Wann hatten SIE zum letzten Mal das Gefühl, im falschen Film zu sein? Meistens sind es nur kurze irritierende Momente, die schnell vorbeigehen. Was aber, wenn sich herausstellen sollte, dass wir alle tatsächlich in einer gefälschten Welt leben? Und dadurch Gefahr laufen, unser eigentliches Leben zu verpassen? Aus Versehen.
Der Psychiater und Psychotherapeut Manfred Lütz kennt sich aus mit der verheerenden psychologischen Wirkung der Plastikwelten, die uns täglich umgeben. In Bluff! Die Fälschung der Welt entlarvt er ein unheimliches Phänomen, das immer mehr um sich greift und uns alle betrifft. Zum Beispiel die Welt der Wissenschaft, die einigen wie die eigentliche Welt vorkommt. Doch selbst der Physik-Nobelpreisträger hat die Liebe zu seiner Frau nicht physikalisch gemessen und ist dennoch der Überzeugung, dass diese Liebe das eigentlich Wichtige, das existentiell Bedeutsame in seinem Leben ist. Die Psychowelt gibt vor, in allen Lebenslagen Rat zu wissen. Aber selbst wenn man alle therapeutisch interessanten, psychologischen Mechanismen kennt, führt das nicht zu einem erfüllten Leben oder gar zu wahrer Lebensweisheit. Die Medien sind eine faszinierende Kunstwelt. Gefährlich wird es aber dann, wenn Menschen sich in dieser Welt verlieren und ihre phantastischen Kulissen mit der Wirklichkeit verwechseln. Die Finanzwelt hat auf viele Menschen eine magische Anziehungskraft. Das konnte jeder in den vergangenen Jahren beobachten. Und auch wer die Gesundheit zu seiner Religion erklärt, lebt in einer Scheinwelt. Denn sie verführt dazu, nur noch vorbeugend zu leben, um dann gesund zu sterben. Doch auch wer gesund stirbt, ist leider definitiv tot.
Diese Welten gibt es. Wir leben mit ihnen und in ihnen. Manfred Lütz beschreibt in Bluff! Die Fälschung der Welt unterhaltsam und treffend wie man erfolgreich vermeidet, von ihnen total in Besitz genommen zu werden: Damit Sie am Ende Ihres Lebens nicht erschreckt feststellen, dass Sie gar nicht wirklich geliebt, nicht wirklich verantwortlich gehandelt und sich nie wirklich gefragt haben, was das alles soll. Bluff! zeigt überraschende Auswege aus der Sackgasse. Ein launiges, nachdenkliches und nützliches Buch für jeden, damit nicht auf Ihrem Grabstein steht: „Er lebte still und unscheinbar, er starb, weil es so üblich war.“
Manfred Lütz, (*1954) studierte in Bonn und Rom Medizin, Philosophie und Theologie. Er ist Psychiater, Psychotherapeut, Diplomtheologe und seit 1997 Chefarzt eines großen psychiatrischen Krankenhauses in Köln. Er schrieb mehrere Bestseller: 1999 erschien Der Blockierte Riese – Psycho-Analyse der katholischen Kirche, 2002 Lebenslust – Wider die Diätsadisten, den Gesundheitswahn und den Fitnesskult, 2007 Gott – eine kleine Geschichte des Größten, wofür er den internationalen Corine-Literaturpreis erhielt. Mit Irre! – Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen. Eine heitere Seelenkunde führte er 2009 wochenlang die deutsche Sachbuch-Bestsellerliste an. 2012 erschien sein großer "Spiegel"-Bestseller "BLUFF! Die Fälschung der Welt", gefeiert von Lesern und Kritik. Lütz ist gefragter Vortragsredner und Kabarettist. 1981 gründete er eine integrative Behindertengruppe, für die er seit mehr als dreißig Jahren ehrenamtlich tätig ist.
Klar, nachdem man das erfrischende "Irre - Wir behandeln die Falschen" gelesen hat, so hat man sich von diesem Buch einen ähnlichen erfrischenden, kritischen Blick auf die Welt erwartet. Da wurde man dann aber sehr schnell enttäuscht.
Zu allererst finde ich Vieles höchst anmaßend, was da einfach so vom Herrn Doktor in den Raum gestellt wird. Da man aber in einem Buch (nicht wie in wissenschaftlich anerkannten Publikationen) behaupten kann was man will, und der Leser ja auch schwer mitdiskutieren kann, reicht eventuell eine gewisse Arroganz und Überzeugung im Schreibstil, sodass der weniger kritische oder mit Hintergrundwissen ausgerüstete Leser es einfach als Wahrheit hinnehmen muss.
