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One For The Master, Two For The Fool: A Bruce Mac Leod Mystery

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In this sequel to Masters' Counterpoints, a wealthy Beverly Hills couple is found dead, strangled with garrotes in their mansion. Bruce MacLeod investigates in this tale filled with passion, intrigue, and mystery.

Paperback

First published September 1, 1992

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Larry Townsend

64 books10 followers

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Profile Image for Klaus Mattes.
712 reviews11 followers
January 10, 2025
West Hollywood, Los Angeles, Anfang der neunziger Jahre; Genre: Kriminalroman.

Es scheint John Preston gewesen zu sein, jene andere Ikone amerikanischer SM-Erotica der achtziger und neunziger Jahre, der den „Master“ im Buchtitel zum vermeintlichen Hitgaranten machte („I Once Had a Master“, 1984 , sowie diverse weitere). Vielleicht sollte ich es jetzt auch mal mit John Preston probieren, denn nach zwei Townsend-LA-Krimis aus den Neunzigern bin ich geradezu entsetzt, wie wirr und abgedroschen solche, angeblich „harten schwulen Krimis“ sein können! Ein Buch, von dem ich unumwunden abrate!

Larry Townsend war der verdienstvolle Mann, der zu Beginn der siebziger Jahre den ersten Ratgeber für Leder- und SM-Sex verfasste. Aber, wenn man das nach nur zwei Büchern überhaupt sagen darf, seine späten Krimis (im Alter von über 60 Jahren) hätte er besser bleiben lassen. Er kann's nicht. Er hat allerlei Ideen, aber er kann keine stimmige Krimi-Architektur konstruieren. Er fuhrwerkt herum.

In der mir vorliegenden Version als Gmünder-Taschenbuch kam das Buch zwar mit bei schwulen Unterhaltungsbüchern dieses Hauses gewohnter liebloser Aufmachung, schlechter Papierqualität und einer hohen Satzfehler-Quote daher, war aber schon vorher mal für einen anderen Verlag (schlecht) übersetzt worden und hatte sich damals „Meister gegen Schwachkopf“ genannt. Wobei auch nach vollendeter Lektüre ziemlich unklar blieb, wer dieser „Schwachkopf“ (The Fool) überhaupt sein sollte. Ist im Grund aber auch fast egal. Oder auch, warum der „Meister“, dieser Psychotherapeut und SM-Top Bruce MacLeod, dem die ganze Zeit Mordverdächtige, Zeugen und Storyumschwünge (Plot Points) ins Haus einschlagen wie Sternenregen, überhaupt ein Master ist bzw. in welcher Disziplin, abgesehen davon, dass halt John Preston seine Krimis so ähnlich betitelte.

Den erst später entstandenen „Geköpften“ hatte ich schon vorher gelesen und darum glaubte ich hier einige Schrullen des Meisters Townsend erneut ins Auge springen zu fühlen. Kommt's zum Sex, dann arrangiert er ihn gerne mit dysfunktionalen Partnern. So ist für den SM der Top eher ein bisschen trottelig und unerfahren, der Sub hingegen gewissenlos, sodass er ihn zum SM verführt und ihn mit Drogen oder gar Erpressung zum Ausführungsgehilfen seiner Submissionsgelüste abrichtet. (Selbiges gilt für den Master Bruce McLeod natürlich nicht, darum ist er wohl Master aller Klassen.)

Allerdings kann man einem unter Drogen gesetzten, neulich erst von der Straße aufgelesenen Stricher, nicht ganz trauen, also denkt sich Townsend unglaubliche Tricks aus. Dann wird der „Herr“ im Folterkeller an eine ewig lange Kette gehängt, deren Schlüssel der „Sklave“ irgendwo im Haus versteckt, bevor es losgeht. Das wird im „Geköpften“ zur Notwendigkeit führen, dem Ermordeten den Kopf abzutrennen, bevor man seine Leiche verschwinden lassen kann.

Und dann die ewigen Doppelungen in Larry Townsends Kriminalromanen! Das spottet allem Realismus! Wen immer sich dieser Mensch als Type vorstellen konnte, er musste sich immer gleich zweifach einfinden. MacLeod therapiert seine Patienten in einem formidablen Haus, das er mit dem populären Schauspieler Frank teilt. Frank ist sexuell ein Bottom und sieht wie ein geschmeidiger Hispanic aus: eher klein, aber „gut ausgestattet“, maßvoll behaart, dunkler Teint, Schnurrbart, wegen seinen SM-Neigungen von der Angst verfolgt, er könnte in den Medien geoutet werden. Am anderen Ende der Straße wohnt in einer nach Spukschloss aussehenden Villa eines verblichenen Stummfilmstars die reiche Familie Orsini. Da gibt es nun zwei Söhne, deren Sexualität zwischen hetero und schwul irrlichtert, die jedenfalls auch mal gerne SM-Männer würden. Herr und Frau Orsini, später wird man ihnen Geschäftsbeziehungen zur südamerikanischen Koks-Mafia nachsagen, wurden für dieses Buch mit einer Seidenschnur erdrosselt. Wenn es die Südamerikaner nicht waren, waren es die Söhne oder mindestens der perversere von ihnen.

