter konnte ich seine Kritiken teils teilen, auch wenn ich hier ein paar Probleme aufgreifen möchte.
Erstens werden manchmal Strohmannargumente angebracht. Beim Kapitel über Drogen argumentiert er gegen Gesundheitsfanatiker, Nichtraucher, Bioesser. Es sei spießig und genussfeindlich zu fordern, man solle auf Fleisch verzichten und nur in Bioläden einkaufen. Die ethische Dimension wird hier aber komplett ausgeblendet. Andere zu kritisieren oder gar anzufeinden, weil sie nicht gesund leben, halte ich auch für idiotisch. Dass uns gerade das Ökosystem unter den Fingern zusammenbricht und dass die Tierprodukteindustrie gigantisches Leid erzeugt, ist aber weitaus wichtiger als das Recht auf eine selbstzerstörerische Lebensweise.
Genau so ging es mir bei Altmanns Attacken gegen Menschen, die behaupten, Reisende würden von ihren Verantwortungen davon laufen und seien Drückeberger, die sich lieber um ihre Arbeit zuhause kümmern sollten. Auch das halte ich für angebrachte Kritik.
Das Problem vom davon Laufen vor den gesellschaftlichen Problemen, das Reisen, um nicht für politische Änderungen der Dinge zu kämpfen, die einen stören und die das Leben in dem Land, in dem man wohnt, unlebenswert machen, ist da doch der viel trifftiger Grund für Skepsis vor diesem Eskapismus.
Nur so ein paar Gedanken.
Sehr gut hat mir das Kapitel über Drogen gefallen, da Altmann schamlos über seinen Drogenkonsum, auch von den stigmatisiertesten Substanzen (Heroin, Crack, Opium) berichtet. Das ist mutig, beweist Willen zum Aufstand und zur Auflehnung gegen Normen und Dogmen. In einer Medienwelt, die fast ausschließlich Horrorszenarien im Hinblick auf Drogen zeichnet, ist eine ehrliche Darstellung der Licht- und Schattenseiten etwas Besonderes. Was es nicht sein sollte. My brain, my choice!
Zuletzt möchte ich noch erwähnen, dass der Titel etwas clickbaity ist, um es mit einem aktuellen Begriff zu beschreiben. Das ist keineswegs eine Gebrauchsanleitung, kein Reiseführer. Es ist eine Ansammlung von Anekdoten und Meinungsstücken, in die immer wieder Tipps eingestreut werden. Damit muss man rechnen, dann kann man dem Buch durchaus viel abgewinnen.
Sprachlich ist Altmann nämlich auf hohem Niveau, er vermag zu fesseln, schreibt kurzweilig und weiß Liebe, Schönheit und Dunkelheit unpolemisch in Worte zu fassen. Ich fühlte mich bei der Lektüre an den wunderbaren Roger Willemsen erinnert, und das ist ein großes Kompliment für einen Reiseautor.
Wenn ihr es vertragt, provoziert zu werden und auch mal Unbehagen zu empfinden, würde ich euch dieses Buch durchaus empfehlen!
Ein Buch für das Reisen ohne Reisegesellschaft! Absolut empfehlenswert! Altmann gibt viele teilweise sehr provokante Hinweise und Tipps über die es sich lohnt nachzudenken.
Ein einzigartiger Schreibstil- so kreativ, gerissen und intelligent ohne pompös oder arrogant zu klingen. Durch seine abenteuereefüllten Anekdoten und unverblümten Reflexionen, zeigt Altmann Verwundbarkeit in seiner Selbstdarstellung und sein Text fühlt sich glaubwürdig an, auch wenn man ihm gedanklich nicht immer unbedingt zustimmt. In dieser Sammlung von Reiseerfahrungen, präsentiert er ungezügelte Ehrlichkeit, Waghalsigkeit, Humor und Emotionen - ebenso wie sich eine wahrhaftige Reise um die Welt wohl anfühlen sollte.
Achtung: 1.) Die meisten lieben oder hassen dieses Buch und sein Schreibstil. Das ist kein Mainstream Buch. 2.) Die Titelwahl liegt daran, dass es Teil einer Buchserie ist, aber "Gebrauchsanweisung" ist hier eher ironisch zu verstehen! Hier gibt es keine Reiseführer mäßigen Reisetipps etc.
Das Buch könnte auch "Bedienungsanleitung fürs Leben" heißen. Aus den Zeilen spricht viel Erfahrung des Autors nicht nur in Bezug auf das Reisen sondern auch auf das Leben. Wer seine Autobiographie gelesen hat, kann dies sehr gut nachvollziehen. Der Schreibstil von Andreas Altmann zieht einen in den Bann der Geschichte. Er lässt überflüssiges weg und konzentriert sich auf das Wesentliche, auf das Gefühl, auf das Sein, denn Schein ist ihm zuwider.
Mhm, der Mann kritisiert ja gerne und hat bissl viel disdain und judgement übrig für Leute, die nicht gerne reisen. Nicht so toll.
