Sie führt aus der deutschen Provinz in den Iran und weiter ans Kaspische die Suche nach Ana – Ana, der Tankstellenräuberin, Ana, deren persischer Vater nie so recht hat Fuß fassen können im deutschen Exil. Es ist ein weiter Weg, kreuz und quer durch die Wüste, voller komischer und rätselhafter Prüfungen, die Rupert zu bestehen hat – und mit ihm sein schizophrener Freund Robert, der am liebsten Vögel beobachtet, der die Welt nicht versteht und stattdessen das Schachspiel neu erfindet. So war das zumindest, bis Ana kam. Bis Rupert und Ana abgehauen sind, um das große Leben zu beginnen. Und bevor Ana plötzlich verschwand. «Das große Leuchten» ist der Roman einer ausgedehnten Reise, abgründig, empfindungsstark und voller abenteuerlicher Echos. Einhörner und Jäger, Derwische und Ex-Generäle, russische Kleinkriminelle, opiumrauchende Kunstfilmerinnen und uralte Orangenfarmer finden darin Platz – Figuren, die niemals blinzeln, sondern «brennen, brennen, brennen wie phantastische gelbe Wunderkerzen» (Jack Kerouac).
Leider habe ich diesen Roman schon vor einer Liebe in Pjöngjang als Hörbuch gehört, das hat mich ein bisschen negativ voreingenommen gestimmt was den Autor betrifft. Es war ein ziemlich nichtssagendes, viel zu langes Konstrukt, ich kann nicht sagen Geschichte, oder Plot, obwohl viel passiert und erzählt wird, also ich mach es kurz, ich bin überhaupt nicht warm geworden mit dem Inhalt, den Protagonisten, der Schreibstil war ok. Die Liebe in Pjöngjang ist dann deutlich besser, auch viel kompakter und verdichteter ohne ausschweifende Erzählorgien.
Immer wieder sehr schöne, starke, einzelne Sätze. Insgesamt die Iran-Kapitel interessanter und nicht so ausgedacht wie die dann leider doch ziemlich banal-gehäkelte 1000-mal-gelesene Story von den beschädigten Jungmenschen, die irgendwie ausbrechen wollen und dann kriegt einer noch ne Wumme in die Hand (so Hochschul-Abschlussfilm-Krassheit).