Der Hauptgewinn! Der junge und ehrgeizige Kommissar Lanner aus dem niedersächsischen Cloppenburg wird tatsächlich nach Berlin versetzt. Allerdings erwarten ihn dort Kollegen, die ihn als «Dorfsheriff» schikanieren, eine Bevölkerung ohne den geringsten Respekt und eine Stadt, die ihn mit ihrer anregenden Mischung aus Minderwertigkeitskomplex und Größenwahn in immer neue Bredouillen bringt. Dazu die Leiche eines Mannes, der vor Monaten im Garten seines Mietshauses vergraben wurde, den niemand kannte, in dessen Wohnung man jedoch Unmengen von Bargeld findet. Obendrein ereilt den Chef der größten Schädlingsbekämpfungsfirma ein mysteriöser Tod, und kurz darauf wird Berlin von einer gewaltigen Rattenplage bedroht … Die sich dramatisch entwickelnden Fälle überfordern Lanner bald noch mehr als die Stadt. Zum einzigen Verbündeten wird ausgerechnet ein alter Mitschüler und Feind aus Cloppenburg, der schon vor langer Zeit in Berlin gestrandet ist und als Aushilfskammerjäger arbeitet. Die beiden machen sich an die Enträtselung eines Geheimnisses, das sie sehr viel tiefer in die Abgründe und den Organismus Berlins führt, als sie sich das eigentlich gewünscht hätten. Der neue Horst Evers – umwerfend komisch, unglaublich spannend und undurchschaubar wie das Leben selbst.
Ja, Horst Evers funktioniert auch als Romanautor. Zugegeben, ich war anfangs skeptisch und habe mir das Buch vorsichtshalber schenken lassen, da ich so viel Geld für Hardcover nicht in den Sand setzen wollte. Im Nachhinein kann ich aber sagen, dass Evers in diesem Krimi einen spannenden und witzigen Roman schuf. Meiner Meinung nach etwas für Evers-Fans und Krimi-Fans. Die verschiedenen Charaktere sind liebevoll gestaltet und die Rahmenhandlung lädt ein sich Verschwörungstheorien hinzugeben. Wer bereits kabarettistische Texte von Evers kennt wird seinen Stil hier wiedererkennen. -Sehr empfehlenswert!
Dieses Buch ist im Grunde ein Experiment. Die Frage lautet: Funktioniert der Humor von Kabarettist Horst Evers auch in Romanform? Auch dann wenn der Roman ein Krimi ist?
Die ganz klare Antwort lautet: Nein.
Das Problem ist dabei noch nicht einmal dass der Roman sich selbst nicht ernst nimmt. Das ist sogar zu erwarten bei so einer Parodie. Nein, das Problem ist dass die handelnden Personen sich selbst sehr ernst nehmen. Und dabei so billige Klischees erfüllen dass man sich die Haare raufen möchte.
Leider nicht ganz so gelungen. Obwohl ein paar nette Spitzen zu finden sind, fehlt es am Everschen Humor. Die Handlung ist recht trocken erzählt und die Charaktere wirken trocken, auch wenn sie zumindest recht rund geschrieben sind. Dazu hab ich das Gefühl, dass sich das Buch nicht entscheiden kann, was es sein will. Für den Krimi fehlt es an Ermittlung und für eine Satire die - naja - Satire.
Schade. Ein Buch, das immer mal wieder richtig nett war und dann total blödsinnig. Mehrmals habe ich mir überlegt, einfach abzubrechen und dann kam doch wieder eine gute Stelle. Und genau das ist das größte Problem - die Geschichte ist nicht rund. Stellenweise wirkt sie wie eine Aneinanderreihung netter Ideen. Vom Headhopping will ich gar nicht reden. Das hat mich auch fertig gemacht.
Kann man lesen. Muss man nicht. Am meisten Spaß gemacht hat mir (die ich Berlin nicht mag), wie schlecht Berlin dabei weggekommen ist.
Leichte und kurzweilige Lektüre, die mir gut gefallen hat. Ich mag besonders Bücher, die in Berlin spielen, daher war dieses Buch perfekt für mich. Wer die Art von Horst Evers mag und seine anderen Bücher wird mit diesem Roman auch nicht enttäuscht.
The story and the plot are a bit tangled and confused. None of the characters are likeable or even very clear in their characterisation. Nevertheless, the book is a fantastical, heightened portrait of my hometown that I enjoyed.
Abgesehen von ein paar zu lang geratenen Dialogen ist dieses Buch enorm witzig. Besonders lachen musste ich mit dem, was Horst Evers aus der Redewendung 'Frauen und Kinder zuerst' gemacht hat.
Evers hat schon diverse humoristische Bücher rausgebracht. Hier sein erster (?) Roman, ein Krimi.
Kommissar Lattmann war in der Provinz sehr erfolgreich, darum wird er nach Berlin versetzt. Dort nimmt ihn aber keiner ernst. Das wurmt ihn sehr. Wenn er einen wichtigen Fall in Eigenregie lösen könnte, würde man ihn respektieren. Dafür hat er sich einen abgeschlossenen Fall ausgesucht, den verdächtigen Tod des Chefs einer Schädlingsbekämpfungsfirma. Wurde da was vertuscht?