Diese Zwei, Rupert und Paul, kommen in Haft. Da weiß der Leser allerdings schon, dass der jüngere Orsini, Paul, einen Plan entwickelt hat, wie er den Sohn der Haushälterin, Hugo, einen riesengroßen, bärenstarken Typen, allerdings etwas dumm, zum Meister der Qualen im gut eingerichteten Folterkeller ummodeln kann. Und dann wurden Paul und Hugo vom älteren Bruder, Rupert, bei einer Session ertappt und Rupert hat sich die Knaben unterjocht. Mittlerweile sitzen die Brüder aber in Untersuchungshaft, nur Hugo ist flüchtig. Und hat sich, wie das Leben so spielt, auf einem verlassenen Grundstück in der Nähe des Psychotherapeuten und seines Freundes Frank eingerichtet. Und sich prompt in Frank verknallt, den er McLeod nunmehr stehlen möchte.

Jemand von der Polizei kommt auf die Idee, dass der Schwule MacLeod die Orsini-Brüder stabilisieren könnte, dann würden sie zu reden anfangen. Derweil kreuzt in der Stadt noch so ein schräges Duo herum. Jeff und Alfie sind in Iowa abgehauen und müssen unterm Radar bleiben, weil Jeffs Vater, ein christlicher Fundamentalist, schon länger den Verdacht hegt, sein Junge wolle schwul werden, daran sei dieser Alfie schuld. Ähnlich wie der jüngere Orsini ist Jeff gerade auf den SM-Geschmack gekommen und versucht Alfie zu manipulieren, damit er ihm den Sklavenhalter macht. Alfies Liebe zu Jeff ist so arglos und rein wie die von Frank zu Master Bruce. Weder Bruce McLeod, der über eine langjährige persönliche Freundin an die Geschichte mit diesen untergetauchten Provinzlern kommt, noch Jeffs nach Los Angeles gekommener Vater können die Jünglinge aufspüren. Das liegt daran, dass sie sich, um leben zu können, für momentan an ein „House of Boys“ verpflichtet haben. Das geht nicht gut, bald taucht noch eine Leiche auf: Alfie.

So ähnlich wie Paul und Rupert ihren „Diener“ Hugo halten, haben Bruce und Frank einen ihnen restlos ergebenen Haus- und Hofmeister, Hundeausführer und gelegentlichen SM-Spielkameraden, Dennie heißt er. Zu dritt plantschen sie nackt im Pool unter einem Steilhang voller Wildwuchs, den ein Zaun vor Eindringlingen schützen sollte. Genau von dort oben haben sie allerdings Paul und Hugo schon vor Wochen belauert. Und der Autor hat unterdessen ein paar Seiten gefüllt, die versammelten Nackten sich andauernd irgendwohin greifen zu lassen, wo einige Virilität zu bewundern ist. Was soll das? Nun, auf den ersten Blick scheinen all diese Männer sich sehr ähnlich und austauschbar zu sein, aber der Leser soll beben beim Gedanken, einer von ihnen ist der übergeschnappte Killer; mindestens noch einer von ihnen wird demnächst bestialisch ermordet werden. Atemlose Spannung, die mich ungerührt ließ.

Hiermit keineswegs genug der Gefahr: Frank, der in Angst vor dem Outing lebende Schauspieler und SM-Bottom, wird von einem fiesen, aber auch schwulen Schmierblatt-Fotografen gejagt, der seinerseits mit ultrarechten Politikos unter einer Decke steckt, andererseits auch noch Kontakt zu Rupert Orsinis Anwalt hat (dem bösen, älteren Bruder).

Übrigens bringt Larry Townsend in diesem Roman - wie später im „Geköpften“ - die eine wirklich große Sexszene schon bald nach Buchbeginn, als man noch nicht weiß, wer da wohl ermordet werden wird. In beiden Büchern musste ich mich aber wundern, wie wenig vom angeblich tierischen, knüppelharten SM überhaupt beschrieben wird. Man muss das offen sagen: Townsend spielt regelmäßig darauf an, dass sie SM-Leute sind, nämlich vernünftige und unvernünftige, beschreibt praktische SM-Vorgänge aber niemals direkt, sodass es sich weder um ein pornografisches, noch um ein SM-Buch oder wenigstens doch noch um ein erotisches Werk handeln würde.

Dazu kommt dieses Gefühl, ich weiß nicht, ob ich mich irre, dass dieser Autor beim Schreiben der ersten 50 bis 60 Seiten noch nicht wusste, wer zum Mörder werden wird – und also auch nicht, wieso überhaupt. Zum Verdacht passt, dass in den Büchern mehr als eine Figur ihre Persönlichkeit unterwegs auswechselt. Auf einmal sehen wir uns einem wahnsinnigen „Sadisten“ oder „Serienmörder“ gegenüber – oder einem romantisch liebenden Lämmchen.
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