Diese Arroganz und unberechtigte Überzeugung zieht sich durch das ganze Buch. Lütz führt sich in meinen Augen auf als hätte er allein das Rätsel der Welt und des Glücklichseins gelöst, teilt diese Erkenntnis aber nicht mit dem Leser. Klar, aktiv jeden Moment seines Lebens leben, das macht Sinn. Das hat mir allerdings schon meine Mutter gesagt wenn ich zu lange vor der Glotze hing. Dafür braucht es keinen Diplom Psychiater, geschweige denn Theologen.
Jeder halbwegs eigenständig denkender Mensch ist sich z.B. darüber im Klaren, dass die Medienwelt, vor allem natürlich die Werbung, uns zu beeinflussen versucht. Ich kann mir auch vorstellen, dass die, denen dies nicht bewusst ist, sich so eine Art Sachbuch überhaupt nicht kaufen werden. Insofern predigt der Theologe zu den schon längst konvertierten. Aber das ist natürlich auch ein Erfolgsrezept.
Mal davon abgesehen, dass davon ausgegangen wird dem Leser müsste die Welt erklärt werden, weil er anscheinend, so die Hauptaussage des Buches, zu unkritisch ist um selber nachzudenken, wird Lütz dann auch noch auf persönliche Art beleidigend was seine Kollegen angeht. Das gehört sich natürlich nicht in zivilisierten Kreisen, aber ist vielleicht auch ein Grund warum er sich von der Wissenschaft distanziert. Richard Dawkins, der mit Christopher Hitchens od. Carl Sagen, der Wissenschaft aber auch dem Laien, große Dienste geleistet hat (im Gegenteil zu Lütz), wird als 'eifernder ideologischer Missionar' dargestellt. Die Ironie des von-sich-selbst-auf-andere-schieben hat Manfred Lütz in diesem Falle wohl nicht bemerkt. Weiterhin schreibt Lütz über Dawkins, dass dieser keine wissenschaftlichen Leistungen vorzubringen hat, die wissenschaftlichen Fakten zwar gut kenne, aber eine Position aus dem 19ten Jahrhundert vertritt. Das ist in Lütz's Fall eine wiedermal sehr anmaßende Aussage, da ich ihn seinem Buch keine wissenschaftlichen Argumente gefunden habe. Selbst wenn es der Fall wäre, dass Dawkins nicht auf dem neuesten Stand wäre (was bei genauer Lektüre auszuschließen ist), so hat er dann immer noch bessere Argumente als die nicht-vorhandenen Argumente von Lütz.
Das Kapitel über Dawkins war erst der erste Schrecken, den ich bei der Lektüre dieses Buches erleiden musste. Was mich, als Wissenschaftler, zutiefst beleidigt hat, ist Lütz's Sicht, dass man die Schönheit der Welt nicht schätzen kann, wenn man die Welt auf rationale Art und Weise, nur wissenschaftlich, betrachtet. Obwohl ich weiß wie ein Regenbogen entsteht, heißt das nicht dass ich mich nicht an seinem Anblick erfreuen kann! Obwohl ich den Menschen auf die Chemie in seinem Kopf reduziere, kann ich ihn trotzdem noch als Wunderwerk der Natur verstehen. Das Hauptargument in diesem Thema nimmt ein anständiger Theologe natürlich aus dem Konzept der Liebe. Die Liebe könne man nicht rational verstehen. Lütz argumentiert, dass selbst Physiker die Quantentheorie nicht ganz genau belegen können, und sich auf statistische Wahrscheinlichkeiten beschränken müssen. Deshalb, so Lütz, könne man ja niemals (als gescheiter Mensch) sein ganzes Gedankenkonzept und sein Leben danach ausrichten. Sehr geehrter Herr Lütz, ich forsche am menschlichen Gehirn, und nur weil wir nicht alles darüber wissen, heißt das noch lange nicht, dass darin kein Platz für ein Phänomen wie etwa die Liebe oder das Bewusstsein ist. Meiner Meinung nach lässt sich unsere ganze Welt (die wir erfahren) auf unser Gehirn reduzieren. Das macht den Menschen nicht zu einer traurigen Maschine, sondern zu einem unermesslich kompliziertem Objekt, das meine höchste Anerkennung genießt! Lustiger weise, und da scheinen die Recherchen nicht extensiv genug gewesen zu sein, hat Richard Dawkins ein wunderbares Buch zu genau diesem Thema geschrieben. In 'The magic of reality' erklärt er jungen Menschen die Welt, so wie sie ist. Er versucht klar zu machen, dass das nicht-mystische, also die kalte, rationale, empirische Wahrheit, viel schöner ist als alles was sich irgendwer vor tausenden Jahren mal ausgedacht haben.