Anfangs ganz nett, ganz witzig. Aber dann wird die Handlung immer unglaubwürdiger. Eine unklare Mischung von Krimi und Humor. Der Handlungsstrang bezüglich einer Rattenplage hat mich auch gar nicht überzeugt. Anfangs 4/5 gegen Ende aber nur 2/5
Das ist doch wirklich mal sympathischer Krimi! Horst Evers gelingt es in seinem ersten Roman wirklich gut seinen Humor mit einer ernstzunehmenden Kriminalhandlung zu verbinden.Es ist Klamauk mit Sinn und das macht nicht nur Spaß beim Lesen, sonder bietet dem Krimi-Fan auch einen gut durchdachten Plot mit gut durchdachten Figuren und insgesamt einer einfach gut durchdachten Geschichte!
Man sagt ja immer, die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Nun, den Berliner Ratten hat offenbar niemand Bescheid gesagt! ;) Denn gemäß dem Sprichwort „Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch“ wird Berlin kurz nach dem Tod von Erwin Machallik, Lebemann und Chef der größten Schädlingsbekämpfungsfirma Berlins, von einer Rattenplage biblischen Ausmaßes heimgesucht. Die Stadt steht kurz vor der Bürgermeisterwahl, dem Amtierenden geht die Muffe und die gesamte obere Führungsriege Berlins versucht aufgebracht, das Rattenproblem zu vertuschen. Mittendrin der junge, aufstrebende Kommissar Lanner, der erst vor kurzem von Niedersachsen nach Berlin versetzt wurde und noch mit seinen ganz eigenen kleinen Problemen zu kämpfen hat. Die Kollegen nehmen ihn nicht ernst, der Chef der Spurensicherung hat ihn auf dem Kieker und auch sonst hat sich Lanner das Leben als Kommissar in der Hauptstadt mehr wie in einer „Tatort“-Folge vorgestellt. Doch sein Ehrgeiz ist geweckt, als sich abzeichnet, dass Machallik womöglich ermordet wurde. Lanner ermittelt im Hintergrund, stößt dabei auf ungeheuerliche Verstrickungen und gerät schließlich in eine lebensbedrohliche Situation... Die zuvor entdeckte Leiche eines Ghostwriters im Garten eines Berliner Mietshauses wird da schon fast nebensächlich und schließlich und endlich stehen Millionen von Ratten kurz vor ihrem Sturm auf Berlin.
Eins ist klar: Wo Horst Evers drauf steht, ist auch Horst Evers drin. Man sollte also keinen bierernsten Krimi erwarten. Es ist aber eine wahre Freude, dass der Kabarettist den genau richtigen Mittelweg gefunden hat, um einen spannenden Krimi in ein unterhaltsames Gewand zu stecken, ohne völligen Nonsens zu fabrizieren. Der Leser wird nicht mit unnötigen Pointen überhäuft, nur weil da jemand witzig sein möchte, sondern bekommt wohl dosierten Humor, weil da jemand wirklich witzig ist und sein Handwerk versteht. Der Krimi selbst hat seinen roten Faden und das Ende ist ein besonders gelungener Abschluss, der mich sehr zufrieden das Buch zu klappen ließ und mir die Hoffnung gab, es könnte eventuell mal weitergehen mit den Geschichten aus Berlin!
Fazit: Frischer und gehaltvoller Krimi-Spaß von Horst Evers, gekonnt umgesetzt mit Berliner Charme!
Ratrace Nachdem er einen Fall fast im Alleingang gelöst hat, wird Carsten Lanner zur Mordkommission nach Berlin versetzt. Eigentlich fühlt sich das Cloppenburger Landei am Ziel seiner Träume. Doch Träume können hin und wieder mal was alptraumhaftes bekommen, denn bei den Kollegen als Dorfsheriff verschrieben hat Lanner keinen so guten Stand. Da trägt eine Zahnabdruck-App, die zur Identifizierung des Mordopfers in seinem ersten geführt haben soll, auch nur zur allgemeinen Erheiterung bei. Dennoch der Kommissar will nach oben und so hofft er sich mit diesem Fall profilieren zu können. Und dann leidet Berlin noch unter einer Rattenplage, die mit nichts zu vergleichen ist. So wie es der inzwischen verstorbene Chef der Kammerjäger-Firma Michallek prophezeit hat.
Nach dem ausgesprochen witzigen Beginn beginnt dann doch eine manchmal mehr, manchmal weniger ernsthafte Jagd nach den diversen Ratten, die sich in der Hauptstadt tummeln. Die echten Ratten bevölkern die Straßen und versetzen die Menschen in Angst und Schrecken, wenn sie auf ihrer Suche nach Nahrung jede Hemmung verlieren. Doch so viel anders verhalten sich auch die menschlichen Ratten nicht, wenn es um Geld und Pöstchen geht, um Vertuschung und Bestechung. Da scheint jeder mit jedem unter einer Decke zu stecken und die wenigen Aufrechten werden irgendwie mundtot gemacht. Dass in dieser Gemengelage Lanner auffällt wie ein bunter Hund, verwundert nicht. Welche Erfrischung bietet da seine Kollegin Carola Markowitz, die sich trotz der Lage ihre Unverblümtheit erhalten hat.
Auch wenn es einem vielleicht etwas zu viel werden könnte von den unzähligen Ratten, ein bissiger und humorvoller Krimi, der wohl einige Wahrheiten enthält.
Ganz am Anfang fand ich die Geschichte sehr lustig, zum Ende hin wurde es dann immer ernster, und irgendetwas an dem Fall hat sehr stark nachgelassen. Ich könnte nicht sagen, woran genau es lag, ich glaube nicht, dass es zwingend die Ernsthaftigkeit war, aber das, was ich mir beim Anfang des Buches vom Rest versprochen hatte, traf dann einfach nicht ein und insgesamt war es zwar nicht schlecht, aber wirklich zufriedenstellend fand ich die Geschichte auch nicht.