Er kritisiert Leute, die seit Jahren denselben Job haben, dieselbe Tätigkeit verrichten und sieht dabei aber überhaupt nicht, dass das sein Problem mit der Welt zu sein scheint: immer etwas Neues sehen zu müssen, sich nicht mit dem zufrieden zu geben was man hat, ja damit sogar so glücklich zu sein. Vielleicht fühlen diese Menschen so? Und er ist derjenige, der herumsucht und weiter reisen muss um endlich etwas Sinn zu finden. Ja, der Autor erklärt uns dann schon, dass man nicht reisen muss um ein happy Life zu haben aber er meint, Reisen hilft uns zu einem lebenswerten Leben zu finden. Na gut, aber natürlich nicht jedes Reisen - Massentourismus ist ihm ein Dorn im Auge, bloß nicht im Hotelbunker in Kreta unterkommen und dort abschalten. Das ist nur für die Doofen.
Mein Problem mit dem Buch: Ich hätte gerne mehr Reisegeschichten gelesen, mehr erfahren über die Menschen, die so kurz immer mal erwähnt werden… stattdessen bekomme ich die Bedeutung von Tourist und Reisender erklärt - die Herkunft der Wörter, die nichts mehr mit dem jetzigen Sprachgebrauch zu tun haben.
Es gab kaum ein Kapitel, das nicht einen Satz beinhaltete, der mir sauer aufstieß: Okay fand ich das Kapitel über die Scheinanglizismen im Deutschen aber auch hier wieder: so unglaublich viel judgement… v.a. Small Talk kommt hier nicht gut weg und ja, ich verstehe es bis zu einem gewissen Punkt aber wir bitte will er denn sonst seine tiefen Gespräche führen wenn ihn das so aufregt?
Gut war das Kapitel über Freundlichkeit während dem Reisen.
Vielleicht kann sich jemand mal genau anschauen wie Herr Altmann Frauen in seinem Buch darstellt? Die Concierge ist freundlich, Girls in Paris sexy,… dann eine Argentinierin, pretty woman- aussehen tut sie wie ein exotisches TIER. Was ist dieses Buch??
Ein Buch über Fernweh und Heimweh, darüber sich Flügel wachsen zu lassen und trotzdem verwurzelt zu bleiben. Andreas Altmann schildert Geschichten von der Liebe und Realitätschecks, Rassismus und der Überheblichkeit von Reisenden, davon wie einfach Reisen sein kann und wie schwer. Ein Buch mit klaren Meinungen aber auch ein sehr menschliches Buch.
Während man das Buch liest ist es total unbefriedigend weil man sich auch wegwünscht und neidisch ist auf all die Momente die Altmann schildert. Man fühlt sich ein bisschen als würde man sein Leben verschlafen. Es ist ein Weckruf an alle Reisemäuse da draußen das Leben zu leben.
Weil beim Reisen fühlt man sich am lebendigsten. Angst kann lebendig fühlen lassen. Begegnungen mit Menschen die mit ihrer Lebensfreude inspirieren. Gastfreundlichkeit. Drogen. Leichtigkeit. Freiheit.
Und wenn man nach einer Reise nach Hause kommt, dann kann man auch den Alltag wieder wertschätzen.
Vor ein paar Jahren habe ich eine Biographie von Andreas Altmann gelesen und war fasziniert, wie er mit der deutschen Sprache umgehen kann. Ich habe gehofft, dass mich auch dieses Buch in die gleiche Gedankenwelt bringen und ähnlich widersprüchliche Emotionen wecken wird. Dieses ist tatsächlich geschehen, leider auf sehr abgemilderte Art und Weise. Die interessante Sprache und frechen Ideen waren da, der typische Altmann mit seinem Charme und seinen Macken war auch hier, aber das Format hat einfach gar nicht gepasst. Die Mehrheit der Kapitel hat einen verlorenen Eindruck gemacht. Sie haben nicht zusammen gepasst, der rote Faden war kaum zu finden. Auch der Titel, der als Sammelbegriff für Altmann´s Essays dienen sollte, war nicht überzeugend.
Manchmal hat es Spaß gemacht, ab und zu hat es mich sogar gerührt, oft spürte ich aber (leider) gar nichts.
Ich bin gerade auf einer größeren Reise und habe mich sehr auf das Buch gefreut. Jetzt lege ich es nach nicht einmal 100 Seiten enttäuscht weg. Die überhebliche Art des Erzählens und die abelistische, also behindertenfeindliche Sprache des Autors haben mir jede Freude am Lesen dieses Buchs genommen. Meiner Meinung nach sehr unpassend geschrieben. Es ist völlig ok, dass jede*r seinen eigenen Schreibstil hat, aber wenn dieser durchweg verletztend und von oben herab ist, quäle ich mich nicht weiter durch.