Obwohl ich „Irre“ gelesen hatte, wusste ich nicht, dass Herr Lütz Theologe ist. Ich finde es im wissenschaftlichen Schlagabtausch immer wichtig, seine eigenen Überzeugungen kritisch in Frage zu stellen, und auch nicht von dem Standpunkt aus zu argumentieren, den seine Partei vertritt, sondern einfach auf objektive Weise an eine Fragestellung heran zu treten. Deswegen war ich sehr enttäuscht, als ich beim Lesen merkte, dass der Autor wohl irgendeine religiöse Überzeugung hat und es ihm wichtig erscheint diese mit ins Spiel zu bringen. Hat ja eigentlich mit der Täuschung der Welt durch Medien etc.. nicht zu tun. Natürlich kann man argumentieren, dass Religion die größte Täuschung überhaupt darstellt, aber das wäre wie gesagt am Thema vorbei geschossen.
Abgesehen davon fand ich es sehr schade, dass Herr Lütz sich in den meisten Zitaten immer wieder auf die gleichen Bücher beruht. Er hat offensichtlich Faust und Der Gotteswahn gelesen. Toll. Wer nicht?
Es gibt viele solche Punkte die mich beim Lesen rasend gemacht haben. Da ich angefangene Bücher aber zu Ende lesen muss, habe ich nach einer Weile aufgehört sie mir alle zu merken. Fakt ist, dass wenn man das Buch methodisch durchforsten würde, so könnte man ein dickeres schreiben mit all den Kontra-Argumenten die er nie in Erwägung gezogen hat. Seine Argumente sind unbegründet und werden auch nicht vertieft, geschweige denn auf ihren Wahrheitsgehalt kritisch geprüft. Ein Doktor sollte so etwas eigentlich im Laufe seiner Ausbildung gelernt haben. Aber wer seine Überschriften in Comic Sans schreibt, dem geht es wohl eher darum wie der nette Onkel von nebenan zu wirken (so auch neulich im ZDF) und viele Bücher zu verkaufen. Möchte wer meins?
Автор доволі непогано, аргументовано і не занудно проходиться по популярних і поширених маніпуляціях в кількох сферах нашого життя (не забуваючи також при цьому маніпулювати самому)
I haven't read enough to really rate it, but from the initial impression it feels a bit like what the other reviewers said: self-certain but ultimately pointless. The topic seemed to change a lot: One moment it was about medieval monks, the other about his study days. I had hoped for an "interesting because different" experience, even if I don't specifically agree with the theory. But I didn't really resonate with this "the world is not what it seems" theme. Nor did I understand what the point of it is. From the title I thought the book was about wrong impressions created by the media, but he means that the actual world is somehow metaphysically "not real". The way to convey that is very anecdotal. He seems to be religious and not like Richard Dawkins.
One of those pieces that takes one single idea and stretches it out to make a book out of it.
While the core message is to be applauded, the book is way too simplified. It's short for a book but even that shortness is longer than necessary. A lot of things are also repeated and other stuff is explained as if written for a 5 year old. Not to mention any attempt for a proper scientific approach.
Der Autor bietet hier einige Ansätze seinen Alltag und die Sicht auf die Welt zu überdenken. So weit so gut. Leider wiederholt er sich sehr oft, das Buch ist meiner Meinung nach zu sehr in die Länge gezogen.
Dieses Buch erfüllt im groben meine Erwartungen, die ich vor dem Lesen hatte.
Es werden verschiedene Bereiche des Lebens angesprochen, in denen die Aufmerksamkeit auf einzelnen Werten beruht und somit eine jeweilige "Wirklickeit" aufbaut.
Der Autor weist immer wieder gerne daraufhin, dass diese Wirklichkeiten von den existenziellen Erfahrungen, dem existenziellen Leben, also der existenziellen Welt ablenken, abbringen oder sie zumindest als nebensächlich darstellen und wird dessen auch nicht müde.
Dass der Autor Theologe ist bzw. ein besonderes (positives) Verhältnis zur Religion, speziell in Richtung Christentum einnimmt, bekommt der Leser auch während des Buches zwangsläufig mit.
Die 3 Sterne hat dieses Werk von mir bekommen, weil ich die Denkanstöße mag die er aufbringt und er dazu die Sichtweise auf seine Art und Weise schildert. Für Leute die sich für ähnliche Themen interessieren, wird nicht zwingend etwas Neues besprochen, aber evtl. von einer anderen Perspektive aus geschildert; wie bereits darauf angespielt, wird diese des Öfteren von einem gewissen religiösen Unterton begleitet. Das war auch der Grund, weshalb ich die Begründungen oft als einsichtig empfand, als baue er in dem Buch seine eigene kleine Wirklichkeit auf.
Da ich selber in den Medien war und mich mit Psychologie beschäftige, gab es wenig neues für mich, als Einstieg in das Thema vielleicht ganz ok, kann ich nicht mehr einschätzen.