Eine unmögliche Aufgabe, ganz passabel gelöst! An vielen Stellen erkenne ich mich wieder, an anderen mal so garnicht (nein, ich muss keine Drogen nehmen! Das Leben ist auch ohne schön!).. Ich denke, das liegt in der Natur der Aufgabenstellung, dass man es niemals allen recht machen kann. Letztlich ist das Buch unnütz, für die Welt braucht man keine Gebrauchsanweisung.. Aber dafür liest es sich ganz nett.. ☺️
Altmann zählt gegen Ende seiner 'Gebrauchsanweisung für die Welt' auf, was er von guter Reiseliteratur erwartet: Sie soll Gefühle vermitteln, von Sprachwitz geprägt sein und provozieren. Nach diesen Maßstäben ist Andreas Altmann sein Buch äußerst gut gelungen, denn alle drei Dinge kommen auf den rund 200 Seiten nicht zu kurz. Das Gefühl ist dem Autor dabei besonders wichtig, vor allem das Bewusstsein zu leben. Dieses Gefühl des lebendig seins holt sich Altmann besonders beim Reisen, und nichts ist ihm so zuwider wie der Alltagstrott. Der große Feind ist der langweilige Bürojob, und den entkommt man am besten indem man seine Zelte abbricht und die Welt entdeckt.
Damit ist der Adressat der Provokation auch schon ausgemacht, nämlich diejenigen Menschen, die lebendig tot sind und in einem Zustand empfindungsloser Gewöhnlichkeit vor sich hin dämmern. Im Prinzip stimme ich ihm da als Leser zu 100% zu, und manchmal wird einem richtig wehmütig ums Herz, wenn man nicht gleich wie der Autor sein Bündel packen und in Richtung Horizont marschieren kann. Manchmal empfand ich die große Anbetung des Gefühls als etwas manieriert, und wenn sich Altmann zu Thesen versteigt, dass selbst der Krieg besser als Stillstand ist, hat das bei mir zu leichtem Stirnrunzeln geführt. Trotzdem, insgesamt ein sehr belebendes, gut geschriebenes, pulsierendes Buch, das an seine Leser appelliert, doch einfach bewusst zu leben und jeden Augenblick auf dieser Welt zu genießen.
Werk und die Persönlichkeit des Autors strikt zu trennen ist eine wichtige Überlebensregel, wenn man sich mit guter Literatur beschäftigen will.
Das gilt auch für dieses Buch. Man merkt, dass der Autor literarisch begabt ist und seine Gedanken in ästhetischen und scharfsinnigen Sätzen wiedergeben kann. Auch inhaltlich erzählt die Gebrauchsanweisung von einigen bewegenden Momenten, Altmann regt mit intelligenten Impulsen zum Massentourismus, zu Begegnungen mit anderen Menschen und zu den innigen Emotionen in der Ferne zum Nachdenken an. Außerdem bleibt er seinem bedingungslos humanistischen Menschenbild treu und lässt alle puritanisch-woken Unkenrufe an sich abperlen - sehr angenehm.
Das große Problem bei Altmann ist aber, dass er seine präpotente Persönlichkeit in die Handlung des Buches miteinverwebt. Beim Lesen dominiert deswegen oft Fremdscham. Polemik ist ein berechtigtes Stilmitel, aber er wütet letztlich doch recht intensiv über Menschen, die nicht nach seinen Überzeugungen leben, die nicht das Privileg haben, durch die Welt reisen zu können. Das ist schade, weil viele seiner Gedanken sehr stichhaltig sind, positiv aufwühlen und Lust auf mehr machen, aber die Art wie er sie vorträgt manchmal schwer erträglich bleibt.
Dies ist kein Buch zum "Verschlingen". Es ist so anders. Es ist faszinierend und überraschend, aber auch provokant und radikal, manchmal gar brutal. Manche Beschreibungen sind wirkliche "Augenöffner". Mir gefielen die Begegnungen mit den Menschen, die passenden Zitate von anderen Schreibern. Unpassend fand ich das Kapitel über Drogen und das übers Schreiben. Vielleicht habe ich zu viel "Schönheit" erwartet und tue mich schwer im Schlucken der Schattenseiten.
Das Buch macht Lust auf Reisen, wie so viele andere seiner Bücher. Und dieses Buch gibt einem Tips mit, Reisen noch intensiver zu erleben. Altmann hat schon so viel Erfahrung und so eine ganz eigene Art zu reisen und mit der Diversität unseres Planeten umzugehen. Und ich finde es so interessant, seinen Blickwinkel auf Dinge zu erfahren. Ich mag Andreas Altmann und seine Art zu reisen und davon zu berichten wirklich sehr gerne. Auch wenn ich bei einigen Dingen nicht zustimme (wie zum Beispiel sein konstantes Kritisieren von gesunder Ernährung wo er meiner Meinung nach nicht kapiert, worum es vielen dabei geht, Stichwort Umweltbewusstsein), mag ich, dass er eine klare Meinung hat und die deutlich ausspricht. Und das findet man immer seltener. Ich kann das Buch nur empfehlen, wenn man gerade plant, wohin zu fahren, um sich Tips abzuschauen von ihm, wenn man gerade dabei ist zu reisen und sich Inspiration holen will, aber auch wenn man zurück kam und sich in Geschichten von der Welt verlieren will. Denn dazu laden Altmann's Bücher eigentlich immer ein.